Houseparty in der Kritik
Author
Janina Kröger, Di, 7. Apr. 2020
in Aktuelles

Houseparty in der Kritik

Nutzer warnen vor der beliebten Videochat-App

Die App Houseparty soll euch trotz räumlicher Distanz in einer virtuellen Party zusammenbringen. Die Idee dahinter ist nicht schlecht, es hagelt allerdings Kritik von allen Seiten. Die häufigsten Kritikpunkte: Die App sei zu unausgereift, zu unsicher und zu hungrig auf eure Daten. 

Wir berichten, was Houseparty genau ist und warum die App kritisiert wird.

Was ist Houseparty?

Houseparty ist eine App, die vielen von euch durch das Kontaktverbot helfen könnte. Denn: Auch wenn ihr euch an verschiedenen Orten befindet, bringt sie euch mit euren Freunden zusammen. Die App soll nämlich laut Apples App Store und Google Play Store ein „face-to-face social network“ sein – also ein soziales Netzwerk, das auf die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht setzt.

Dabei zeigt euch eine Übersicht, welche Freunde online sind und welche Chat-Räume es gerade mit welchen Personen gibt. Ihr könnt dann auswählen, an welchem Video-Call ihr teilnehmen möchtet. Das heißt, dass ihr anders als bei WhatsApp keine schriftlichen Nachrichten-Chats als Grundlage habt, sondern die Kommunikation über Videochats mit maximal acht Personen läuft.

Und es gibt noch eine Besonderheit: In den virtuellen Videochat-Räumen könnt ihr mit euren Freunden auch Quiz- und Ratespiele wie „Wer bin ich?“ oder „Montagsmaler“ spielen. So wird das Treffen über Houseparty zu einem virtuellen Spieleabend. Verfügbar ist die Software übrigens sowohl für Smartphones, als auch für Laptop und Desktop-PC, denn es gibt auch Versionen für macOS und den Chrome-Browser.

Zu sehen ist aus der Vogelperspektive eine Frau, die mit ausgestreckten Beinen auf dem Sofa sitzt und darauf ihren Laptop hat. Auf dem Bildschirm sieht man die Anwendung Houseparty. Bild: Unsplash/Allie Smith

Alleine zuhause, aber trotzdem zusammen mit Freunden – das ist die Idee hinter der App Houseparty. Bild: Unsplash/Allie Smith

App ist aktuell sehr gefragt

In Zeiten, in denen ein direkter Austausch mit euren Freunden nicht möglich ist, scheint die App also eine gute Möglichkeit zu sein, um euch dennoch gemeinsam die Zeit zu vertreiben. Und genau deshalb ist sie momentan auch so gefragt. Sowohl bei Google als auch bei Apple hält sich Houseparty in den App-Charts hartnäckig auf den vorderen Plätzen.

Allerdings werden jetzt immer mehr Stimmen laut, die die App kritisieren. Besonders im Google Play Store hagelt es negative Bewertungen. Sehr hart gehen die Nutzer hier zum Beispiel mit den Nutzungsbedingungen ins Gericht.

Darin steht unter anderem, dass der Anbieter „den Inhalt aller Kommunikation, die über den Dienst geführt wird, einschließlich aller Ideen, Erfindungen, Konzepte, Techniken oder Know-how für die Entwicklung, Gestaltung und/oder Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen verwenden“ darf. Das würde bedeuten, dass sämtliche Chats unter Beobachtung stehen so interpretiert es zumindest ein Nutzer. Und nicht nur durch die Nutzungsbedingungen ist es mit der Privatsphäre wohl schwierig.

Nutzer kritisieren Houseparty

Ihr müsst in der Videochat-Liste nur auf einen Chat tippen und schon seid ihr Teil des Gesprächs, sofern die Teilnehmer den Chat nicht verriegelt haben. Das könnt ihr euch so vorstellen, als würdet ihr ohne Anklopfen ein Zimmer betreten. Der ein oder andere Nutzer wurde dadurch offenbar schon bei vermeintlich privaten Momenten gestört – teilweise von Personen, die sie persönlich gar nicht kennen.

Zwar müssen euch Personen, die mit euch Kontakt aufnehmen möchten, in der Regel eine Anfrage schicken, Freunde von Freunden können allerdings einfach so zu den Chats dazu stoßen. Das ist einerseits vielleicht eine gute Möglichkeit, um neue Leute kennen zu lernen, andererseits kann es dadurch aber auch zu unangenehmen Situationen kommen.

Nutzer berichten zudem davon, dass sie sehr viele persönliche Daten preisgeben müssen, um sich bei der App anmelden können. Und andere finden keine Möglichkeit, ihre Houseparty-Konten wieder zu löschen. Und wieder andere schreiben, dass sogar ihre Instagram-Konten durch Houseparty gehackt und Bankdaten abgegriffen worden sind.

Stimmen die Vorwürfe?

Aber stimmen diese Vorwürfe? Der Anbieter ist sich sicher, dass es sich dabei um eine bezahlte Schmutzkampagne von Konkurrenten handelt, die neidisch auf den Erfolg von Houseparty sind. In einem Twitter-Post schreibt er: „Wir untersuchen Hinweise, dass die jüngsten Hacking-Gerüchte durch eine bezahlte, kommerzielle Rufmordkampagne verbreitet wurden, um Houseparty Schaden zuzufügen.“ Es wird sogar eine Belohnung für denjenigen ausgesetzt, der einen Beweis dafür liefern kann!

An den krassen Nutzerbedingungen lässt sich jedenfalls nicht rütteln. Immerhin könnt ihr sie – zumindest auf Englisch – auf der Internetseite von Houseparty einsehen. Was denkt ihr zu den Vorwürfen? Habt ihr mit der App schon Erfahrung gemacht? Lasst es uns in den Kommentare wissen!

Übrigens: Solltet ihr – über Houseparty oder nicht – Opfer eines Hackerangriffs geworden sein oder euch einen Virus eingefangen haben, hilft euch der PC-SPEZIALIST in eurer Nähe gern weiter. Zum Beispiel mit einer Virenentfernung oder der Installation eines Virenschutzes. Nehmt per Telefon oder E-Mail Kontakt auf und informiert euch.

2 Kommentare

  1. Philipp Kemmer sagt:

    Ich nutze die App mit Freunden und habe vom hacking einer Bekannten meines Kollegen gehört und direkt nach Infos darüber gesucht. Bei ihr wurden wohl Instagram, Zalando und Netflix gehackt und der Zugang komplett geändert, sogar der Benutzername/E-Mail.
    Kann man dies einschränken, indem man bei Android die Rechte der App auf Kamera und Mikrofon einschränkt oder worauf muss man denn achten, um die App trotzdem nutzen zu können? Es gibt ja leider keine guten Alternativen um mit bis zu 8 Leuten in guter Qualität und Funktion zu sprechen.

    1. PC-SPEZIALIST-Team sagt:

      Hallo Philipp,

      es obliegt natürlich ganz allein dir, ob du die App weiter nutzen möchtest. Vor den Risiken haben wir ja in unserem Blog gewarnt und ebenso gesagt, dass die Nutzungsbedingungen nicht nur hinsichtlich der Privatsphäre fragwürdig sind.
      Ob du mit deiner Theorie bzgl. der Berechtigungen Recht hast, können wir dir aber nicht konkret sagen – wir können es selbst hier nicht testen. Wir vermuten allerdings, dass du dann natürlich auch viele Funktionen der App nicht mehr nutzen kannst.
      Letzten Endes ist es so: Du entscheidest, ob du die App weiter nutzen möchtest.

      Viele Grüße
      Dein PC-SPEZIALIST-Team

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