Fahrrad-Navi-App weist den Weg
Author
Janina Kröger, Mi, 3. Jul. 2019
in Smartphone & Tablet

Fahrrad-Navi-App weist den Weg

Smartphone fährt bei Radfahrtouren am Lenker mit

Zum Feierabend lässt es sich gern einfach mal losradeln, die Gegend ist ja bekannt. Wer aber eine längere Tour durch fremdes Terrain plant, sollte sich am besten schon vorher eine Strecke überlegen. Eine Fahrrad-Navi-App leistet dabei Hilfestellung.

Was genau sind Fahrradtouren-Apps? Und was können die Radfahrer-Apps eigentlich? Wir klären auf.

Immer auf dem richtigen Weg mit Fahrrad-Navi-App

29 Prozent der Deutschen nutzen auf Reisen eine Navigationsapp. Das könnt ihr in einer Umfrage zur Nutzung von Mobile Apps auf Reisen im Jahr 2018 nachprüfen. Dabei sind die Helferlein aus dem Google Play Store oder aus Apples App Store aber nicht nur nützlich, wenn es im Auto durch die Lande geht. Denn: Eine Fahrrad-Navi-App ist auch für Radfahrer überaus praktisch.

Ihr plant, einen ganzen Tag lang auf dem Sattel zu verbringen und durch eine bestimmte Gegend zu radeln? Oder möchtet ihr sogar mehrere Tage lang aus der Sattelperspektive eine für euch unbekannte Region erkunden? Vielleicht habt ihr euch auch einen berühmten Fernradweg ausgeguckt, möchtet euch aber nicht einzig und allein auf die Beschilderung am Wegesrand verlassen? Egal, was ihr plant: Eine Fahrrad-Navi-App entpuppt sich bei solchen Vorhaben schnell als euer bester Freund.

Viele dieser Apps bieten nämlich zwei entscheidende Funktionen: Einerseits könnt ihr sie im Vorfeld als Fahrradroutenplaner zur Erstellung einer Radtour ganz nach euren Wünschen verwenden. Andererseits weisen euch die Fahrradtouren-Apps bei der Fahrt den zuvor geplanten Weg. Alles, was ihr dafür braucht, ist eine Handy-Halterung an eurem Lenker.

Zu sehen ist ein Screenshot aus dem Google Play Store, in dem 32 Fahrrad-Navi-Apps zu sehen sind. Das ist nur ein kleiner Teil alles Radfahrer-Apps. Bild: Screenshot

Im Google Play Store und in Apples App Store gibt es hunderte Fahrrad-Navi-Apps. Bild: Screenshot

Fahrrad-Navi-App – die Qual der Wahl

Ihr seid noch gar nicht auf die Idee gekommen, so eine Fahrrad-App einfach mal auszuprobieren? Prinzipiell hättet ihr dazu aber Lust? Dann sei euch gesagt: Die Wahl einer Fahrrad-Navi-App ist gar nicht so einfach. Grund dafür ist, dass es hunderte solcher Fahrradtouren-Apps gibt. Sie unterscheiden sich allerdings stark in ihren Leistungen.

Überlegt euch deshalb zuerst, welche Anforderungen so eine Radfahr-App erfüllen muss, damit sie euren Ansprüchen an einen ständigen Radlbegleiter gerecht wird. Wenn ihr euch unsicher seid, welche Fahrrad-Routenplaner-App die richtige für euch ist, hilft es, wenn ihr euch einige Fragen stellt:

Möchtet ihr einfach nur ein bestimmtes Ziel erreichen oder ist euch eine landschaftlich reizvolle Streckenführung wichtig? Möchtet ihr aus vorgeschlagenen Routen wählen oder euch Touren selbst zusammenstellen? Sollen während der Fahrt Point of Interests (POIs) angesteuert werden, zum Beispiel schöne Aussichtspunkte, nette Einkehrmöglichkeiten und Ähnliches? Und ist es wichtig, dass die App auch offline nutzbar ist, beispielsweise in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung?

Fünf Fahrrad-Navis im Vergleich

Fahrrad-Apps gibt es mit verschiedenen Schwerpunkten. Für einige ist der Weg das Ziel, für andere dagegen ist nur das Ziel selbst entscheidend; und wieder andere setzen auf den Gemeinschaftsgeist.

Wir stellen euch fünf Apps mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung einmal genauer vor.

Google Maps für das Fahrrad

Der große Vorteil an Google Maps für das Fahrrad: Jedes Kind kennt sich mit diesem Kartendienst aus, die Bedienung fällt entsprechend leicht. Wie bei der Navigation im Auto auch, gebt ihr euer Ziel einfach an, lasst euch die Route anzeigen und klickt dann über der angezeigten Routenkarte das kleine Fahrrad-Symbol an. In den Kartendetails könnt ihr nun auswählen, dass Radwege in der Kartendarstellung besonders hervorgehoben werden sollen.

Der Rest ist bekannt. Per Sprachnavigation wird euch die Google-Route gewiesen. Links, rechts, im Kreisverkehr die dritte Abfahrt nehmen. Wenn es euch einfach nur wichtig ist, euer Ziel zu erreichen, tut euch Google Maps gute Dienste. Jetzt kommt das Aber: Wenn ihr eine besonders schöne Strecke sucht oder die Strecke individuell anpassen möchtet, sind die Optionen begrenzt. Zwar könnt ihr Zwischenziele einfügen, aber je genauer ihr die Strecke selbst vorgeben möchtet, umso sperriger gestaltet sich die App.

Zusammengefasst: Google Maps für das Fahrrad eignet sich zur zielgerichteten Navigation, aber weniger für den Radausflug mit besonders schönen Streckenabschnitten und interessanten Wegpunkten. Die App gibt es sowohl für Android als auch für Apple kostenfrei.

Zu sehen ist der Fahrradroutenplaner bei Google Maps aus. Der Screenshot linkt zeigt die Auswahlmöglichkeit für Radwege; der Screenshot in der Mitte zeigt eine Route von Wremen nach Cuxhaven; der Screenshot rechts zeigt in Grün das Radwegenetz rund um Hamburg. Bild: Screenshots

So sieht der Fahrradroutenplaner bei Google Maps aus. Zu sehen sind links die Auswahlmöglichkeit für Radwege, in der Mitte eine Route von Wremen nach Cuxhaven und rechts das Radwegenetz rund um Hamburg. Bild: Screenshots

Komoot – Fahrrad-, Wander- und Mountainbike-Navi

Eine der beliebtesten Fahrrad-Routenplaner-Apps ist die Komoot-App. Mehr als 100.000 Android– und Apple-Nutzer haben ihre Bewertungen abgegeben, durchschnittlich kommt die Komoot-App auf 4,6 bzw. 4,7 Sterne.

Ihr könnt euch hier entweder eine vorgefertigte Route aussuchen, die euch zum Beispiel in den Highlights von anderen Nutzern vorgeschlagen worden ist, oder ihr plant ganz individuell und bequem am Laptop einen eigenen Routenverlauf. Und zwar unter Berücksichtigung vieler Details wie Wegbeschaffenheit, Schwierigkeit, Distanz und Höhenmetern. Anschließend kann die geplante Route samt topografischen Karten mit einem Klick auf das Smartphone übertragen werden. Dadurch habt ihr auch offline Zugriff auf die Route. Sprachanweisungen sorgen dafür, dass ihr kaum aufs Handydisplay blicken müsst.

Praktisch: Ihr könnt die Route im Fahren (um)planen, Komoot synchronisiert die Daten automatisch auf allen Geräten – allerdings nur im Online-Modus. Eigene konzipierte Strecken könnt ihr zudem anderen Nutzern zur Verfügung stellen.

Kosten: Eine erste Region könnt ihr kostenfrei nutzen. Das heißt, ihr könnt die Fahrrad-Navi-App bestens ausprobieren. Jede weitere Einzelregion kostet 3,99 Euro, das Regionen-Paket 8,99 Euro und das Komplett-Paket 29,99 Euro.

Zu sehen sind Desktop-Ansicht und Smartphone-Ansichten der Komoot-App. Die Fahrrad-Navi-App schlägt verschiedene Routen im In- und Ausland vor und navigiert per Sprachbefehle. Bild: Screenshot

Komoot ist eine der beliebtesten Fahrrad-Navi-Apps. Bild: Screenshot

ADAC Fahrrad-Tourenplaner 2019

Der ADAC ist für sein Kartenmaterial bekannt – allen voran für seinen Straßenatlas. Aber auch für Radfahrer gibt es ein entsprechendes App-Angebot. Im Google Play Store kommt die Fahrrad-Navi-App des ADACs auf 4.0 Sterne, in Apples App Store sogar auf 4,5 Sterne.

Mehr als 19.800 Radtouren stehen zur Wahl. Jede von ihnen ist ausführlich beschrieben, kommt mit topographischen Karten daher und bietet eine sprachgeführte Navigation entlang der gesamten Strecke. Wetterinfos, Höhenprofil und Bilder könnt ihr euch ebenfalls schon im Vorfeld ansehen. Per Download lässt sich das Gesamtpaket auch offline nutzen.

Für die freie Tourenplanung werden Start und Ziel eingegeben und schon schlägt die App eine für Radtouren geeignete Strecke vor. Auch eine nette Funktion: Befindet ihr euch irgendwo in einer euch unbekannten Gegend, könnt ihr per Umgebungssuche eine passende Tour finden – inklusive Anfahrtsbeschreibung.

Achtung: Die App kommt zwar insgesamt auf eine sehr gute Bewertung, die Akkulaufzeit reduziert sich allerdings sehr schnell, sobald die App mit aktiviertem GPS-Empfang läuft. Packt also besser eine Powerbank ein. Zudem ist der ADAC-Tourenplaner 2019 nicht kostenfrei, aber mit 4,99 Euro günstig zu haben.

Zu sehen sind drei verschiedenen Screenshots des ADAD Fahrrad-Tourenplaners 2019. Screenshot 1: die Startansicht; Screenshot 2: Auflistung verschiedener Radtouren; Screensho 3: Kartenansicht einer ausgewählten Tour mit eingezeichneten Wegpunkten. Bild: Screenshot

Mehr als 19.000 verschiedene Touren hat der ADAC Fahrrad-Tourenplaner Deutschland 2019 im Angebot. Die Fahrrad-Navi-App bietet viele nützliche Toureninfos und markiert interessante Wegpunkte in der Karte. Bild: Screenshot

GPSies

GPSies ist sozusagen der kostenlose Allrounder unter den Navigations-Apps. Denn: Diese Routenplaner-App hat nicht nur Fahrradfahrer im Visier, sondern auch Wanderer, Läufer, Segler und mehr. Da die App-Variante von GPSies für Android und Apple der Desktop-Variante noch hinterher hinkt, ist diese Fahrrad-Tourenplaner-App vielleicht vor allem etwas für Neulinge, die für sich schauen möchten, ob ihnen das Radfahren via Fahrrad-Navi-App überhaupt zusagt.

Die App soll es ihren Nutzern erleichtern, tolle Strecken zu entdecken und auszuprobieren. Die Planung vor der Radreise, die Navigation währenddessen und das Live-Tracking für ein späteres Anschauen der Tour – mit dieser Fahrradwege-App ist all das möglich. Alle relevanten Informationen habt ihr immer direkt auf dem Smartphone dabei. Mehr als vier Millionen Strecken in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt stehen in der größten europäischen Freizeit-Outdoor-Community zur Verfügung.

Eine Besonderheit gegenüber anderen Apps ist, dass ihr euch zwischen verschiedenen Kartendarstellungen entscheiden könnt: klassische Google-Darstellung oder doch lieber OpenStreetMap-Karte? Tipp: Die OpenStreetMap-Karten sind vor allem, wenn es um eher unbekannte Strecken geht, genauer als Google.

Zu sehen sind Screenshots von drei Smartphone-Ansichten der GPSies-App. Screenshot 1 zeigt eine Radrundtour für Mountainbike auf Teneriffa; Screenshot 2 zeigt den Routenverlauf des Berliner Mauerradwegs; Screenshot 3 zeigt die Streckensuche. Bild: Screenshot

GPSies ist eine Allrounder-App für Outdoor-Aktvitäten. Aber auch als Fahrrad-Navi-App eignet sich dieses Angebot. Bild: Screenshot

Cyclique Fahrrad Community

Unter dem Stichwort „Fahrrad App kostenlos“ ist die noch recht junge App Cyqlique Fahrrad Community ganz vorne mit dabei. Wie der Name – zusammengesetzt aus „Cycling“ für Radfahren und „Clique“ für den Freundeskreis – schon nahelegt, geht es hier sowohl um Radtouren als auch um die Gemeinschaft. Das heißt: Ihr findet mit der App nicht nur Fahrradtouren, sondern auch gleichgesinnte Radfahrer in eurer Nähe für gemeinsame Ausfahrten.

Integriert in die App sind die Routenportale GPSies und Komoot, sodass Nutzer aus einem quasi unerschöpflichen Pool an Radrouten wählen können. Der Cyclist-Feed wiederum hilft bei der Vernetzung: Per Klick nehmt ihr an bestehenden Touren in der Nähe teil, erstellt selbst Touren und ladet Mitfahrer dazu ein oder findet einen Trainingspartner für anspruchsvolle Ausfahrten.

Außerdem verfügt diese Fahrradtouren-App über nette Funktionen wie zum Beispiel Tipps und Tricks rund um das Thema Radfahren von Profis und Experten oder auch ein Flohmarkt zum Kaufen und Verkaufen von gebrauchten Fahrrad-Produkten. Verfügbar ist das Ganze kostenlos sowohl für Android als auch Apple.

Bild: Screenshot

Besonders frisch kommt die Cyclique-App daher. Mit ihr könnt ihr nicht nur Radtouren, sondern auch Mitfahrer suchen. Bild: Screenshot

Experte hilft bei Installation von Fahrrad-Navi-App

Probiert am besten einfach mal die verschiedenen Apps aus und entscheidet danach, welche der Fahrrad-Navi-Apps euch am besten gefallen hat. Grundsätzlich gilt: Die Sprachnavigation kann im Stadtverkehr oder starkem Wind manchmal schwer zu verstehen sein. In diesem Fall helfen spezielle Fahrradhelme mit integriertem Bluetooth-Lautsprecher oder auch Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer.

Solltet ihr Probleme bei der Einrichtung der Apps, der Übertragung geplanter Routen vom Rechner auf das Handy oder bei der Verbindung eines Bluetooth-Geräts mit dem Smartphone haben, meldet euch gern bei eurem PC-SPEZIALIST in eurer Nähe. Unser Technik-Experten finden schnell heraus, woran es bei der Benutzung hapert und bringt euch ins Rollen.

Unser Fachmann gibt euch auch gern Tipps zum Thema Displayschutz für Smartphone und Tablet – immerhin besteht die Gefahr, dass das Handy on Tour mal zu Boden fällt. Und im Falle des Falles, also beispielsweise wenn das Samsung-Handy auf dem Asphalt gelandet und das Display defekt ist, wissen unsere Profis natürlich ebenfalls um Rat. Und falls ihr lieber mit dem Auto verreist, findet ihr in unserem Ratgeber – wie der Name schon sagt – Google-Maps-Alternativen.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.