4G-Netz: Und wie schnell seid ihr?
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Janina Kröger, Di, 18. Jun. 2019
in Smartphones

4G-Netz: Und wie schnell seid ihr?

Neue Studie zeigt 4G-Verfügbarkeit in Deutschland

Gehört ihr zur Fraktion Stadtkind oder Landei? Lebt ihr in der Stadt, könnt ihr euch in Bezug auf mobiles Internet glücklich schätzen: Eine Studie zeigt, dass die Verfügbarkeit des 4G-Netzes dort deutlich besser ist.

Wir verraten euch, wo in Deutschland die beste und schlechteste 4G-Verfügbarkeit gemessen wurde und in welcher Stadt ihr am schnellsten surft.

4G-Netz – Studie zeigt Verfügbarkeit

Gerade erst hat die Versteigerung der 5G-Frequenzen für Schlagzeilen gesorgt. Bis der neue 5G-Standard flächendeckend verfügbar ist, wird es aber noch einige Zeit dauern. Derweil müsst ihr mit 4G als aktuell schnellstem Mobilfunkstandard für mobiles Internet vorlieb nehmen. Das Problem: 4G, auch LTE genannt, ist nicht überall verfügbar – dabei gab es die ersten 4G-Angebote für Endkunden schon Ende 2010. Man kann entsprechend Vermutungen anstellen, wie schnell sich 5G verbreiten wird.

Das heißt, dass die Netzabdeckung für mobiles Internet je nach Standort variiert. Das beweist eine neue Studie von OpenSignal. OpenSignal ist eine App, die sowohl für Android als auch iOS verfügbar ist. Sie verfügt über allerlei Funktionen, die sich im Alltag als praktisch erweisen können oder die einfach nur als Hintergrundinformation gut zu wissen sind. Und welche sind das?

Mit der App könnt ihr zum Beispiel eure Internetgeschwindigkeit messen. Karten bilden ab, wo sich Handy-Antennen und WLAN-Router-Standorte befinden. Ein Kompass zeigt an, aus welcher Richtung euer Handy-Signal aktuell kommt.  Und dann – das ist besonders interessant – gibt es auch Karten, in denen die Abdeckung von 2G-, 3G- und 4G-Verbindungen dargestellt wird.

Zu sehen sind Screenshots aus der App OpenSignal. Sie zeigen, wie viel Zeit das 4G-Netz genutzt wurde, und wo sich Antennen und WLAN-Router auf der Karte befinden. Bild: Screenshots OpenSignal

Die App OpenSignal hat so manche nützliche Apps im Gepäck: Sie zeigt euch den Zeitanteil, in dem ihr das 4G-Netz nutzen konntet, oder auch, wo sich Antennen und WLAN-Router rund um euch herum befinden. Bild: Screenshots OpenSignal

Woher kommen die Informationen?

Die Informationen zur Netzabdeckung bezieht die App aus den Daten ihrer Nutzer. In den jeweiligen App-Stores heißt es dazu: „Jedes Mal, wenn du die App benutzt, trägst du dazu bei, diese [Daten; Anm. der Redaktion] zu verbessern. Mit deiner Unterstützung werden WLAN-Datenbank sowie die Abdeckungs-Karten besser und genauer.“ Der Vorteil dadurch: Während die meisten Geschwindigkeitstests unter optimierten Bedingungen messen, zeichnet OpenSignal die reale Mobilabdeckung ab.

Wer sich in Zeiten des Datenmissbrauchs Sorgen macht, wird durch die Macher der App mit dem folgenden Versprechen beruhigt: „Wir sammeln keine persönlichen Daten, sondern nur Daten rund um dein Netzwerk und Signal.“ Und genau diese Daten hat OpenSignal für die jüngst veröffentlichte Studie unter die Lupe genommen. Genauer: die Daten zum 1. Quartal 2019.

Gemessen wurde dabei der Zeitanteil, in dem Internetnutzer mit 4G-fähigem Smartphone tatsächlich eine 4G-Verbindung nutzen konnten – verteilt auf ganz Deutschland. Dabei kam heraus: In ländlichen Gegenden bleiben 4G-Nutzer ein Viertel der Zeit auf 3G- oder 2G-Netzwerken sitzen.

4G-Netz in Grüntönen

Die genaue Verteilung in Sachen 4G-Netz zeigt sich anhand einer Landkarte Deutschlands. Darin sind 401 Verwaltungseinheiten der Bundesrepublik in verschiedenen Grüntönen eingefärbt, die in fünf Abstufungen die Verfügbarkeit von 4G symbolisieren. Sie reichen von einem blassen Weiß-Grün für 0 bis 60 Prozent 4G-Verfügbarkeit bis hin zu einem satten Dunkelgrün für 90 bis 100 Prozent 4G-Verfügbarkeit.

Dabei fällt auf: Vor allem in den mit einer roten Umrandung markierten städtischen Bereiche ist das 4G-Netz mit 80 bis 90 Prozent 4G-Verfügbarkeit recht gut ausgebaut. Auch die jeweils angrenzenden Gebiete weisen in vielen Fällen eine solche Verbindungsqualität auf. Besonders rund um Köln, München, Nürnberg, Hannover und Leipzig ist dies auffällig.

Das Dunkelgrün, das für mehr als 90 Prozent 4G-Nutzung steht, kommt nur ein einziges Mal zum Einsatz: in Halle an der Saale. Dagegen gibt es trotz zunehmender 4G-Verbreitung immer noch 86 ländlich geprägte Kreise, in denen die realen Nutzerdaten weniger als 70 Prozent 4G-Verfügbarkeit ausweisen.

Zu sehen ist Deutschland; verschiedene Farbschattierungen von Grün-Tönen zeigen die Qualität des 4G-Netzes in den verschiedenen Regionen an. Städte sind mit einer roten Linie umrahmt. Bild: Screenshot / www.opensignal.com/blog/2019/06/13/germanys-rural-4g-users-still-spend-one-fourth-of-their-time-on-3g-and-2g-networks

So sieht die Landkarte des 4G-Netzes in Deutschland aus. Wo haltet ihr euch so auf? Bild: Screenshot / www.opensignal.com/blog/2019/06/13/germanys-rural-4g-users-still-spend-one-fourth-of-their-time-on-3g-and-2g-networks

Studie nennt Gewinner und Verlierer

Ein Ende gibt es natürlich an beiden Seiten der Skala – und das sind in diesem Fall sozusagen die glücklichen Gewinner und die traurigen Verlierer in Sachen schnelles, mobiles Internet.

Die Gewinner sind:

  • Halle (städtisches Gebiet): 90,2 Prozent
  • Fürth (städtisches Gebiet): 89,9 Prozent
  • Neumünster (städtisches Gebiet): 89,1 Prozent
  • Eisenach (städtisches Gebiet): 88,4 Prozent
  • Saale-Orla-Kreis (ländliches Gebiet): 88,2 Prozent

Die Verlierer sind:

  • Eifelkreis Bitburg-Prüm (ländliches Gebiet): 53,3 Prozent
  • Görlitz (ländliches Gebiet): 52,8 Prozent
  • Tuttlingen (ländliches Gebiet): 52,2 Prozent
  • Waldshut (ländliches Gebiet): 48,3 Prozent
  • Frankfurt an der Oder (städtisches Gebiet): 47,5 Prozent

4G-Netz im internationalen Vergleich

Interessant ist an dieser Stelle auch ein internationaler Vergleich der Verfügbarkeit von 4G. Dazu hat OpenSignal nämlich eine weitere Studie veröffentlicht. Auch für diese Auswertung zogen die Experten die Nutzerdaten aus den ersten 90 Tagen des Jahres 2019 als Grundlage heran. Jeden Tag, heißt es in der Beschreibung der Vorgehensweise, sammelt OpenSignal mehr als 3 Milliarden Messdaten von Millionen von Smartphones auf der ganzen Welt – und zwar dort, wo sie leben, arbeiten und reisen.

Das Ergebnis ist für eine Industrienation ziemlich mau: Von insgesamt knapp 80 Ländern schaffte es Deutschland mit durchschnittlich 76,9 Prozent lediglich auf Platz 54. Mit der Tschechischen Republik (Platz 11, 90,6 Prozent), Polen (Platz 33, 82,9 Prozent) und Bulgarien (Platz 43, 79,5Prozent) liegen weniger entwickelte Länder Zentraleuropas weiter vorn.

Und auch Länder wie Kuweit (Platz 15, 90 Prozent) oder Myanmar (Platz 31, 83,2 Prozent) lassen die Bundesrepublik hinter sich. Auf Platz 1 des Rankings liegt übrigens Südkorea mit 97,5 Prozent. Usbekistan bildet mit 49,9 Prozent das Schlusslicht.

Und wie steht’s bei euch mit dem 4G-Netz?

4G oder nicht 4G – das ist hier die Frage. Kommt ihr aus einer Großstadt und surft mit 4G-Höchstgeschwindigkeit? Lebt ihr in einem sogenannten weißen Fleck auf der 4G-Landkarte? Oder lebt ihr vielleicht auf dem Land, könnt aber trotzdem die meiste Zeit eine 4G-Verbindung nutzen?

Habt ihr überhaupt im Blick, wie schnell euer mobiles Internet ist? Vielleicht gehört ihr sogar schon zu den OpenSignal-Nutzern und habt dadurch zu der Studie beigetragen? Verratet es uns in den Kommentaren.

Falls ihr zu einem neuen OpenSignal-Nutzer werden möchtet, aber Probleme mit der Installation habt, hilft euch euer PC-SPEZIALIST vor Ort natürlich gerne weiter. Unsere Fachleute richten Smartphone, Tablet oder iPad auch komplett neu ein und installieren alle gewünschten Applikationen.

 

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