Videocall mit Freunden
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Janina Kröger, Mi, 22. Apr. 2020
in Tipps

Videocall mit Freunden

Mit diesen Tools verständigt ihr euch trotz Distanz

Ihr möchtet trotz räumlicher Distanz eure Freunde, Verwandten oder Kollegen sehen und mit ihnen sprechen? Über einen Videocall ist das problemlos möglich. Aber welches Videochat-Tool ist das richtige für euch und eure Zwecke?

Wir stellen euch die beliebtesten Anwendungen vor und nennen ihre Vor- und Nachteile.

Kontakt halten per Videocall

Seid ihr für ein Auslandssemester fern der Heimat? Ihr wohnt von euren Angehörigen weit entfernt? Euer Kollege arbeitet an einem anderen Standort? Oder seid ihr aktuell an eure vier Wände gefesselt? Es gibt viele Gründe, weshalb ihr von Freunden, Verwandten oder Kollegen räumlich distanziert sein könnt. Aber was ist, wenn ihr trotzdem Kontakt zu ihnen halten möchtet? Und was ist, wenn ein simpler Anruf kein Gefühl der Nähe aufkommen lässt und euch der Blick in das Gesicht eures Gesprächspartners fehlt?

Die Lösung dafür ist der Videocall. Damit könnt ihr die Person, mit der ihr sprecht, auch gleichzeitig sehen. Ihr könnt an der Mimik ihre Reaktion ablesen; Absprachen lassen sich viel schneller oder direkter treffen, als wenn ihr eine Textnachricht schicken würdet. Und letztendlich ist der Videocall des nächstbeste Mittel, wenn ihr nicht die Möglichkeit habt, euren Lieben oder auch Bekanntem in der Realität gegenüberstehen zu können.

Zu sehen ist ein Mann, der mit einem Laptop auf dem Schoß auf dem Sofa sitzt. Er will einen Videocall starten. Bild: Unsplash/imgix

Ob Laptop, Handy oder Tablet: Einen Videocall könnt ihr mit allen Geräten machen. Bild: Unsplash/imgix

Die beliebtesten Tools für Videocalls

Es gibt verschiedene Anwendungen für Videocalls, von denen jede ihre Vor- und Nachteile hat. Manche funktionieren nur auf dem Handy richtig gut, andere lassen nur eine geringe Zahl an Teilnehmern zu und wieder andere sollen in Bezug auf ihre Sicherheit mit Vorsicht zu genießen sein.

Wir haben neun Tools für euch herausgesucht, die momentan am beliebtesten sind und vermutlich auch von vielen eurer Bekannten genutzt werden. Aber was sind ihre individuellen Vorteile? Und welche Nachteile müsst ihr bei der Wahl des für euch richtigen Videocall-Tools berücksichtigen? Zu jeder der neun von uns ausgewählten Anwendungen geben wir euch im Folgenden einen kurzen Überblick.

1. Skype

Skype ist das Urgestein unter den Videocall-Tools. Es gibt die App nämlich schon seit 2003. Auf vielen Handys ist sie schon vorinstalliert, sodass ihr sicherlich schon davon gehört und die App vermutlich auch schon verwendet habt.

Seit einiger Zeit gehört Skype zu Microsoft, ist aber weiterhin kostenlos erhältlich. Die App gibt es für Windows, macOS, Android und iOS. Ihr könnt über Skype mit bis zu 50 Teilnehmern videotelefonieren. Außerdem könnt ihr Textnachrichten und Dateien versenden und euren Bildschirm für andere Teilnehmer freigeben. Das ist nützlich, wenn ihr in einem Videocall mit Kollegen etwas zeigen möchtet. Manche Nutzer kritisieren allerdings, dass die Bedienung von Skype nicht so einfach ist. Für ältere Verwandte haben wir daher einen Leitfaden für Videoanrufe erstellt.

Um Skype nutzen zu können, musstet ihr bisher ein kostenloses Microsoft-Benutzerkonto anlegen. Das ist mit der Einführung von Skype Meet Now nicht mehr notwendig. Ihr müsst auch nichts herunterladen, sondern könnt Meet Now direkt im Browser verwenden, alle Funktionen stehen auch hier zur Verfügung.

Zu sehen ist ein Laptop, auf dem ein Videocall über Skype mit drei Teilnehmerinnen läuft. Bild: Screenshot Skype

Skype ist der Klassiker unter den Tools für Videocalls. Bild: Screenshot Skype

2. Zoom

Zoom ist eigentlich für Unternehmen entwickelt worden. Seit der Corona-Krise entdecken aber auch immer mehr Privatpersonen das Tool für sich. Hier ist es möglich, mit bis zu 100 Personen gleichzeitig per Video zu telefonieren, maximal 49 von ihnen könnt ihr euch dabei im Video einblenden lassen. Wenn ihr mögt, könnt ihr eure eigentliche Umgebung durch einen virtuellen Hintergrund ersetzen, sodass niemand in eure Wohnung blicken kann.

Das Tool ist an sich zwar kostenlos. Allerdings sind die Gespräche in der Gratisversion auf maximal 40 Minuten begrenzt. Wenn ihr mehr Redebedarf habt, müsst ihr entweder die kostenpflichtige Variante wählen oder mit kurzen Unterbrechungen leben.

Das einzige Problem ist, dass die rasant gestiegenen Nutzerzahlen auch Hacker auf den Plan gerufen haben. Als Trolle schalten sie sich in Videocalls ein und teilen ihre Bildschirme mit unschönen Inhalten. Dafür hat sich auch schon ein Name gefunden: Zoombombing. Wenn ihr ein paar Tipps einhaltet, könnt ihr Zoom aber trotzdem relativ sicher nutzen.

Zu sehen sind ein PC und ein Handy-Bildschirm, auf denen das Tool Zoom verwendet wird. Bild: Screenshot Zoom

Neben Videocalls bietet Zoom auch Chat-Funktionen. Bild: Screenshot Zoom

3. WhatsApp

Ihr könnt über WhatsApp nicht nur Textnachrichten an Einzelpersonen und Gruppen versenden, sondern auch videotelefonieren. Da 58 Millionen Deutsche WhatsApp täglich nutzen, könnt ihr ziemlich sicher sein, dass ein potenzieller Gesprächspartner die App sehr wahrscheinlich ebenfalls nutzt.

Ein Nachteil: Videocalls über WhatsApp funktionieren nur auf dem Handy, auf dem Laptop dagegen nicht. Einen weiteren Nachteil will WhatsApp bald beheben: Bisher war die Teilnehmerzahl auf vier Personen begrenzt, das soll sich laut WABetaInfo aber bald ändern. In der Betaversion sind wohl schon Gruppenanrufe mit bis zu acht Personen möglich. Wann diese Erweiterung für alle Nutzer ausgerollt wird, ist aktuell noch nicht bekannt.

WhatsApp hat die Durchführung von Gruppenanrufen übrigens kürzlich vereinfacht. Habt ihr einen Gruppenchat geöffnet, findet ihr jetzt oben rechts einen Telefonhörer. Tippt ihr darauf, könnt ihr die Personen aus der Gruppe auswählen, mit denen ihr sprechen möchtet. Über Icons mit Hörer oder Videokamera könnt ihr dann einen Sprachanruf oder Videocall starten. Auch für WhatsApp-Videoanrufe mit Senioren haben wir einen Leitfaden erstellt.

Zu sehen sind zwei Handys - auf dem einen läuft ein Videocall über WhatsApp, auf dem anderen ein normaler Sprachanruf. Bild: Screenshot WhatsApp

Videocalls über WhatsApp sind besonders praktisch, weil fast jeder die App schon nutzt. Bild: Screenshot WhatsApp

4. Facebook

Facebook hat seit neuestem zwei Lösungen für Videocalls parat. Einerseits ist da der Facebook Messenger (Android/iOS), den ihr nur nutzen könnt, wenn ihr Facebook-Mitglied seid. Für einen Videoanruf öffnet ihr innerhalb des Messengers einen Chat mit einer Person oder einer Gruppe und tippt dann auf das Kamera-Icon. Das funktioniert auf Handys, Tablets und über die Desktop-App. Bis zu 50 Personen können an einem Videocall teilnehmen. Allerdings sind nur sechs von ihnen im Videoausschnitt zu sehen.

Die größten Nachteile: Die Funktion von Videochats ist nicht weltweit verfügbar, sodass ihr mit Freunden, die sich sozusagen im falschen Land befinden, nicht videotelefonieren könnt; zudem sind vor allem viele junge Leute nicht bei Facebook angemeldet, weshalb der Facebook-Messenger für einen Familien-Videochat mit mehreren Generationen ist Facebook oft nicht die erste Wahl ist.

Jetzt hat Facebook aber noch ein weiteres Angebot: Rooms. Das funktioniert ohne Zeitlimit, ohne Werbung und ohne Mitgliedschaft bei Facebook. Ein Einladungs-Link reicht zur Teilnahme. Mehr dazu lest ihr in unserem Beitrag zu Facebook Rooms.

Zu sehen sind ein Objektiv und ein Handy auf einem Tisch. Auf dem Display ist der Facebook-Messenger zu sehen, über den ein Videocall möglich ist. Bild: Unsplash/Daniel Korpai

Auch über den Facebook Messenger sind Videocalls möglich. Bild: Unsplash/Daniel Korpai

5. FaceTime

Die schlechte Nachricht vorweg: FaceTime ist nur für Apple-Nutzer verfügbar. Daran schließen sich aber auch schon die positiven Nachrichten an. Auf Apple-Geräten ist die App bereits vorinstalliert, ihr müsst sie also nicht erst herunterladen. Ihr könnt über die FaceTime-App nach Gesprächspartnern suchen, habt aber auch die Möglichkeit, in die Kontakte zu gehen und darüber Personen zu finden. Hier wird euch dann angezeigt, ob der jeweilige Kontakt FaceTime hat. Ein Tipp auf das Kamera-Symbol startet den Videochat.

An Gruppenanrufen können bei FaceTime bis zu 32 Personen teilnehmen. Der jeweilige Sprecher wird im Bild optisch hervorgehoben. Lustig: Ihr könnt über die Taste für Effekte euer Gesicht während des Videoanrufs auch mit eurem personalisierten Memoji oder einem anderen Emoji überdecken. Ihr könnt es später wieder entfernen oder durch ein anderes Bildchen ersetzen.

Außerdem bietet FaceTime die Option von Live-Photos. Innerhalb des Videos tippt ihr dazu auf die Auslösertaste und schon ist das Bild in der Fotos-App hinterlegt.

Zu sehen sind ein iPhone und ein iPad. Auf beiden läuft ein Videocall über FaceTime. Bild: Screenshot Facetime

So sieht ein Videocall über FaceTime aus. Bild: Screenshot Facetime

6. Google Duo

Auch Google hat eine kostenlose App für Videoanrufe im Angebot – Google Duo (Android/iOS). Um Duo auf dem Handy nutzen zu können, müsst ihr die App einfach nur herunterladen. Möchtet ihr Duo aber zusätzlich auch auf dem Computer oder Tablet nutzen wollen, benötigt ihr dazu ein Google-Konto. An einem Videocall können bei Google Duo bis zu zwölf Personen gleichzeitig teilnehmen.

Viele Nutzer sind der Meinung, dass die Qualität der Videoanrufe bei Google Duo besonders gut ist. Es gibt zum Beispiel auch einen Modus für wenig Licht. Zudem ist die App sehr einfach gestaltet, sodass auch technisch nicht so versierte Personen gut damit klar kommen.

Eine nicht so verbreitete Funktion: Falls ihr selbst gerade keine Zeit habt oder eure Freunde nicht drangehen, könnt ihr bei Duo auch eine Videonachricht schicken und sie mit Effekten ausstatten. Und dann gibt es noch die Kuckuck-Funktion, die euch bei eingehenden Videoanrufen eine Vorschau anzeigt.

Zu sehen sind ein Tablet und Handy, ein Mann und eine Frau nutzen darauf einen Videocall. Bild: Screenshot Google Play

Google Duo hat Videocalls mit bis zu zwölf Personen im Angebot. Bild: Screenshot Google Play

7. Microsoft Teams

Eigentlich ist Microsoft Teams ein Tool für die Businesswelt. Es ist dazu ausgelegt, auch bei räumlicher Distanz zwischen den Kollegen die Teamarbeit so einfach wie möglich zu gestalten. Herzstück sind dabei die Chatfunktion und die Möglichkeit von Videokonferenzen.

Bis vor kurzem war Teams nur als Teil der Office-Business-Pakete erhältlich. Zu Beginn der Corona-Krise hat Microsoft das Tool dann für jeden frei verfügbar gemacht – zumindest bis 2021. Mit der Umbenennung von Office 365 zu Microsoft 365 ist Teams aber seit dem 21. April 2020 auch für Privatkunden erhältlich, allerdings in einer etwas abgespeckten Version.

Microsoft wirbt damit, dass bis zu 10.000 Personen an einem Videocall teilnehmen können. So viele Freunde, Bekannte und Verwandte werdet ihr höchstwahrscheinlich gar nicht haben. Damit ihr nicht zu private Einblicke gebt und niemand in eure Wohnung blicken kann, könnt ihr den Hintergrund weichzeichnen lassen. Dabei könnt ihr Teams auf so ziemlich jedem Endgerät nutzen.

Zu sehen ist ein Mann am Schreibtisch. Er tätigt einen Videocall mit einer Frau über Microsoft Teams. Bild: Screenshot Microsoft

Microsoft Teams ist jetzt auch für Privatleute verfügbar und bietet ebenfalls die Möglichkeit von Videocalls. Bild: Screenshot Microsoft

8. Webex

Auch Webex ist eigentlich eine kostenpflichtige Software für Unternehmen. Es gibt auch einen Gratis-Tarif, der aktuell bis zu 100 Gesprächspartner per Videocall miteinander verbinden kann. Waren bis zur Corona-Krise maximal 40 Minuten Gesprächszeit erlaubt, gibt es aktuell keine Beschränkung mehr.

Wie bei Skype oder Microsoft Teams könnt ihr auch über Webex euren Bildschirm zeigen, wenn ihr beispielsweise mit einem Kollegen oder einem Kommilitonen aus der Uni sprecht und ihm etwas in einem Dokument zeigen möchtet. Webex hat aber noch viele weitere Funktionen, darunter die Möglichkeit, den Termin für einen Videocall zu planen.

Es gibt die Software für Windows, macOS, Android und iOS. Ihr müsst sie aber nicht unbedingt herunterladen oder euch registrieren, sondern könnt Webex einfach im Browser verwenden oder euch mit dem Handy einwählen, wenn ihr beispielsweise zu einem Videocall eingeladen seid.

Zu sehen ist eine junge Frau mit Handy und In-Ear-Kopfhörern. eingeblendet ist auch ein Display mit einem Webex-Videocall. Bild: Screenshot Webex

Über Webex könnt ihr an Videocalls teilnehmen, ohne euch vorher registrieren zu müssen. Bild: Screenshot Webex

9. Houseparty

Houseparty (Android/iOS) ist eine untypischere App für Videocalls. Sie setzt in erster Linie auf die digitale Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Dabei können sich maximal acht Personen über einen Videocall verbinden. Die Anwendung ist sowohl für Handy und Tablets als auch Computer und Laptops verfügbar.

Ungewöhnlich ist, dass ihr die Teilnehmer nicht unbedingt persönlich kennen müsst – es reicht, wenn sie der Kontakt eines Kontaktes sind, damit sie sich in einen Videocall einklinken können. Das sorgt zwar für neue Bekanntschaften, kann aber auch zu unangenehmen Begegnungen führen. Eine weitere Besonderheit: Ihr könnt mit euren Freunden in den virtuellen Videochat-Räumen auch Quiz- und Ratespiele wie  „Wer bin ich?“ oder „Montagsmaler“ spielen.

Die App ist aktuell sehr gefragt, es ist allerdings Vorsicht geboten: Ihr müsst ziemlich viele persönliche Daten hergeben, damit ihr die App nutzen könnt. Manche Nutzer konnten ihre Konten nicht wieder löschen, andere berichten davon, über die App gehackt worden zu sein. Mehr dazu lest ihr in unserem Houseparty-Blogbeitrag.

Zu sehen ist ein Mac-Desktop mit einem Houseparty-Videocall. Bild: Screenshot Houseparty

Videocalls über die App Houseparty sind etwas ungewöhnlicher. Bild: Screenshot Houseparty

Videocall sicher nutzen

Habt ihr euch schon entschieden, welches der Tools für Videocalls ihr nutzen möchtet? Vielleicht habt ihr das ein oder andere auch schon ausprobiert? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Damit ihr bei der Nutzung von Videocalls sicher seid, solltet ihr die Anwendungen grundsätzlich nur aus den App-Stores von Apple und Android oder auf den offiziellen Hersteller-Webseiten herunterladen. Ihr müsst einen Account anlegen? Dann wählt dafür ein sicheres Passwort. In unserem Ratgeber über Passwortsicherheit, erfahrt ihr, wie ein sicheres Passwort aussieht. Nehmt am besten nur Videoanrufe von Personen an, die ihr auch kennt. Und nach Möglichkeit telefoniert ihr von zuhause aus – also aus einem gut geschützten Netzwerk.

Bei der Netzwerksicherheit kann euch übrigens der PC-SPEZIALIST in eurer Nähe behilflich sein. Er kümmert sich gern um die WLAN-Einrichtung in euren vier Wänden und sichert das Netzwerk auch so gut wie möglich ab. Ruft ihn an oder schreibt ihm eine Mail, um weitere Details zu erfahren.

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