Pay by Selfie
Author
Lena Kunikowski, Di, 1. Mrz. 2016
in Aktuelles

Pay by Selfie

Mastercard bietet neue Bezahlmethode

Pay by Selfie – was erst einmal kurios klingt, wird schon bald Realität. Wer eine Mastercard sein Eigen nennt, wird bereits ab Mitte des Jahres mit seinem Gesicht zahlen können.

Wir verraten euch, was hinter der neuen Zahlungsmethode steckt, wie sie funktioniert und ob Pay by Selfie auch wirklich sicher ist. 

Mastercard kündigt Pay by Selfie an

Bereits vor einigen Monaten kündigte Mastercard – neben Visa die weltweit größte Kreditkartengesellschaft – das neue Bezahlsystem an. Getestet wurde jüngst schon erfolgreich in den Niederlanden und der USA. Mitte des Jahres soll die Technik dann in insgesamt 15 Ländern verfügbar sein. Alle Mastercard Kunden können sich dann online für die neue Methode registrieren und danach mit ihrem Konterfei bezahlen. Pin-Codes und Passwörter werden so ein für alle mal überflüssig. Wer nicht sein Gesicht hergeben will, nutzt stattdessen seinen Fingerabdruck – auch das soll über die geplante App funktionieren. Zumindest berichtete BBC dies nach dem Mobile World Congress in Barcelona vor ein paar Tagen. Übrigens: Wirklich neu ist die Grundidee hinter Pay by Selfie nicht. Alibaba, ein chinesischer Anbieter, beeindruckte die Medien in der Vergangenheit bereits mit der „Smile to Pay“ Methode. So oder so scheint eins sicher: Gesichtserkennungssoftware ist auf dem Vormarsch.

mastercard pay by selfie

Pay by Selfie kommt

Pay by Selfie kommt im Sommer

Wenn die neue Zahlungsmethode im Sommer weltweit ausgerollt wird, ist seit der Ankündigung nur ziemlich genau ein Jahr vergangen. Bereits Mitte 2015 sprach Mastercard davon, seinen Kunden zeitnah eine neue App zur Verfügung zu stellen und das mobile Bezahlen noch einfacher zu machen. Herausgekommen ist dabei nun der Begriff „Pay by Selfie“. Aufmerksame Skeptiker werden sich an dieser Stelle wohl fragen, welche Sicherheitsmechanismen da greifen sollen. Und natürlich hat die Kreditkartengesellschaft entsprechend mitgedacht. Wer sich bzw. sein Gesicht verifizieren will, muss nämlich während des Selfies blinzeln. Nur mit Hilfe des Lidschlags kann gewährleistet werden, dass nicht einfach ein altes Foto in die Kamera gehalten wird. Zusätzlich wird das aufgenommene Bild mit einer vorab hinterlegten Vorlage verglichen. Nur wenn auf beiden Bildern alle biometrischen Merkmale übereinstimmen, wird die Überweisung getätigt. Ganz uneigennützig ist das neue Bezahlsystem übrigens nicht. Mastercard will so die hohen Kosten reduzieren, die durch abgebrochene Zahlungsvorgänge aufgrund von Betrug anfallen. Zudem hat man wohl auch mittlerweile gemerkt, dass die Konkurrenz nicht schläft und beispielsweise Methoden wie Apple Pay Marktanteile abgreifen könnten.

Datenschützer skeptisch

Abgesehen von der Frage nach der Sicherheit, ruft Pay by Selfie natürlich auch die Datenschützer auf den Plan. Gerade in unseren Gefilden könnte es das neue Mastercard-Programm wohl so oder so eher schwer haben. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es nicht wirklich zeitsparender und einfacher ist, jedesmal ein Selbstporträt zu schießen statt eine Zahlenkombination einzugeben. Grundsätzlich warnen übrigens Experten für Sicherheit seit Jahren vor dem Einsatz biometrischer Daten. „Liebe“ Hacker wie beispielsweise der Chaos Computer Club decken mit ihren „Angriffen“ regelmäßig die Schwachstellen in solchen Ansätzen auf. Mastercard selbst gab bislang nur an, die jeweiligen Selfies nicht zu speichern, sondern lediglich einen speziellen Code für die Transaktion zu generieren. Für die noch etwas ferne Zukunft werden übrigens schon die nächsten Meilensteine erwartet. In den nächsten Jahren werden wir wohl über den Iris-Scan oder das Bezahlen per Herzschlag berichten.

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