5G-Auktion gestartet
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Maren Keller, Mi, 20. Mrz. 2019
in Aktuelles

5G-Auktion gestartet

Was bringt der neue Mobilfunkstandard?

Aktualisiert am 13.06.2019

Die 5G-Auktion ist in aller Munde. Während in Deutschland gerade der Ausbau startet, stören sich die USA an einer möglichen Beteiligung durch den chinesischen Hersteller Huawei. 

Wie die Auktion abläuft, was der neue Mobilfunkstandard bringt und welche Gewinne die Regierung durch die Auktion einstreicht, erfahrt ihr bei uns.

5G-Auktion – so ist der Ablauf

Gestern war der erste Tag der 5G-Auktion. Nach acht Runden endetet der Tag mit einem Höchstgebot von 332,5 Millionen Euro. Die Regeln der Versteigerung von Mobilfunknetzen sind in Deutschland alles andere als einfach. Die Auktion läuft folgendermaßen ab:

Die Vertreter der Unternehmen können in jeder Runde auf alle 41 angebotenen Blöcke gleichzeitig bieten. Das Mindestgebot liegt dabei je nach Frequenz und Verfügbarkeit zwischen 1,7 und 5 Millionen Euro. Spätestens nach einer Stunde endet eine Auktionsrunde. Danach gibt der Auktionator die aktuellen Höchstgebote bekannt. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis keine neuen Gebote für die 41 Blöcke eingehen oder die Unternehmen keine Bietrechte mehr haben. Um ihre Bietrechte nicht zu verlieren, müssen die Unternehmen pro Runde eine bestimmte Mindestanzahl an Geboten abgeben.

Ein kleines Männchen mit Bieterhammer symbolisiert die 5G-Auktion. Foto: Pixabay

Die 5G-Auktion ist gestern gestartet. Der Bieterwettbeweb um den neuen Mobilfunkstandard ist in vollem Gange. Foto Pixabay

Dauer der 5G-Auktion und erwartete Einnahmen

Dadurch kann sich die Versteigerung über mehrere Wochen hinziehen. So dauerte die Versteigerung der mobilen Breitband-Funkfrequenzen im Jahr 2015 drei Wochen beziehungsweise 181 Bieterrunden. Absprachen zwischen den bietenden Unternehmen sind natürlich nicht erlaubt. Deshalb überwachen Anwälte und Mitarbeiter der Bundesnetzagentur die Versteigerung.

Wieviel Geld der Staat mit der Versteigerung einnimmt, ist nicht klar. Die Versteigerung der mobilen Breitband-Frequenzen brachten 2015 fünf Milliarden Euro. Auch aktuell rechnet die Bundesnetzagentur mit Einnahmen in Milliardenhöhe. Allerdings schränkt Behördenchef Jochen Homann ein: „Wir haben kein eigenes Interesse, möglichst viel Geld zu bekommen“. Immerhin müssen die Anbieter hinterher noch genug Geld für den Ausbau des Netzes haben.

Vier Unternehmen bieten bei der 5G-Auktion mit

Für die 5G-Auktion gibt es vier Unternehmen, die mitbieten. Mit von der Partie sind die Deutsche Telekom, Vodafone (O2), Telefónica und United Internet (1&1). Die Telekom hat sogar schon begonnen, 5G-Masten aufzustellen. 50 Stück, die bereits fleißig funken, gibt es davon derzeit in Berlin. Handybesitzer können damit aber noch nichts anfangen. Allerdings haben die ersten Hersteller ihre 5G-Smartphones auf Messen wie dem MWC bereits angekündigt. 5G soll bereits im kommenden Jahr in Deutschland starten.

Seit neun Jahren gibt es bereits LTE, also 4G. Dennoch verzweifeln viele Handynutzer, weil in vielen Regionen nur E oder H zu empfangen ist. Was die einzelnen Abkürzungen bedeuten und welches Mobilfunknetz aktuell das beste ist, erfahrt ihr in unseren Blogbeiträgen über die Netzabdeckung und den Mobilfunknetz-Test. Übrigens, weltweit führend bei der Entwicklung des 5G-Standards ist der chinesische Huawei-Konzern.

Das Foto zeigt einen Sendemast. Sie werden nach der 5G-Auktion massenhaft aufgestellt. Foto: Pixabay

Die ersten 5G-Sendemasten stehen bereits. Foto: Pixabay

Welchen Nutzen bringt 5G?

Der neue Mobilfunkstandard 5G ist vor allem für Unternehmen und Industrie von Interesse. Dabei geht es in erster Linie um Vernetzung von Maschinen und Gadgets. Für euch als Endverbraucher geht um den Performance-Gewinn und um niedrigeren Energieverbrauch. Folgende Vorzüge werden genannt:

  • bis 100 höhere Datenrate als heutige 4G-Netze (also bis zu 10.000 MBit/s),
  • rund 1000fach höhere Kapazität,
  • weltweit 100 Mrd. Mobilfunkgeräte gleichzeitig ansprechbar,
  • extrem niedrige Latenzzeiten,
  • 1/1000 Energieverbrauch pro übertragenem Bit,
  • 90% geringerer Stromverbrauch je nach Mobildienst.

Um zu verdeutlichen, welche Geschwindigkeit ihr mit 5G erwarten könnt, ein Bespiel: Um einen Netflix-Film in Ultra-HD zu schauen, empfiehlt der Streaming-Dienst eine Datenrate von 25 Megabit pro Sekunde. Mit 5G wären demnach über 400 parallele Streams möglich. Allerdings reicht auch der LTE-Standard, um das tägliche Surfen mit dem Smartphone zu bewältigen. Daher ist die Latenzzeit vom 5G-Netz wesentlich wichtiger: Sie soll so niedrig sein, dass ihr Informationen in Echtzeit hin und herschicken könnt. Beispiel vernetzte Autos: Sie können sich blitzschnell gegenseitig vor Gefahren warnen.

Gefährdet 5G-Strahlung die Gesundheit?

Doch wie steht es um die Gesundheit? Die Strahlung gilt als gesundheitsgefährdend. Der Grund: Da die Reichweite der 5G-Strahlen geringer ist, müssen mehr Sendemasten aufgestellt werden, die enger zusammenstehen. Dadurch erhöht sich die Strahlung. Bereits 2017 haben 180 Wissenschaftler aus 36 Ländern in einem offenen Brief einen Ausbaustopp für 5G gefordert, bis die gesundheitlichen Auswirkungen erforscht sind. Auch am Rande der 5G-Auktion protestieren Ärzte gegen den Mobilfunkstandard. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bestätigt zwar offenen Fragen zur Gesundheitsgefährdung, negative Auswirkungen erwartet es aber nicht.

Was erwartet ihr vom neuen 5G-Mobilfunkstandard? Kommt ihr bereits in den Genuss von 4G oder dümpelt ihr in weniger leistungsstarken Mobilfunknetzen herum? Welche Hoffnungen verbindet ihr mit 5G?  Oder fürchtet ihr sogar, dass der Endverbrauchen keine Vorteile durch 5G erfährt? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen.

Update vom 13.06.2019: 5G-Auktion beendet

Die 5G-Auktion ist gestern beendet worden. Die Politik ist mit dem Ergebnis zufrieden, weil die Auktion 1,5 Milliarden Euro mehr in die Kassen gespült hat, als erwartet. Sechs Milliarden Euro mussten die vier Bieter für die Ersteigerung der 5G-Lizenzen insgesamt bezahlen.

Die Netzbetreiber sind nicht rundum zufrieden, wie ihr bei tagessschau.de nachlesen könnt. Sie halten die Auktion der nicht ausreichenden Menge an Frequenzen für kontraproduktiv, weil sie die Kosten in die Höhe getrieben habe. Dieses Geld fehle nun für den Ausbau des Netzes. Derweil freut sich der Bund über die Mehreinnahmen, die er in die Digitalisierung der Schulen stecken will.

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