Schlechte Klarna-Erfahrungen gemacht?
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Maren Keller, Mi, 22. Dez. 2021
in Aktuelles

Schlechte Klarna-Erfahrungen gemacht?

Beschwerden häufen sich nach Mahnung von Klarna

Die Beschwerden über Klarna häufen sich. Haben Sie kürzlich schlechte Klarna-Erfahrungen gemacht? Viele Leser berichten, dass sie von Klarna zur Kasse gebeten werden für ein Joyn-Abo, das sie nie abgeschlossen haben.

Ob und wie Sie aus dieser Betrugsmasche um das Joyn-Abo wieder rauskommen und warum es jeden treffen kann, erfahren Sie bei uns.

Klarna-Erfahrungen gemacht?

Aktuell läuft eine fiese Betrugsmasche mit einem Joyn-Abo. Betrüger schließen beim Videostreamingdienst Joyn demnach ein kostenpflichtiges Abonnement für eine davon nichts ahnende Person ab. Nötig ist dafür nur der korrekte Namen und die korrekte Postanschrift an – beides lässt sich von nahezu jeder Person online in einer Suchmaschine herausfinden. Die IBAN für das Konto, von dem das Joyn-Plus-Abo bezahlt werden soll, ist dagegen ebenso fingiert wie die bei der Abo-Registrierung angegebene E-Mail-Adresse. Beides denken sich die Cyberkriminellen aus und das Opfer merkt erst einmal nichts davon.

Was folgt ist klar: Der unbekannte Betrüger nutzt das Streaming-Abo, die Rechnung bekommt ein anderer. Das Problem abseits des Betrugs: Joyn hat das Eintreiben der Abogebühren an den Zahlungsdienstleister Klarna abgegeben. Und der fordert das Geld per Rechnung bzw. nach Mahnung per Inkasso-Büro ein. Für diejenigen, die die unliebsame Post erhalten, ein riesiger Schreck und vielleicht nicht die erste von vielen schlechten Klarna-Erfahrungen. In den entsprechenden Communities häufen sich auf jeden Fall die Beschwerden.

Klarna-Erfahrungen: Frau mit schreckgeweiteten Augen hält Brief und Handy in den Händen. Bild: Pexels/Mikhail Nilov

Kommt eine Mahnung ins Haus, ist der Schrecken meistens groß. Bild: Pexels/Mikhail Nilov

Klarna-Erfahrungen dank Joyn-Abo

Wenden sich Opfer nun an Klarna, weil von dort die Rechnung beziehungsweise Mahnung kommt, kann der Klarna-Kundenservice nicht weiterhelfen, ist nicht erreichbar oder verweist die Kunden zurück an Joyn. Doch der Streaming-Dienst sieht sich ebenfalls nicht in der Verantwortung. Und begründet das damit, dass Klarna als Zahlungsdienstleister beauftragt wurde, um die Abo-Gebühren einzuziehen.

Verantwortlich will für das Chaos will also niemand sein, doch ganz so einfach ist es nicht. Denn: Offenbar ist es möglich, bei Joyn ein Abo abzuschließen, indem man nur Name und Anschrift korrekt hinterlegen muss. Und Klarna überprüft offensichtlich nicht, ob die Angaben, vor allem IBAN und der E-Mailadresse, korrekt sind.

Da die IBAN falsch ist, kann Klarna die Gebühren nicht einziehen und verschickt die erste Mahnung per E-Mail. Da bei der Abo-Registrierung eine falsche E-Mail-Adresse angegeben wurde, erhält das Opfer diese Mahnung nicht, eine weitere Mahnung wird verschickt, die ebenfalls niemals ankommt. Erst die dritte Mahnung, in der en Inkasso-Verfahren angedroht wird, erhalten die Opfer per Post – und machen somit schlechte Klarna-Erfahrungen.

Kostenpflichtiges Abo abgeschlossen – und nun?

Sind Sie zum Opfer geworden und haben Sie per Mahnung von Klarna erfahren, dass Sie angeblich ein kostenpflichtiges Joyn-Plus-Abo abgeschlossen haben? Und droht Klarna bereits an, ein Inkasso Unternehmen einzusetzen, wenn Sie die Rechnung samt Mahngebühren nicht bezahlen? Wie gehen Sie jetzt am besten vor? Was machen Sie mit der Mahnung, den Mahngebühren und dem Schreiben des Inkasso-Büros COEO Inkasso, das die Gebühren eintreiben will?

Kontaktieren Sie Joyn, wird man Sie darauf hinweisen, dass der Zahlungsverkehr über Klarna geregelt ist und Joyn gar nichts machen kann. Wenden Sie sich an Klarna bekommen Sie ebenfalls keine Hilfe oder werden an Joyn zurück verwiesen.

Gehen Sie in jedem Fall zunächst zur Polizei und erstatten Sie Anzeige gegen die unbekannten Täter – das geht auch online. Lassen Sie sich auch von dem Schreiben des Inkasso-Büros nicht bange machen und zahlen Sie nicht. Schließlich haben Sie kein Abo abgeschlossen. Da es bereits mehrere Opfer gibt, werden Joyn und Klarna kurzfristig eine Lösung finden müssen.

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Weiterführende Links: Chip, PCWelt, Trustpilot, Community.joyn

3 Kommentare

  1. Angelika sagt:

    Jemand bestellte Ware über meinen Namen und meiner Adresse .Die Rechnung,1 und 2 Mahnung wurde auf eine mir unbekannte E-mail Adresse und Handynummer verschickt .Erst die 3.Rechnung erhielt ich per Post.Zwei Wochen später das Schreiben vom Inkassobüro. Trotz Rechtsanwalt und Aktenzeichen der Polizei erhielt ich keine Bestellunterlagen damit ich meine Unschuld beweisen kann.Es dauerte nervenaufraubende 6 Monate und unzählige Mails und Telefonate bis das Inkassobüro die Forderungen einstellte.Täter kann nicht ermittelt werden da die Polizei auch keine Bestellunterlagen bekommt.Der Täter kann nach wie vor fleißig über eine andere Anschrift einkaufen.

    1. PC-SPEZIALIST-Team sagt:

      Hallo Angelika!

      Vielen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen. Diese Art des Betrugs fällt unter den Begriff Cybercrime und zeigt, wie gewieft die Betrüger sind, die jede noch so kleine Lücke ausnutzen.

      Viele Grüße
      Ihr PC-SPEZIALIST-Team

  2. Klaus sagt:

    Sehr ärgerlich, wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut – das Opfer mit dem Ärger ist mal wieder der Kunde 🤮

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