Vertragslaufzeit nur noch ein Jahr
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Janina Kröger, Di, 27. Aug. 2019
in Aktuelles

Vertragslaufzeit nur noch ein Jahr

Bundesregierung will Laufzeit für Handyverträge verringern

Aktualisiert am 07.10.2019

Es nervt euch, dass ihr Verträge für Handy, Internet, Strom und Co. immer direkt für zwei Jahre abschließen müsst? Dann freut euch vielleicht diese Nachricht: Die Bundesregierung denkt darüber nach, die Vertragslaufzeit auf ein Jahr zu begrenzen.

Wie die Pläne aussehen und was die Herabsetzung der Laufzeit genau bedeutet, lest ihr bei uns.

Handys kommen oft mit Vertragslaufzeit

Mehr als 74 Prozent von euch nutzen laut Statistik einen Festvertrag für das Handy. Das heißt, ihr müsst euch in Sachen Handyvertrag meistens für zwei Jahre festlegen, wahlweise gibt es ein neues Handy dazu. Und dann gilt es, die Kündigungsfrist zu beachten. Denn: Habt ihr den Vertrag bis drei Monate vor Vertragsende noch nicht gekündigt, verlängert er sich automatisch um ein weiteres Jahr.

An dieses System habt ihr euch vermutlich schon längst gewöhnt. Vielleicht ärgert es euch trotzdem gelegentlich, dass ihr vor einem Jahr euren Vertrag mit 4-GB-Datenvolumen für Summe X abgeschlossen habt und ihr heute für denselben Preis 10-GB-Datenvolumen bekommen könntet.

Wenn das der Fall ist, dämmert möglicherweise Licht am Horizont: Die Bundesregierung denkt offenbar darüber nach, die Mindestvertragslaufzeit generell auf ein Jahr zu begrenzen.

Zu sehen ist ein Hand, die mit einem Kugelschreiber einen Vertrag unterschreibt. Bild: www.pixabay.com / Andreas Breitling

Mit vielen Verträgen legt ihr euch für eine zweijährige Vertragslaufzeit fest. Bild: www.pixabay.com / Andreas Breitling

Vertragslaufzeit nicht nur bei Handyverträgen

Das Prozedere ist aber nicht nur bei Handys so üblich. Auch der Vertrag fürs Fitnessstudio, den Stromanbieter, das Festnetz und so weiter gelten meistens zwei Jahre. Umso wichtiger ist es, genau abzuwägen, welches Angebot für eure spezifischen Anforderungen am besten geeignet ist.

Aber trotz sorgfältiger Überlegung entpuppen sich viele Vertragsabschlüsse schon nach kurzer Zeit doch noch als Fehlentscheidung. Strom und Internet brauchen zwar grundsätzlich alle. Beim Fitnessstudio ist das allerdings eine ganz andere Sache. Oft ist es doch so: Ihr nehmt euch für das neue Jahr fest vor, mehr Sport zu treiben, schließt einen Fitnessstudio-Vertrag ab, haltet die ersten Wochen auch tatsächlich an dem Vorhaben fest – und dann gewinnt der innere Schweinehund wieder die Oberhand.

Das Fitnessstudio bleibt dagegen hart: Ist der Vertrag einmal abgeschlossen, kommt ihr da so schnell nicht wieder raus und müsst bis zum Ablauf der Zwei-Jahres-Frist die monatliche Gebühr für nichts und wieder nichts zahlen.

Neues Gesetz soll Vertragslaufzeit begrenzen

Wie die Tagesschau berichtet, hat das Justizministerium deshalb ein neues Gesetz im Sinn. Es trägt den Namen „Gesetz für faire Verbraucherverträge“ und sieht vor, dass die Laufzeit für Mobilfunkverträge, Fitnessstudio-Mitgliedschaften, Zeitungsabos und Co. künftig nur für ein Jahr festgelegt wird.

Der Grund dafür: Betrügerische Geschäftsmodelle, undurchsichtige Vertragsstrukturen und kalkulierte Kostenfallen seien immer noch an der Tagesordnung. In der Tat machen es euch Zwei-Jahres-Verträge schwer, zum richtigen Zeitpunkt zu einem günstigeren und attraktiveren Angebot zu wechseln. Dazu sagt Justizministerin Christine Lambrecht (SPD): „Wir werden die zulässigen Vertragslaufzeiten verkürzen und stärken so die Wahlfreiheit der Kunden.“

Parallel dazu soll auch die Vertragsverlängerung von zwölf auf drei Monate reduziert werden, wenn ihr die Kündigung eures Vertrags verschwitzt haben solltet. Bislang gibt es zu alldem aber nur einen Gesetzesentwurf und es wird noch einige Zeit dauern, bis so ein Gesetz verabschiedet werden könnte.

Zu sehen ist eine Frau, die im Schneidersitz auf dem Bett sitzt und ihr Handy bedient. Ob Sie dafür eine Vertragslaufzeit abgeschlossen hat? Photo by Oleg Magni on Unsplash

Handyverträge mit neuem Handy könnten durch die kürzere Vertragslaufzeit künftig teurer werden. Bild: www.unsplash.com / Bild: Oleg Magni

Handyanbieter sind nicht begeistert

Ihr könnt es euch denken: Telekom, Vodafone und O2 zeigen nur wenig Begeisterung für dieses Pläne. Die Telekom wiegelt laut teltarif damit ab, dass sie sowieso schon Verträge mit einer Laufzeit von nur 12 Monaten und weniger anbietet. Allerdings ist die Anschlussgebühr für solche Tarife deutlich höher als bei Verträgen mit zwei Jahren Laufzeit.

Bei Vodafone hat telecom-handel nachgefragt. Dort heißt es, Vodafone habe die Pläne zur Kenntnis genommen, sehe darin aber die Gefahr von höheren Kosten für die Verbraucher, weil die monatlichen Abschlagszahlung für mitfinanzierte Handys auf 12 anstatt zuvor 24 Monate verteilt werden müsste.

Und auch O2 argumentiert laut telecom-handel damit, dass es für diejenigen unter euch, die sich nicht für zwei Jahre festlegen möchten, genügend Alternativen wie zum Beispiel Prepaid-Optionen gäbe. O2 sieht in der möglichen rechtlichen Einschränkung ebenfalls Nachteile für die Kunden.

Neues Handy? PC-SPEZIALIST hilft!

Findet ihr die Idee für das neue Gesetz gut? Oder geht ihr davon aus, dass euch so eine verkürzte Vertragslaufzeit eher Nachteile bringen wird? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Ihr habt gerade erst einen neuen Handyvertrag abgeschlossen und euch direkt ein neues Smartphone dazu ausgesucht? Dann wartet die durchaus zeitintensive Ersteinrichtung auf euch, bevor ihr das neue Smartphone uneingeschränkt nutzen könnt. Es sei denn, ihr überlasst das Ganze einem Profi – beispielsweise einem PC-SPEZIALIST in eurer Nähe.

Mit den Service-Angeboten Smartphone-Komfort-Einrichtung und Smartphone-Startklar-Service hat unser Experte euer neues Android-Handy im Handumdrehen eingerichtet. Auf Wunsch verpasst er dem neuen Gerät mit Virenschutz und Displayschutz auch direkt einen Rundum-Schutz. Informiert euch bei Fragen am besten direkt bei eurem PC-SPEZIALISTEN – telefonisch, per E-Mail oder direkt vor Ort.

Update vom 07.10.2019

O2 ist der erste Mobilfunkanbieter, der auf die Pläne der Bundesregierung reagiert. Mit O2 You kommt schon am 8. Oktober 2019 ein neuer flexibler Tarif auf den Markt. Mit Hilfe eines Konfigurators könnt ihr eine individuelle Kombination aus Mobilfunkvertrag und O2-My-Handy-Kaufvertrag erstellen.

Dabei könnt ihr zwischen zwei Handy-Anzahlungshöhen wählen, die Dauer der Handy-Ratenzahlung bestimmen und das Datenvolumen festlegen. Der Handytarif ist monatlich kündbar, das Handy zahlt ihr unabhängig davon einfach weiter ab. Aktuell gibt es auf den schon existierenden Flex-Mobilfunktarif inklusive 10-GB-Datenvolumen einen O2-You-Rabatt.

Was haltet ihr von diesen neuen Konditionen? Könnt ihr euch so einen flexiblen Tarif für euch vorstellen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

4 Kommentare

  1. Birgitt Wißmann sagt:

    Guten Tag,
    ich habe mich bei 02 auf einen Vertrag von 7 Jahren eingelassen, also von 2017 bis 2024. Ich habe damals gar nicht darauf geachtet. Jetzt möchte ich raus aus dem Vertrag. Welche Möglichkeiten habe ich?

    1. PC-SPEZIALIST-Team sagt:

      Hallo Birgitt,

      wir sind leider nicht in Vertragsrecht spezialisiert und können dir daher keine fachkundige Auskunft geben. Am besten ist, du wendest dich an die Verbraucherzentrale, die mit solchen Fällen bereits fundierte Erfahrungen gesammelt hat.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST-TEAM

    2. Michael sagt:

      Den Anbieter anschreiben und Fragen! Bei so einem Speziellen Vertrag gibt es mit Sicherheit auch eine Lösung, und meist beruht diese auf Gegenseitigkeit. Wenn du da gleich mit dem Anwalt im ersten Kontakt drohst, wird es darauf hinauslaufen das du die 7 Jahre voll abbezahlen musst.
      Aber ich frag mich echt wie man sich auf SO einen Vertrag grundsätzlich einlässt. 24Monate sind schon echt lange, wenn es nicht um Haus oder Auto geht.

  2. Casper Pedersen sagt:

    Warum ist Deutschland 5-10 Jahren nach alle anderen.

    Internet und Handy Anbietern verlängerst automatisch Verträge mit 24 Monaten nach Vertrags Ende, oder macht es so teurer das man, um zu finanziell zu überleben, einen neuen vertrag anfangen muss….

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