Anonym im Internet
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Maren, Fr, 11. Jan. 2019
in PC & Notebook

Anonym im Internet

Wie ihr die Google-Spionage verhindert

Wer im Internet surft und Informationen sucht, nutzt dafür meistens Google. Das Problem: Google speichert nicht nur Suchanfragen, sondern auch viele andere Daten seiner Nutzer. Anonym im Internet surfen? Mit Google Fehlanzeige. 

Wir zeigen euch Tipps und Tricks, wie ihr unerkannt surfen könnt.

Anonym im Internet versus Datenkrake Google

Überall werden unsere Daten gespeichert. Ob beim Einkaufen an der Supermarktkasse beim Bezahlen mit Karte, bei Krankenkassen nach einem Arztbesuch oder eben auch bei der Nutzung von Google im Internet. Die aktuellste Studie von Statista über Nutzerzahlen zeigt, dass Googles Suchmaschine mit über 94 Prozent Marktanteil ganz weit vorne ist. Und somit auch ganz weit vorne, was das Datensammeln angeht.

Aber Google sammelt unsere Daten nicht nur, sondern verwendet sie auch, indem es sich die Suchanfragen merkt und entsprechende Werbung einblendet. Das kann in manchen Fällen praktisch sein, manchmal fragt ihr euch aber sicherlich auch, woher Google das Wissen hat. Und nicht selten kommt dann der Wunsch, anonym im Internet zu surfen.

Tipps, um anonym im Internet zu sein

Ihr seid es leid, dass Google so viel über euch weiß? Wie viel und was Google weiß, könnt ihr bei uns im Blog nachlesen. Ihr ärgert euch darüber, dass Google Daten sammelt, auch wenn ihr beispielsweise den Standortverlauf deaktiviert habt? Wir haben Tipps für euch, wie ihr anonym im Internet surfen könnt, so dass weniger Daten von euch gespeichert werden.

Screenshot der Seite DuckDuckGo, mit der ihr anonym im Internet surfen könnt.

Mit DuckDuckGo surft ihr anonym im Internet. Foto: Screenshot

Tipp 1: Suchmaschine DuckDuckGo nutzen

Ein Schritt, um möglichst anonym im Internet zu surfen, ist die Wahl einer alternativen Suchmaschine. Alles, was ihr bei Google ins Suchfeld eintippt, merkt sich Google. Und nicht nur das: Es wird euch passend zu eurer Suche dann auch Werbung angezeigt. Wollt ihr das verhindern, könnt ihr die Suchmaschine DuckDuckGo nutzen.

DuckDuckGo ähnelt der Google-Suche, verspricht aber gezieltere Suchergebnisse ohne jede Werbung. Der Dienst nutzt weder Tracking-Codes und Cookies, noch speichert er eure Suche. Außerdem verwendet DuckDuckGo eine SSL-Verschlüsselung und speichert keine IP-Adressen.

Tipp 2: Google-Aktivitäten löschen

Bleibt ihr der Google-Suche treu, könnt ihr trotzdem dafür sorgen, dass weniger Daten von euch gespeichert werden. Ein erster Schritt ist die Überprüfung von Meine Aktivitäten. Klickt hier links im Menü auf „Aktivitäten löschen“. Ihr könnt nun den Zeitraum auswählen. Wer alles löschen möchte, entscheidet sich für „gesamt bisher“. Unter „Alle Produkte“ sucht ihr aus, für welche Dienste das Löschen gelten soll. Wählt ihr „Alle Produkte“, werden sämtliche gespeicherte Daten gelöscht. Eure Auswahl bestätigt ihr zum Abschluss mit „Löschen“.

Zusätzlich könnt ihr auf der Übersichtsseite den Punkt „Andere Aktivitäten“ im Menü links finden. Dort gibt es weitere Verläufe wie beispielsweise eure Musiksuche bei Google Play. Klickt jeweils auf den blauen Button „Aufrufen“ und wählt links „Alle löschen“, wenn ihr sämtliche Informationen entfernen möchtet.

Der Screenshot zeigt die Seite „Meine Aktivitäten“ bei Google.

In „Meine Aktivitäten“ sind sämtliche aufgerufene Webseiten gespeichert. Foto: Screenshot

Tipp 3: Web- und App-Suche

Wenn ihr alle möglichen Daten bei Google gelöscht habt, gibt es weitere Möglichkeiten, um anonym im Internet unterwegs zu sein. Wollt ihr für die Zukunft verhindern, dass der Anbieter euch ausspioniert? Das könnt ihr tun, indem ihr die Seite Aktivitätenkontrolle​ aufruft. Hier findet ihr eine Auflistung mehrerer Dienste, unter anderem auch die Web- und App-Aktivitäten.

Hier speichert Google Informationen wir Standort, Sprache, IP-Adresse oder Artikel, die ihr gekauft habt. Schiebt ihr den Regler auf „Aus“, merkt sich Google all diese Infos nicht mehr. Wichtig: Ihr müsst einen weiteren Haken setzen, nämlich vor dem Feld „Einschließlich Chrome-Verlauf sowie Aktivitäten von Websites, Apps und Geräten, die Google-Dienste verwenden“.​

Tipp 4: Standortverlauf, Werbung und YouTube nicht speichern

In der  Aktivitätenkontrolle​ könnt ihr noch weitere Einstellungen für mehr Privatsphäre vornehmen. So könnt ihr hier auch den Standortverlauf abschalten. Google erfährt dann nicht mehr, wo ihr gestern Abend ward oder ob ihr mit dem Fahrrad unterwegs gewesen seid. Das Speichern dieser Informationen beendet ihr, indem ihr den Regler beim „Standortverlauf“ auf „Aus“ stellt.

Ebenfalls in der Aktivitätenkontrolle speichert Google, was ihr euch bei YouTube anschaut. Sucht in der Auflistung die Punkte „YouTube-Suchverlauf“ und „YouTube-Wiedergabeverlauf“ und klickt auf „Aktivitäten verwalten“. Hier könnt ihr sehen, was Google sich gemerkt hat. Wollt ihr nicht, dass Google die Daten speichert, schiebt den Schalter auf „Aus“.

Aus all den Informationen, die Google speichert, legt das Unternehmen eine Liste mit Interessensgebieten für personalisierte Werbeeinblendungen an. Unter Anzeigenpersonalisierung​ könnt ihr sehen, wie Google euch einstuft. Aber auch hier habt ihr die Möglichkeit, die personalisierte Werbung zu deaktivieren. Das könnt ihr über den Schieberegler „Personalisierte Werbung ist aktiviert“ tun.

Der Screenshot zeigt eure Google-Aktivitäten zum Thema Spracheingabe.

Womit ihr Google vollquatscht, erfahrt ihr ebenfalls in den Aktivitäten. Foto: Screenshot

Tipp 5: Sprach- und Audioaktivitäten nicht speichern

Äußerst bequem ist auch die Sprachsuche auf dem Android-Smartphone. Wer nicht mehr tippen will, kann Google fragen und bekommt das Ergebnis sofort geliefert. Google sammelt natürlich auch sämtliche Spracheingaben. Die könnt ihr euch noch Monate oder Jahre später anhören. Was ihr Google mündlich gefragt habt, verrät euch Googles Auflistung.

Klickt beim Punkt „Sprach- & Audioaktivitäten“ auf „Aktivitäten verwalten“, um zu sehen, was ihr von Google wissen wolltet. Möchtet ihr auch hier anonym im Internet sein, schiebt den Regler bei den „Sprach-& Audioaktivitäten“ auf „Aus“.

Tipp 7: Ohne Anmeldung surfen oder Inkognito-Modus nutzen

Wer ein Google-Konto hat, ist meistens beim Surfen auch eingeloggt. Google kann euch dann jederzeit zuordnen. Deshalb solltet ihr euch nur anmelden, wenn es wirklich nötig ist: Für das Lesen eurer E-Mails etwa. Allerdings erfasst Google auch dann Daten, wenn ihr nicht angemeldet seid. Diese Daten kann das Unternehmen allerdings nicht zuordnen und verknüpfen. Die Folgen davon sind gering. Ihr bekommt lediglich keine personalisierten Suchergebnisse angezeigt.

Eine weitere Möglichkeit, anonym im Internet zu surfen, ist die Verwendung des Inkognito-Modus. Wenn ihr diesen Privatmodus aktiviert, können Browserverlauf, Cookies und Webseitendaten nicht erfasst und gespeichert werden. Den Inkognito-Modus findet ihr, wenn ihr im Browser oben rechts die drei Punkt anklickt und dann „Neues Inkognito-Fenster“auswählt. Wer diesen Modus nicht wählen möchte, sollte unbedingt regelmäßig die Browserdaten löschen.

Der Screenshot zeigt die Startseite des Inkognito-Modus.

Der Inkognito-Modus schützt euch beim Surfen vor neugierigen Blicken. Foto: Screenshot

Tipp 8: Verteilt eure Aktivitäten auf mehrere Anbieter

Je mehr Aktivitäten ihr über einen einzigen Anbieter nutzt, desto mehr kann der Anbieter über euch erfahren, desto gläserner werdet ihr. Wer Gmail, Google Kalender und Google Drive nutzt, der ist für Google wie ein offenes Buch. Der Anbieter bekommt auf diesem Weg viele Informationen über euch.

Wenn möglich, dann versucht, eure Online-Aktivitäten auf unterschiedliche Anbieter zu verteilen. Ob E-Mail, Kalender oder Cloud-Dienst – es gibt Alternativen, die ihr nutzen könnt, damit Google nicht so einfach ein umfassendes Gesamtbild über euch erstellen kann.

Anonym? Auch der Staat sammelt Daten

Anonym im Internet zu surfen, ist nur eine Möglichkeit, weniger gläsern zu sein. Allerdings sammelt auch der Staat fleißig Daten. Doch dagegen gibt es immer größeres Aufbegehren. Telefonüberwachung, mehr Kameras an öffentlichen Plätzen, Staatstrojaner oder Autofahrerüberwachung  – längst nicht jeder findet solche Maßnahmen gut. Der Verein Digitalcourage geht gegen solche Überwachungsideen vor. Unter anderem verleiht er seit 18 Jahren mit dem BigBrotherAward den „Oscar gegen Überwachung“.

Wie ist eure Meinung zu diesem Thema? Ist es euch egal, was Google alles weiß oder hättet ihr lieber mehr Anonymität? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen. Übrigens: Wer surfen möchte, ohne Angst vor Datenverlust oder Virenbefall zu haben, sollte zu PC-SPEZIALIST vor Ort kommen. Wir haben ein Servicepaket für euch geschnürt, das besten Schutz bietet.

1 Kommentar

  1. Peter sagt:

    Danke für die zahlreichen Tipps, wie man Anonym surft. Ich bin ein absoluter Verfechter von Datensammlung. Allerdings muss ich auch Zugeben, dass ich häufig nach Privaten- Personen suche und diese häufig nur finde, weil Google irgendwo die Daten hinterlassen hast. Das ist beides nicht in Ordnung. Es ist ein moralisches Dilemma.

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