Amazon Preisvergleich in der Kritik
Author
Lena Kunikowski, Fr, 23. Sep. 2016
in Aktuelles

Amazon Preisvergleich in der Kritik

Vorwürfe zu Preisvergleich und Rezensionen

Der Amazon Preisvergleich steht derzeit massiv in der Kritik. Aufgrund einer intransparenten Sortierung sollen die Kunden bis zu 20 % mehr zahlen, als eigentlich nötig wäre. Auch die Amazon Rezensionen schlagen Wellen. 

Wir erklären euch, was dahinter steckt und warum ihr an vielen Stellen enorm aufpassen solltet, wenn ihr online auf Shoppingtour geht.

Amazon Preisvergleich im Kreuzfeuer der Kritik

Zahlreiche Medien berichten derzeit über das scheinbar nicht wirklich kundenfreundliche System hinter dem Amazon Preisvergleich. Hintergrund: Das Recherchen-Netzwerk ProPublica aus den USA hat sich die Sortierung von Amazon Artikel einmal genau angeschaut. Dabei kam heraus, dass in den Preisvergleichslisten scheinbar die Amazon eigenen Produkte bevorzugt dargestellt werden. Um dann aber auch an nachweislich günstigeren Artikeln von anderen Händlern vorbeizuziehen, sollen Zusatzkosten (beispielsweise für den Versand) in der Übersicht nicht mit eingepreist worden sein. ProPublica zufolge wurden in 75 % der 250 getesteten Fälle die Artikel von Amazon selbst oder engen Kooperationspartnern deutlich weiter oben angezeigt, als es der reine Preisvergleich ausgegeben hätte. Für das augenscheinlich „beste und günstigste“ Angebot auf Basis der Preisvergleichsliste zahlt der Nutzer den Recherchen nach derzeit 20 % zu viel. Im gemachten Test hätte sich diese Summe auf insgesamt 1.400 US Dollar belaufen.

amazon preisvergleich

Der Amazon Preisvergleich steht schwer in der Kritik

Vergabe der Listenplätze im Amazon Preisvergleich

Bei den Amazon Preisvergleichslisten innerhalb einer Artikelsuche verhält es sich wie folgt: Der Online-Riese hebt seine eigenen Produkte und die der „Fulfilled by Amazon“ Partner bewusst auf die oberen Plätze. Das funktioniert, indem etwaige Versandkosten in der Listenansicht nicht auf den eigentlichen Produktpreis addiert werden. Erst, wenn der Bezahlvorgang eingeleitet wird und der Einkauf abgeschlossen ist, sehen die Kunden den eigentlichen Gesamtpreis ihrer Bestellung. Das ProPublica Netzwerk spekuliert auch schon über die Hintergründe dieser fragwürdigen Politik und vermutet, dass damit die Amazon Prime Mitgliedschaft gepusht werden solle. Denn wer Prime Mitglied ist, zahlt bekanntermaßen grundsätzlich keine Versandkosten. Und genau damit rechtfertigt der Online-Händler auch die Funktionsweise des Algorithmus und gibt an, dass selbiger eben exakt für Prime Kunden konzipiert wäre.

Höhere Preise für Besserverdiener?

Das Thema Preise bei Amazon ist nicht zum ersten Mal strittig. Wie wir im April berichteten, warnte die Verbraucherzentrale davor, beim Online-Händler per App zu bestellen. Grund: App Nutzer sollen mehr zahlen als Desktop Nutzer. Besonders die Besitzer hochwertiger/teurer Smartphones und Tablets greifen den Recherchen zufolge tiefer in die Tasche als andere. Der Markt nennt das „dynamische Preisgestaltung“, wir sagen dazu: „Pfui“.

Wirbel um Amazon Rezensionen

Auch die Produkt Rezensionen sind aktuell Gegenstand einer heiklen Diskussion. Nur allzu häufig finden sich Bewertungen, die einen schalen Beigeschmack verursachen, weil sie nicht echt wirken. Amazon selbst gibt an, gegen diese so genannten Fake-Bewertungen streng vorzugehen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch die Rezensionen von Menschen, die die Artikel besitzen, wenig aussagekräftig sind – vor allem, wenn sie die Produkte als Geschenk erhielten. Ganze Werbeagenturen sind im Namen ihrer Kunden mit der Suche nach Testern beauftragt. Diese Tester erhalten den Artikel kostenlos, wenn sie sich dazu verpflichten, im Anschluss eine Bewertung abzugeben. Man spricht dann von einer Incentive Rezension. Diese Bewertungen sind zwar optisch als „Produkttester-Bewertungen“ gekennzeichnet, fließen aber wie jede „normale“ Rezension auch in die durchschnittliche Bewertung ein. Der Tool-Anbieter Review Meta hat sich die Produkttester-Bewertungen einmal genau angeschaut. Das Ergebnis: Sie machen mittlerweile ca. 20 % aller Rezensionen aus und verfälschen das Gesamtergebnis, weil in 9 von 10 Fällen die Bewertung deutlich positiver ausfällt.

Unser Tipp: Lokal und persönlich kaufen

Dem undurchsichtigen Preisvergleichs- und Bewertungsdschungel aus dem Weg zu gehen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Lasst euch doch einfach von eurem lokalen Fachhändler beraten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ihr werdet persönlich und individuell betreut, bekommt die Preise vollkommen transparent vorgelegt, profitiert von echten Erfahrungen und habt bei Problemen oder Fragen auch direkt einen Ansprechpartner zur Hand. Wir von PC-SPEZIALIST sind in diesem Zusammenhang natürlich bei allen Themen rund um Technik und IT für euch da. Und eines versprechen wir euch gern: Wir beraten grundsätzlich hersteller- und markenunabhängig. Nur so können wir euch genau das Produkt empfehlen, das am besten zu euch und euren Anforderungen passt. Informiert euch doch gleich einmal online über unsere kostenlose und flexible Kaufberatung und tragt persönlich dazu bei, dass die lokalen Händler in eurer Stadt nicht verschwinden, sondern weiter persönlich für ihre Kunden da sein können.

1 Kommentar

  1. Niklas sagt:

    Man kann ja weiterhin bei Amazon Online shoppen. Mit speziellen Tools kann man Amazon Preisverläufe einsehen. Dann weiß man, wann die Produkte grade günstig sind

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