Gesundheits-Apps – was können sie?
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Susanna Hinrichsen-Deicke, Di, 1. Okt. 2019
in Apps

Gesundheits-Apps – was können sie?

Ersetzt der Blick ins Smartphone den Gang zum Arzt?

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und eine neue Krankheitswelle startet durch. Egal ob auf der Arbeit, in der Schule oder Uni: Überall kreucht und fleucht es. Um sich den Weg zum Arzt zu ersparen, versprechen Gesundheits-Apps schnelle Hilfe.

Was die Apps können, wie sie funktionieren und warum nicht alles Gold ist, was glänzt, erfahrt ihr bei uns.

Gesundheits-Apps: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Gesundheits-Apps gibt es wie Sand am Meer. Laut der Versicherung Barmer gab es allein 2016 zwischen 80.000 und 90.000 Apps für iOS und Android in den Kategorien „Medizin“ und „Gesundheits und Fitness“. Und die Apps haben eine enorme Themenbreite. Ob Rückschule, Schlaf, Nikotin-Entwöhnung, Ernährung, Stressreduktion oder Fitness-Apps: Im App-Dschungel wird jeder fündig.

Doch wie steht es mit „Dr. Online“ auf eurem Smartphone? Fragt ihr Google oder nutzt ihr eine der Apps, wenn ihr euch krank fühlt? Auch hier gibt es zahlreiche größere Unternehmen, aber auch Startups, die jährlich das Angebot erweitern. Ada – Deine Gesundheitshelferin ist zum Beispiel eine solche App. Sie wurde 2016 von Ärzten, Wissenschaftlern und Ingenieuren entwickelt. Geplant ist, dass Patienten in der Notaufnahme die App erhalten, um bereits im Vorfeld einige Fragen zu Beschwerden und Krankheitsvorgeschichte zu beantworten. Die Diagnose stellen muss jedoch immer noch der Arzt selbst.

Das Bild zeigt eine Hand mit Medikamenten. Gesundheits-Apps darf man bei der Medikamentendosierung nur unter bestimmten Bedingungen glauben. Bild: Pixabay, jarmoluk

Gesundheits-Apps müssen als Medical-App qualifiziert sein, damit man sich als Patient zum Beispiel an Medikamentendosierungen halten kann. Bild: Pixabay, jarmoluk

Gesundheits-Apps sind nicht gleich Medical-Apps

Um Verbraucher bei der Wahl zu unterstützen, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Orientierungshilfe Medical-Apps veröffentlicht. Hier wird die „Grenze zwischen Wellnessanwendung und Medizinprodukt“ festgelegt, damit sowohl Entwickler Anhaltspunkte für ihr Produkt als auch Mediziner und Anwender für die Nutzung der App bekommen.

Nach der Verordnung muss das Produkt mindestens einem der folgenden Zwecke dienen:

  • Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten
  • Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchung, Ersetzung oder Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs
  • Empfängnisregelung.

Des Weiteren stellt das Bundesinstitut klar heraus, dass Anhaltsfunktionen erfüllt werden müssen. Dazu zählt die Berechnung von Medikamentendosierungen oder die Überwachung eines Patienten durch Messwerterfassung (beispielsweise den Blutzuckerspiegel).

Ihr seht: Als Medical-App eingestuft zu werden, ist nicht einfach. Es reicht nicht aus, dem Patienten nur Vermutungen über die Krankheit zu geben. Eine Medical App muss dem Patienten auch eine entsprechende Funktion liefern. Zum Beispiel bei einem erhöhten Blutzuckerspiegel Alarm schlagen, eine Dosierung vorgeben, Krankheitsbilder diagnostizieren, interpretieren und Maßnehmen ableiten.

Gesundheits-Apps: Viele schwarze Schafe

Wie bei jedem Thema gibt es auch bei der Anbieter-Vielfalt für Gesundheits-Apps viele schwarze Schafe. Und gerade beim Thema Gesundheit solltet ihr euch bewusst machen, dass ihr dem App-Anbieter damit wichtige personenbezogene Daten über euch liefert. So verratet ihr der App Symptome, deren Details ihr vielleicht nicht mal eurem besten Freund erzählen würdet. Und jetzt stellt euch einmal vor, dass ihr zu euren Symptomen personalisierte Werbung erhaltet. Lieber nicht!

Durch die strengen Richtlinien des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zählt auch fast keine App im Google Play-Store zu den klassifizierten Medical-Apps. Allerdings habt ihr euch beim Lesen wahrscheinlich auch schon gedacht, dass die Regeln das Sortiment der Gesundheits-Apps wohl deutlich einschränkt.

Das Bild zeigt einen Screenshot des Tools digimedia, das einem hilft die passende Gesundheitsanwendung für die individuellen Bedürfnisse zu finden. Bild: Screenshot, digimedia

Digimeda hilft euch, eine vertrauenwürdige digitale Gesundheitsanwendung für eure Bedürfnisse zu finden. Bild: Screenshot, digimedia

Finger weg von Gesundheits-Apps?

Als lieber die Finger von den Gesundheits-Apps lassen? Nein, das wäre voreilig. Denn wenn ihr euch für eine vertrauenswürdige Gesundheits-App entscheidet, könnte sie euch vor einem unnötigen Gang zum Arzt bewahren.

Ein hilfreiches Tool ist digimeda, eine Datenbank für digitale Medizin in Deutschland. Hier werden euch zum Beispiel Apps, Websites oder Skills für Sprachassistenten wie Alexa vorgeschlagen. Dafür gebt ihr einfach die Krankheit in das Suchfeld ein und digimeda schlägt euch eine App vor. Welche Anwendung vertrauenswürdig ist, erkennt ihr daran, dass sie ganz oben steht.

Als Faustregel für eine seriöse App, die dennoch keine Medical-App ist, könnt ihr euch merken: Alle Apps, die Gesundheitswerte aufzeichnen oder Informationen für den Arzt speichern, gelten gemeinhin als unbedenklich. Anders verhält es sich mit Apps, die Behandlungen anbieten. Denn diese sollten in jedem Fall mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Dr. Online ist nicht der Fachmann

Wie bei allen Gesundheitsfragen, solltet ihr euch bewusst werden, dass ihr euch selbst am besten kennt. Ihr wisst, ob ihr eine normale Erkältung habt, die ihr mit bekannten Hausmittelchen auskurieren könnt, oder ob es doch des Antibiotikums bedarf, weil es eben doch mehr ist als nur die kleine Erkältung.

Und Dr. Google ist sicher nicht der beste Ansprechpartner, wenn es darum geht, Diagnosen zu stellen. Häufig sind die Diagnosen wesentlich schlimmer, als sie im Endeffekt sind. Und generell gilt auch: Ein Besuch beim Arzt ist durch Technik nicht zu ersetzen.

Was haltet Ihr von Gesundheits-Apps? Vertraut ihr „Dr. Google“ oder habt ihr schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht? Vielleicht denkt ihr auch mal nicht nur an eure Gesundheit sondern auch die eures Smartphones oder eures Desktop-PCs. Euer PC-SPEZIALIST in der Nähe hilft euch dabei, einen Displayschutz anzubringen oder bei der Installation eines aktuellen Virenprogramms. und mit unserem Eins-für Alles-Paket seid ihr rundum bestens geschützt und könnt sorglos im Internet surfen.

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