Apps auf Rezept
Author
Maren Keller, Mo, 12. Okt. 2020
in Aktuelles

Apps auf Rezept

Ärzte dürfen Apps wie Medikamente verschreiben

Ein neues Gesetz macht es möglich: Ab sofort können Ärzte Apps auf Rezept verschreiben.  Dabei geht es um kostenpflichtige Apps, die zu Therapiezwecken eingesetzt werden können.

Wie das funktioniert und welche Apps bereits zugelassen sind, erfahren Sie bei uns.

Apps auf Rezept – warum?

Bereits im Mai 2019 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich darüber Gedanken gemacht, ob es nicht möglich wäre, Apps auf Rezept vom Arzt verschreiben zu lassen. Spahn schlägt Apps auf Rezept vor und dachte dabei laut FAZ vor allem an digitale Assistenten in Form von gesundheits-Apps. Konkret meinte er Tagebücher für Diabetiker, digitale Hilfen für Schwangere oder Begleithilfen psychischer Erkrankungen – Apps, die solche Möglichkeiten bieten, sollten dann von Krankenkassen bezahlt werden.

Grund für Spahns Gedanken war das „Gesetz für eine bessere Versorgung furch Digitalisierung und Innovation“ (DVG), das im Mai 2019 vom Bundesgesundheitsministerium vorgestellt wurde. Plan: Apps auf Rezept, Impfausweise und Mutterpässe digital abrufbar, Honorarkürzungen für Vertragsärzte, die sich nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) anschließen lassen.

Jetzt ist das Gesetz da. Und Sie erhalten beim nächsten Arztbesuch eventuell keine Tabletten oder andere Hilfsmittel verschrieben, sondern eine App, die ihnen helfen soll.

Wie kann die App auf Rezept helfen?

Sie fragen sich, was eine App besser kann als Tabletten? Am Beispiel des Bluthochdrucks lässt sich der Vorteil einer App prima erläutern: Um hohen Blutdruck zu überwachen, bekommen Sie Medikamente, die sie regelmäßig einnehmen. Zusätzlich verschreibt der Arzt Ihnen aber auch noch ein Messgerät mit Bluetooth-Schnittstelle und eine App, die die Daten sammelt und analysiert. Sobald Sie Ihren Arzt wieder aufsuchen, kann der Mediziner die in der App gesammelten Daten entnehmen und so Rückschlüsse auf Ihren Gesundheitszustand ziehen.

Apps auf Rezept: Smartphone und Stethoskop. Bild: Pixabay

Zwei Apps gibt es bereits auf Rezept. Die Digitalisierung macht auch beim Arztbesuch nicht Halt. Bild: Pixabay

Welches Ziel verfolgt Jens Spahn?

Was will Jens Spahn mit dem Digitalisierungsgesetz in der Medizin erreichen? Das Ärzteblatt schreibt dazu: „Mit dem Gesetzentwurf will […] Spahn sicherstellen, dass Apps, die als Medizinprodukte deklariert sind, von Ärzten verschrieben und von den Krankenkassen erstattet werden.“

Nicht zu verwechseln sind solche Apps mit unseriösen Angeboten, die ihren Kunden nur das Geld aus der Tasche ziehen. Zu nennen sind da beispielsweise Webseiten, die vorgeben, rezeptpflichtige Medikamente rezeptfrei zu verkaufen.

Wie sieht es mit der Preisgestaltung der Apps aus, die es künftig auf Rezept geben wird? Auch auf diese Frage hat das Ärzteblatt eine Antwort: „Ähnlich wie bei der Erstattung von neuartigen Arzneimitteln sollen Krankenkassen im ersten Jahr die vom App-Hersteller vorgegebenen Preise erstatten, danach werden Preisverhandlungen aufgenommen.“

Voraussetzung für Apps auf Rezept

Aber kann ein Arzt ab sofort jede App verschreiben und von den Kassen bezahlen lassen? Natürlich nicht. Welche Apps möglich sind, entscheidet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dort muss die entsprechende App ein Zulassungsverfahren durchlaufen.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig. Bislang haben 15  Entwickler den Antrag auf Zulassung gestellt. Darunter befinden sich Anwendungen für mehr Mobilität, Blutdrucküberwachung, gegen krankhaftes Übergewicht oder auch für Schlaftraining, zur Diabetesüberwachung, für psychische Gesundheit und gegen Migräne.

Zwei Apps können bereits zum Einsatz kommen, denn sie haben die Zulassung bereits erhalten. Dabei handelt es sich um Kalmeda und Velibra. Erstere hilft mit einer Verhaltenstherapie zum besserem Umgang mit Tinnitus, die zweite ist ein digitaler Psychotherapeut für Menschen mit Angst- und Panikstörungen.

Apps auf Rezept: Screenshots von zwei Apps, die auf Rezept verfügbar sind. Bild: Screenshots DiGa-Verzeichnis/Montage PC-SPEZIALIST

Diese beiden Apps haben ihre Zulassung bereits erhalten und können auf Rezept verschrieben werden. Bild: Screenshots DiGa-Verzeichnis/Montage PC-SPEZIALIST

App installieren? PC-SPEZIALIST hilft!

Eine erste Studie hat laut PC-Welt gezeigt, dass die Idee, eine App vom Arzt verschrieben zu bekommen, keine schlechte ist. Sechs von zehn Befragten könne sich vorstellen, eine solche App zu nutzen. Bei den über 65-Jährigen war sogar jeder zweite offen für diese Idee.

Sie haben ebenfalls Interesse an Gesundheits-Apps und wissen nicht, wie Sie sie auf Ihr Handy bekommen? Ihr PC-SPEZIALIST vor Ort hilft Ihnen gern mit der Software-Installation. Voraussetzung für die Erstattung der Kosten einer  kostenpflichtigen Gesundheits-App ist natürlich, dass Sie ein Rezept haben. Das kann natürlich nicht Ihr PC-SPEZIALIST einlösen, aber die Installation und Einrichtung auf dem Gerät kann er vornehmen. Nehmen Sie gern Kontakt auf, wenn Sie Fragen dazu haben.

Auch bei allen anderen Fragen rund um Ihr Handy ist ihr PC-SPEZIALIST für Sie da. Natürlich auch, wenn Sie Probleme mit Ihrem Computer, dem WLAN-Netz oder anderen Technik-Themen haben. In unserem Portfolio halten wir zahlreiche PC-Services bereit. Kennen Sie schon unser Eins-für-Alles-Paket? Es bietet großen Schutz zum kleinen Preis. Informieren Sie sich bei ihrem PC-SPEZIALIST vor Ort.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.