Greta und Starks
Neue Barrierefreiheit im Kino

Für Seh- oder Hörgeschädigte stellt ein Kinofilm nicht unbedingt ein Vergnügen dar. Denn sie sind beim Filmbesuch auf Hilfe angewiesen. Doch mit dem Headset von Greta und Starks soll sich das nun ändern.

Denn dieses Wearable lässt Blinde Filme „sehen“ und Gehörlose den Ton zum Bild wahrnehmen. So wird das Filmvergnügen für Sehbehinderte oder Hörgeschädigte barrierefrei. Wie das funktioniert, erklären wir euch.

Wer ins Kino geht, der freut sich auf ein gemeinschaftliches Erlebnis. Aufs Lachen, Gruseln oder Erschrecken an denselben Stellen. Blinde und Gehörlose sind davon ausgeschlossen. Doch das soll sich ändern. Ein neues Wearable verspricht ein barrierefreies Kinoerlebnis.

Greta und Starks
Mit dem neuen Wearable von Greta und Stark wird das Kinovergnügen barrierefrei.

Barrierefreiheit dank Greta und Starks

Die zwei Apps Greta (Apple App Store und Google Play Store) und Starks (Apple App Store und Google Play Store) sorgen für die Barrierefreiheit im Kino. Zusammen mit einem Augmented-Reality-Headset. Wer das trägt, kann sich via App entweder den Untertitel über ein Monokel einblenden. Oder sich über die Kopfhörer ins Ohr flüstern lassen, was die Leinwand gerade zeigt. Damit sind zukünftig auch Menschen mit Sinnesbeeinträchtigung in der Lage, ohne Hilfe den Kinobesuch zu genießen.

Das Headset funktioniert mit den beiden über das Smartphone zu bedienenden Gratis-Apps Greta und Starks. Sie sind kostenlos und seit Ende 2013 zur Unterstützung des barrierefreien Filmeschauens erhältlich. Starks zeigt Hörgeschädigten dabei auf einem Display vor dem Auge Dialoge oder Geräusche an. Wie etwa „lauter Knall“ oder „der Hund bellt“. Greta dagegen liefert für sehbehinderte Nutzer Texte, die das Bild beschreiben und flüstert sie ins Ohr. Neu ist nun die Verbindung der Apps im Headset. Damit wird die barrierefreie Fassung des Films noch einfacher zugänglich gemacht.

Datenbrille von Greta und Starks

Die Datenbrille von Greta und Starks kann auch Sprachbarrieren überwinden, da die Apps in mehreren Sprachen angeboten werden. Fünf bis acht Sprachen pro Film lautet das Ziel des deutschen StartUp-Unternehmens. So wird es mit der Datenbrille auch möglich sein, fremdsprachige Filme zu schauen, vor allem wenn Kinosäle die Brille zum Verleih für die Dauer der Filme anbieten.

Das Wearable sieht aus wie ein breiter, weißer Haarreif mit einem monokelähnlichen Bügel, der vor das Auge geklappt wird. Sie wird in diesen Tagen auf der Berlinale vorgestellt und präsentiert. Das Start-Up-Unternehmen aus Berlin will damit für barrierefreies Kino werben, um ihre Vision zu verwirklichen. Die da heißt:„Unser Ziel ist es, Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen einen komfortablen Zugang zu Film zu ermöglichen – eigenständig und unabhängig, allein oder mit Freunden und Familie. Unsere Vision ist ein 100% barrierefreies Kino in ganz Europa“. Ab September soll das Headset käuflich zu erwerben sein. Günstig ist es allerdings nicht. Mit etwa 340 Euro müsst ihr tief in die Tasche greifen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.