Vodafone DVB-T Brief
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Maren Keller, Di, 24. Jan. 2017
in Aktuelles

Vodafone DVB-T Brief

Werbung wirkt wie ein Behördenbrief

Werbeanrufe per Telefon sind verboten. Deshalb hat sich Vodafone einen neuen Trick ausgedacht. Der bundesweit größte TV-Kabelnetzbetreiber verschickt Vodafone DVB-T Werbung per Post. Denn mit der Umschaltung auf DVB-T2 ändert sich einiges für die Fernsehzuschauer.

Und das will Vodafone für sich nutzen. Dabei hat die Werbung den Anschein, als sei sie ein Behördenbrief. Und verunsichert so vor allem ältere Menschen. Wir erklären, worum es geht und wie ihr auf einen solchen Brief reagieren solltet.

Vodafone DVB-T

Vodafone versendet gerade massenhaft Werbebriefe zum Thema DVB-T-Abschaltung und setzt damit viele TV-Nutzer unter Druck.

Vodafone DVB-T Brief im rosa Umschlag

Der Vodafone DVB-T Brief sieht auf den ersten Blick aus wie ein Behördenbrief. Denn Vodafone verschickt seinen Spam nicht im weißen Umschlag mit auffälligen Vodafone-Logos. Stattdessen kommt der Brief in unschuldigem Rosa daher und trägt lediglich den Stempel „Wichtige Hinweise zu Anschlussdiensten in Ihrem Gebäude“. Bei manch einem klingelt es jetzt schon im Hinterstübchen. Da war doch was mit Anschlüssen. Da ändert sich doch etwas. Richtig.

Umstellung auf DVB-T2

Der Fernsehempfang ändert sich. Denn DVB-T wird zugunsten des DVB-T2 abgeschaltet. Aber noch nicht für alle. Zunächst nur für diejenigen, die ihr Fernsehprogramm über DVB-T-Antenne empfangen oder digitales Kabel ohne Set-Top-Box nutzen. Ältere TV-Geräte mit Antenne zeigen wegen der Umstellung auf DVB-T2 ab Ende März 2017 kein Bild mehr.

Behaltet ihr euren alten Fernseher, könnt ihr aber eine separate Empfangsbox nachkaufen, die es für unter 50 Euro gibt. So könnt ihr dann den neuen Standard nutzen. Die Privatsender werden ihr Angebot allerdings verschlüsselt senden. Hier hilft nur ein Decoder, die es laut Stiftung Warentest ab etwa 65 Euro gibt. Für diese Programme fällt dann eine Gebühr von etwa 69 Euro an.

Die Panik, bald kein Fernsehprogramm mehr zu empfangen, steigt und das nutzen Firmen wie Vodafone, um ihre Angebote unters Volk zu bringen.

Vodafone DVB-T Brief bittet um Rückruf

Und da es Firmen nicht erlaubt ist, potenzielle Kunden anzurufen und ihr Produkte am Telefon zu bewerben, bittet Vodafone in dem Vodafone DVB-T Brief um Rückruf.  So heißt es in dem Schreiben: „Aufgrund der sukzessive durchgeführten Abschaltung des analogen Fernsehdienstes DVB-T sind immer mehr Haushalte auf eine neue TV-Versorgung angewiesen. In Ihrer Region profitieren Sie dank des Ausbaus des hochleistungsfähigen Kabel-Glasfasernetzes von neuen Möglichkeiten im Bereich des Fernsehens.“

Gut zu wissen: auch Vodafone macht Fehler. Denn DVB-T ist bereits digitales Fernsehen und kein analoges mehr. Aber am Sinn des Briefes ändert sich nichts: Vodafone möchte mit dem Werbebrief Kunden zu Vodafones Kabel-TV-Angeboten locken. Informationen verspricht eine 0800-er Rufnummer, hinter der sich die Vodafone-Hotline verbirgt.

Vodafone DVB-T Schreiben übt Druck aus

Dabei ist der Wechsel in die Kabel-Dienste von Vodafone für euch kein Muss. Ihr könnt beispielsweise auch auf das Internetfernsehen eines anderen Anbieters setzen. Und weil das auch Vodafone weiß, setzt es mit dem Vodafone DVB-T Schreiben die Empfänger unter Druck, indem es einen Termin für den letztmöglichen Anruf nennt. Zusätzlich wird der Eindruck verstärkt, das Eile geboten ist, weil zu Beginn des Briefes ein Kasten mit den Worten „wiederholter Zustellversuch“ abgedruckt ist – versehen mit einem handschriftlichen Kürzel. Hier scheint der Empfänger tatsächlich sogar schon in Verzug geraten zu sein. Dabei will Vodafone nach eigenen Angaben wohl erst 2018 komplett auf digital umstellen.

Was tun mit der Vodafone DVB-T Werbung?

Was tun mit der unerwünschten Vodafone DVB-T Werbung? Am besten schmeißt ihr sie in den Müll – so wie ihr es vermutlich mit anderen Werbeschreiben auch tut. Ob nun per Post oder per E-Mail. Unerwünschte Werbung und Spam landen im Müll. Wenn ihr noch keine Ahnung über die DBV-T-Abschaltung und ihre Folgen für euch habt, dann könnt ihr euch auf dem offiziellen Informationsportal über DBV-T2 informieren.

Und was tut Vodafone? Nachdem die Verbraucherzentrale Sachsen das Vorgehen von Vodafone kritisiert hat, hat der Anbieter die Auslieferung der Werbebriefe zunächst gestoppt, um sie zumindest zu überarbeiten. Grundsätzlich gilt: Jeder Kunde des Anbieters, aber auch jeder andere, kann jederzeit mit Vodafone Kontakt aufnehmen, um sich über neue Vertragsmodelle zu informieren. Wichtig: Entscheidet ihr euch für den Anruf, solltet ihr unbedingt die Angebote per Postversand anfordern und keine Zusagen am Telefon machen.

1 Kommentar

  1. Sigrid Erbert sagt:

    Die aggressive Drohung am Telefon schüchtert sicherlich viele Menschen ein. Gestern erhielt ich einen Anruf von „Vodafone“ .Mir wurde erklärt dass mein Fernsehanschluss abgeschaltet wird. Meinen Anbieter gibt es ja nicht mehr. Als ich 4x sagte dass ich keine Zeit habe wurde ich beschimpft und es wurde angekündigt dass heute der nächste Anruf kommen wird. Dieser erfolgte auch schon.
    Da hilft nur eins: die Gespräche nicht annehmen

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