5G-Ausbau: Telekom gibt Startschuss
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Janina Kröger, Mo, 8. Jul. 2019
in Smartphones

5G-Ausbau: Telekom gibt Startschuss

5G-Tarife sind ab sofort verfügbar – Vodafone legt vor

Aktualisiert am 04.01.2022

Es geht los! Nur zwei Wochen nach dem Ende der Auktion um die 5G-Frequenzen gibt die Telekom den Startschuss für den 5G-Ausbau. Erste Geräte und passende Tarife sind ab sofort verfügbar. Bei Vodafone ist man sogar noch schneller.

Wie die Pläne der Telekom für den 5G-Ausbau genau aussehen, erfahren Sie bei uns.

5G-Ausbau steht in den Startlöchern

Es ist noch gar nicht so lange her, dass die wochenlange Auktion um die 5G-Frequenzen ein Ende gefunden hat. Um genau zu sein, gerade einmal zwei Wochen. Die Telekom und drei weitere Telekommunikationsunternehmen – nämlich Vodafone, Telefónica und Drillisch – haben sich in einem eher schleppend verlaufenden Bieterverfahren jeweils ein dickes Stück des 5G-Kuchens abgeschnitten und damit mehr als 6,5 Milliarden Euro in die Staatskasse gespült.

„Mit der Frequenzauktion haben wir das Ticket für die 5G-Zukunft gelöst. Nun wollen wir 5G möglichst schnell auf die Straße, zu unseren Kunden, bringen“, sagte Dirk Wössner, Vorstand Telekom Deutschland, jetzt bei einer Pressekonferenz. Darin gab die Telekom ihren Fahrplan für den 5G-Ausbau bekannt.

Die Vision ist ehrgeizig: Bis Ende 2019 sollen insgesamt 300 5G-Antennen an mehr als 100 Standorten gebaut und in Betrieb genommen werden; und in 18 Monaten, also Ende 2020, soll in den 20 größten deutschen Städten der schnelle 5G-Standard verfügbar sein. Zur Erinnerung: Die 5G-Mobilfunktechnik nutzt höhere Frequenzen mit kürzerer Reichweite, weshalb mehr Sendemasten benötigt werden.

Zu sehen ist eine Hand, die ein Smartphone hält. Darauf ist der Speedtest der Telekom aufgerufen. Wie der Test wohl nach dem 5G-Ausbau aussieht? Bild: PC-SPEZIALIST

Mit einem Speedtest können Sie Ihre Internetgeschwindigkeit ganz einfach testen. Wie so ein Test wohl nach dem 5G-Ausbau ausfallen wird? Bild: PC-SPEZIALIST

Wie genau läuft der 5G-Ausbau ab?

Los geht es mit dem 5G-Ausbau in Berlin und Bonn, dann folgen Darmstadt, Hamburg, Leipzig und München und danach die übrigen 14 Städte unter den Top 20. Das 5G-Netz spannt sich also zunächst um die Ballungszentren und weitet sich dann nach und nach in weniger dicht besiedelte Gebiete aus. In der Pressemitteilung der Telekom heißt es: „In diesen Ballungsräumen leben viele Menschen, die täglich unterwegs sind und besonders hohen Nutzen aus neuen 5G-Anwendungen ziehen werden.“

Parallel zum Startschuss für den 5G-Netzausbau gibt die Telekom auch den Startschuss für die ersten 5G-Ready-Tarife. Sobald der 5G-Standard verfügbar ist, werden diese Tarife automatisch auf 5G umgestellt. Noch höhere Datenraten, mehr Kapazität, kurze Reaktionszeit und höchste Zuverlässigkeit verspricht die Telekom seinen (potenziellen) Kunden. Allerdings gibt es erst einige wenige Handys auf dem Markt, die 5G-fähig sind, darunter das Samsung Galaxy S10 5G oder das Huawei Mate20 X 5G.

Und wie sieht das dann preislich aus? Ein Beispiel: Das MagentaMobil XL Special mit LTE Max bzw. je nach Verfügbarkeit 5G für unbegrenztes Surfen sowie Telefon- und SMS-Flatrate soll 84,95 Euro monatlich kosten – in Kombination mit dem Samsung Galaxy S10 5G für 899,95 Euro. Für Frühstarter gibt es einen Rabatt von 100 Euro auf das Handy.

Auch LTE steht weiter im Fokus

Vielleicht fragen Sie sich: Wie soll es mit einer flächendeckenden 5G-Verbindung klappen, wenn das LTE-Netz, sprich 4G, noch nicht einmal überall funktioniert? Eine Studie zur 4G-Verfügbarkeit hat diese kritische Frage kürzlich noch einmal untermauert. Und auch die Telekom selbst sieht hier noch Handlungsbedarf. Dirk Wössner sagt dazu: „5G ist die Zukunft. Dennoch wissen wir, dass wir auch im Bestandsnetz noch Aufgaben haben. So steht der LTE-Ausbau weiterhin voll im Fokus.“

Was bedeutet das jetzt genau? Allein in 2019 sollen noch etwa 2.000 Mobilfunkstandorte neu aufgebaut werden, um dadurch besonders im ländlichen Raum Verbindungslücken zu schließen. Nichtsdestotrotz ist der Fokus ganz auf den 5G-Ausbau gerichtet. Dazu hat die Telekom in Berlin und Bonn jeweils ein 5G-Testfeld eingerichtet, in dem Startup-Unternehmen schon seit einigen Monaten ihre 5G-Ideen ausprobieren können.

Aus den gesammelten Erkenntnissen hat die Telekom ein erstes Fazit gezogen. „5G ist die Zukunft. Dennoch wissen wir, dass wir auch im Bestandsnetz noch Aufgaben haben. So steht der LTE-Ausbau weiterhin voll im Fokus“, berichtet Claudia Nemat, Vorstand der Telekom für Technologie und Innovation.

5g-Ausbau: Mobilfunk-Sendemast. Bild: Unsplash/Dylan Carr

Weitere Mobilfunkantennen müssen her, damit auch der Ausbau von LTE weiterhin voran geht. Bild: Unsplash/Dylan Carr

Freuen Sie sich über den 5G-Ausbau?

Sie können es kaum erwarten und wollen sich direkt einen der neuen 5G-Ready-Tarife sichern? Werden Sie zu den ersten gehören oder gehören Sie eher zu den Skeptikern und gehen davon aus, dass sich der neue 5G-Standard ohnehin nicht so schnell durchsetzen und verbreiten wird? Wie stehen Sie zu der Kritik, dass Huawei nicht beteiligt werden sollte, um den Chinesen keine Hintertür für den Zugriff auf die Technologie zu verschaffen? Und wissen Sie überhaupt, mit welcher Geschwindigkeit Sie im Internet surfen? In unserem Ratgeber zur Internet-Geschwindigkeit erfahren Sie es. Verraten Sie und doch Ihre Meinung in den Kommentaren!

Vielleicht macht Ihnen das Surfen unterwegs ja gar keine Probleme, dafür klappt es aber im WLAN zuhause nicht so richtig. Dann ist PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe genau der richtige Ansprechpartner. Er hilft Ihnen bei der Router- und WLAN-Einrichtung, unterstützt Sie bei der Integration Ihres Druckers in das Netzwerk oder richtet Ihr Neugerät so ein, dass Sie in Ihrem Heimnetzwerk direkt lossurfen können.

Update vom 25.07.2019: Vodafone legt vor

Während die Telekom noch plant, hat Vodafone als erster Betreiber sein 5G-Netz bereits für Privatkunden geöffnet: Am 15. Juli in einer Pressemitteilung angekündigt, konnten Kunden, die bereits über ein 5G-fähiges Handy verfügen, schon einen Tag später im 5G-Netz surfen. Dazu wurden in 20 Städten und Gemeinden die ersten 5G-Stationen mit insgesamt mehr als 60 5G-Antennen aktiviert. Bedeutet: Flächendeckend ist 5G auch bei Vodafone noch nicht verfügbar.

Die Erfahrungen aus dem Betrieb dieser ersten Stationen will man bei Vodafone dazu nutzen, Erkenntnisse bezüglich der spezifischen Kundenbedürfnisse für den weiteren 5G-Ausbau zu gewinnen. 5G-Netz lässt sich jetzt schon in Köln, Düsseldorf, Hamburg, Dortmund und München sowie in den Gemeinden Birgland (Bayern), Lohmar (Nordrhein-Westfalen) und Hattstedt (Schleswig-Holstein) nutzen. Im August folgen Berlin, Bremen, Dresden, Darmstadt, Leipzig, Mülheim an der Ruhr und Frankfurt.

Die 5G-Option kann für monatlich 5 Euro in allen gängigen Tarifen über die MeinVodafone-App zugebucht und nach einem Monat jederzeit gekündigt werden. Einige Kunden erhalten den 5G-Zugang kostenlos.

5G-Ausbau: Schreibmaschine mit einem Zettel, beschrieben mit Update. Bild: Unsplash/Markus Winkler

Zu 5G kommen immer neue Informationen. Wir halten Sie auf dem Laufenden. Bild: Unsplash/Markus Winkler

Update 02.06.2020: Telefonica ohne Huawei

Während die meisten Netzbetreiber davon ausgehen, dass der 5G-Ausbau nicht ohne Huawei geht, weil der Ausbau sich dann verzögern und teurer werden würde, hat Telefonica jetzt eine überraschende Ankündigung gemacht: Das Unternehmen, das besser unter O2 bekannt ist, will beim Bau des 5G-Netzes ohne chinesische Bauteile auskommen. Stattdessen soll der schwedische Zulieferer Ericsson notwendige Unterstützung leisten. Markus Haas, Vorsitzender der Telefonica Deutschland, sieht darin eine „gesellschaftliche Verantwortung für eine sichere digitale Vernetzung“, schreibt bild.de. Eine Kostensteigerung erwartet er nicht, er möchte, dass O2 als „Synonym für digitales Vertrauen“ wahrgenommen wird.

Huawei ist zwar der weltweit führende Zulieferer für Mobilfunk-Technik. Dem chinesischen Konzern wird vorgeworfen, dem chinesischen Staat über Hintertüren im Programmcode seiner Geräte Zugriff auf die Technologie zu verschaffen. Beweise gibt es dafür nicht, dennoch haben sich bereits Staaten wie die USA und Australien entschieden, Huawei in ihren Netzen nicht mehr einsetzen zu wollen.

Update 06.10.2020: 5G-Tarife bei O2 buchbar

Bei O2 beginnt mit dem heutigen Tag die Vermarktung von 5G-Tarifen. Insgesamt gibt es sechs O2-Tarife, die 5G inkludiert haben, davon in vier Tarifen ohne zusätzliche Kosten. Ohne Aufpreis ist der 5G-Ready-Tarif, wenn er ab 04. Februar 2020 gebucht wurde. Bestandskunden mit anderen Verträgen können bei einer Vertragsverlängerung in den 5G-Tarif wechseln.

Weitere Tarife mit 5G sind: O2 Free L, O2 Free L Boost, O2 Free Unlimited Smart und O2 Free Unlimited Max. Alle Tarife haben wahlweise eine Laufzeit über 24 Monate oder einen Flex-Vertrag mit monatlicher Kündigungsfrist. zum Start der 5G-Tarif-Vermarktung „soll es 150 5G-Stationen von O2 in den fünf größten deutschen Städten geben. Sie sollen 9 Millionen Menschen mit 5G versorgen“, schreibt PC-Welt.

5G-Ausbau: Sendemast. Bild: Unsplash/Sigmund

Bis überall so viele Sendemaste stehen, wie nötig sind, damit 5G flächendeckend funktioniert, dauert es noch seine Zeit. Bild: Unsplash/Sigmund

Update 04.01.22: Langsamer als erwartet

Zweieinhalb Jahre ist es her, dass der 5G-Ausbau mit den ersten Sendemasten startete. Das Versprechen: moderner Technik, schnellere Reaktionszeiten und mehr Tempo. Die Realität sieht leider anders aus. Computerbild hat den Test gemacht und festgestellt: Im Schnitt waren die Tester per 5G rund dreimal so schnell unterwegs wie per LTE – und mehr als doppelt so schnell wie ein durchschnittlicher DSL-Anschluss in Deutschland.

Das höchste 5G-Tempo erreichte Testsieger Telekom mit durchschnittlich 157 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), gefolgt von Telefónica O₂ (145 Mbit/s) und Vodafone (134 Mbit/s) – per LTE waren es nur 49 bis 69 Mbit/s. Allerdings sollten im 5G-Netz Spitzengeschwindigkeiten von 500 Mbit/s und mehr drin sein – theoretisch. Weiterer Schwachpunkt: Nur in Großstädten, wo das Mobilfunknetz traditionell am besten ausgebaut ist, konnte 5G überzeugen. Im ländlichen Bereich brach das Tempo deutlich ein. Aber selbst in der am besten ausgebauten Stadt, in Leipzig, brachte 5G nicht mehr als 186 Mbit/S auf die Straße.

Dennoch: Wer in Städten wohnt und 5G nutzen kann, spürt den Geschwindigkeitsvorteil. Allerdings ist Deutschland noch weit davon entfernt, 5G flächendeckend anzubieten.

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Weiterführende Links: Telekom, Telekom, Vodafone, Bild, PCWelt, ComputerBild

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