Wie privat ist der Inkognito-Modus?
Author
Janina Kröger, Mi, 27. Nov. 2019
in PC & Notebook

Wie privat ist der Inkognito-Modus?

Privater Modus bei Chrome und Co. steht in der Kritik

Ihr möchtet nicht, dass eure Online-Aktivitäten beobachtet und beispielsweise für gezielte Werbung verwendet werden? Ihr nutzt deswegen den Inkognito-Modus eures Browsers? Dann haben wir eine schlechte Nachricht: Im privaten Modus surfen ist nicht so anonym wie gedacht.

Wir erklären euch, was der private Modus genau ist und warum er gar nicht so privat ist.

Was ist der Inkognito-Modus?

Egal ob Chrome, Safari, Firefox, Opera oder Internet Explorer – all diese Browser verfügen mittlerweile über eine Möglichkeit, mit der ihr eure Privatsphäre schützen könnt. Die Funktion hört auf verschiedene Namen. Bei manchen Browsern ist vom Inkognito-Modus die Rede, bei anderen vom Privaten Modus oder auch Anonymen Modus. Aber wisst ihr eigentlich, was das genau ist?

Solltet ihr diese Frage mit einem „nein“ beantworten, helfen wir euch gern auf die Sprünge. Pauschal lässt sich festhalten: Der Inkognito-Modus verspricht euch mehr Privatsphäre im World Wide Web. Alles andere lässt sich nicht so einfach verallgemeinern, denn jeder Browser haucht der Funktion auf eine andere Weise Leben ein.

Da heißt es beispielsweise, dass Suchverläufe nicht mehr einzusehen sind, dass keine Informationen durch Cookies speicherbar sind oder dass keine Spuren von Daten, die ihr beispielsweise in Kontaktformulare eingebt, zurückbleiben. Das hört sich doch gut an, oder etwa nicht?

Zu sehen ist ein Fenster im Inkognito-Modus bei Googles Browser Chrome. Bild: Screenshot

So sieht der Inkognito-Modus bei Chrome aus. Bild: Screenshot

Nutzer fühlen sich im Inkognito-Modus sicher

Viele Nutzer fühlen sich sicher, wenn sie den Inkognito-Modus verwenden. Das geht aus einer Studie hervor, die die University of Chicago und die Leibniz Universität Hannover gemeinsam erarbeitet haben. Im Rahmen dieser Studie sollten 460 Studienteilnehmer eine Einschätzung zu einem fiktionalen Browser abgeben, der den Privatsphäre-Modus von 13 echten Browsern kopierte. Die Ergebnisse:

  • Knapp 56 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass der Browser ihnen keine Suchhistorie zuordnen könne.
  • Etwa 40 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Aufenthaltsort im privaten Modus geheim bleibt.
  • Circa 37 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass der private Modus ihr Surf-Verhalten vor dem Arbeitgeber verbirgt.
  • 27 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie im Privatsphäre-Modus besser vor Malware geschützt sind.
  • Ungefähr 25 Prozent der Befragten denken, dass der Inkognito-Modus die IP-Adresse verschleiert.
  • 22,6 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass der anonyme Modus ihre Aktivitäten vor der Regierung verbirgt.

Die Tendenz ist deutlich: Das Vertrauen in den Privatsphäre-Modus ist enorm. Die Frage ist allerdings, ob der Inkognito-Modus diese Erwartungen tatsächlich erfüllen kann.

Im privaten Modus surfen – ist das wirklich sicher?

Ob es wirklich sicher ist, im privaten Modus zu surfen, ist fraglich – zumindest in dem Maße, in dem es die Nutzer erwarten. Ein Beispiel liefert Google Chrome. Jedes Mal, wenn ihr in dem Browser ein neues Inkognito-Fenster öffnet, erhaltet ihr die Information, dass Google den Browserverlauf, Cookies und Websitedaten sowie Daten, die ihr in Kontaktformulare eingebt, nicht speichert. Euer Partner kann an demselben Rechner zum Beispiel nicht sehen, wenn ihr kurz zuvor ein Geburtstagsgeschenk für ihn gesucht habt.

Es ist dagegen durchaus möglich, dass Webseiten, Arbeitgeber und Internetanbieter eure Aktivitäten für die Dauer eurer Sitzung einsehen können. Erst wenn ihr das Fenster schließt, werden die Daten gelöscht, sodass ihr eure nächste Sitzung sozusagen als „unbeschriebenes Blatt“ beginnen könnt. Im Klartext heißt das, dass Webseiten-Betreiber trotz anonymem Modus euer Surfverhalten beobachten und analysieren können.

Chrome steht damit nicht allein dar. Bei Firefox und Co. sieht es nämlich ganz ähnlich aus. Die Wirkung des privaten Modus ist also äußerst beschränkt.

Inkognito surfen – so klappt es besser

Wenn ihr wirklich inkognito surfen möchtet, müsst ihr also andere Mittel und Wege nutzen. Einerseits könntet ihr eine Suchmaschine nutzen, die es in Sachen Privatsphäre genauer nimmt als etwa die Google-Suche. Damit wirbt zum Beispiel DuckDuckGo. Andererseits gibt es VPN-Anbieter. Die „Virtual Private Networks“ sind darauf ausgerichtet, beim Surfen im Internet eure Herkunft, also die IP-Adresse, zu verschleiern und den Datenverkehr zu verschlüsseln.

Ihr möchtet euch über eine VPN-Software informieren? Dann ist der PC-SPEZIALIST in eurer Nähe die richtige Anlaufstelle. Unser Fachmann klärt euch über die verschiedenen Anbieter auf und kann die Software, die euch am besten gefällt, auch direkt auf eurem Rechner installieren. Kommt am besten einfach vorbei, schreibt eine E-Mail oder ruft unseren Experten an.

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