Pegasus greift iPhones an
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Lena Kunikowski, Mo, 29. Aug. 2016
in Aktuelles

Pegasus greift iPhones an

iOS Update unbedingt durchführen

Hinter „Pegasus“ verbirgt sich kein sagenhaftes, geflügeltes Pferd, sondern eine neue und gefährliche Schadsoftware, die gezielt iPhones und iPads angreift. Warum Pegasus so gefährlich ist und was ihr tun könnt, um euch zu schützen, verraten wir jetzt.

Mit Pegasus wagen Hacker einen Schlag gegen Apple und nutzen gleich drei Sicherheitslücken in iOS aus, die bisher unbekannt waren. Treffen kann es sowohl das iPhone als auch das iPad.

pegasus iphone virus

Vorsicht vor Pegasus – iOS Update dringend empfohlen

Pegasus greift iOS Geräte an

Die Schadsoftware nutzt wie beschrieben drei Sicherheitslücken bei iOS Geräten aus. Eine davon liegt im Safari Browser, die beiden anderen stecken im Kern des Betriebssystems. Die Schwachstellen sind deshalb so gefährlich, weil sie in Summe einen totalen Kontrollverlust über das Gerät zur Folge haben können. Um sich mit Pegasus zu infizieren, reicht wie so oft bereits ein Klick auf die falsche Website. Dem Nutzer selbst wird das wohl nicht auffallen. Zwar schließt sich Safari danach selbst, aber dieser Fehler kommt auch so zwischendurch einmal vor. Nachdem die Schadsoftware den Weg auf das iPhone oder iPad gefunden hat, prescht sie bis in den Kernel – den Kern des Betriebssystems – vor. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt wird es richtig unangenehm.

Pegasus führt selbstständig Jailbreak durch

Die amerikanische Sicherheitsfirma Lookout beschreibt, was nach dem Download passiert. Pegasus führt selbstständig einen Jailbreak durch. Damit wird das iPhone bzw. iPad von jeglichen Einschränkungen befreit. Bedeutet: Die Männer hinter der Schadsoftware können jetzt frei über sämtliche Geräte-Einstellungen verfügen. Es ist also ein Leichtes, nun eine Spionagesoftware zu installieren und damit an all eure wichtigen Zugangsdaten zu kommen. Als Folge dessen könnten die Hacker sich in euer E-Mail, Bank- und PayPal-Konto einwählen, Zugriff auf eure Kamera erhalten, eure Anrufe mitschneiden, Nachrichten mitlesen oder auch zum Beispiel in eurem Namen einkaufen. Bislang konzentriert sich die Software zwar vor allem auf staatliche Einrichtungen, grundsätzlich kann aber auch jeder Privatnutzer damit ausgespäht werden.

Schutz vor Pegasus

Die gute Nachricht: Die Schadsoftware scheitert bislang an der aktuellen iOS Version 9.3.5. Die steht seit Ende letzter Woche zur Verfügung. Falls ihr das iOS Update noch nicht gemacht habt bzw. es euch noch nicht angezeigt wurde, geht wie folgt vor: Öffnet die „Einstellungen“ eures iPhones/iPads. Tippt dann auf „Allgemein“ und anschließend auf „Softwareaktualisierung“. Euer Gerät sucht dann nach der aktuellsten iOS Version und zeigt euch diese an. Stimmt dann nur noch den Nutzungs- und Lizenzbedingungen zu und startet die Installation. Wir empfehlen allen dringend, das Update durchzuführen. Tests haben nämlich gezeigt, dass Pegasus bei allen anderen Versionen seit iOS 7 durchkommt. Darüber hinaus gilt wie immer: Klickt niemals irgendwelche ominösen Links an, die ihr per SMS oder E-Mail von fragwürdigen Absendern erhaltet.

Ihr habt Fragen zum Thema Sicherheit beim Smartphone und Tablet? Euer PC-SPEZIALIST vor Ort hilft euch gerne weiter.

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