Elektronischer Personalausweis
Author
Janina Kröger, Mi, 15. Jul. 2020
in Verschiedenes

Elektronischer Personalausweis

Was funktioniert die Online-Ausweisfunktion?

Aktualisiert am 18.09.2020

Elektronischer Personalausweis kommt mit Online-Funktion – das ist eine Nachricht, die im Jahr 2010 neu war. Durchgesetzt hat sich der Online-Personalausweis bis heute noch nicht. Oder habt ihr ihn schon einmal genutzt?

Welche Online-Funktionen die eID hat und wie die Aussichten sind, erfahrt ihr bei uns.

Elektronischer Personalausweis – schon genutzt?

Vielleicht erinnert ihr euch noch dunkel daran, dass ihr, als ihr zuletzt einen neuen Personalausweis abgeholt habt, dabei auch einen Informationszettel zur Online-Funktion erhalten habt. Aber habt ihr euch anschließend auch damit befasst und die sogenannte eID – so die Abkürzung für „electronic identity“ – sogar schon einmal genutzt? Vermutlich eher nicht.

Das liegt dann wohl daran, dass es in Deutschland noch nicht allzu viele Möglichkeiten gibt, den Online-Ausweis zu nutzen. Allerdings wollen Bund und Länder jetzt richtig loslegen und bis zum Jahr 2022 mehr als 500 Verwaltungsleistungen auch online anbieten – angefangen beim Antrag für einen Personalausweis bis hin zum Antrag auf Elterngeld. Dieses Vorhaben soll durch das Onlinezugangsgesetz realisiert werden.

Ob dabei wohl Estland als Vorbild genommen wird? Dort ist man in Sachen Digitalisierung schon deutlich weiter. 99 Prozent aller staatlichen Verwaltungsleistungen laufen dort vollkommen im Netz ab. 3.000 Dienstleistungen können die Estländer bequem online erledigen. Nicht schlecht, oder?

Zu sehen sind Vorder- und Rückseite des Personalausweises mit Erklärungen. Es geht um das Thema elektronischer Personalausweis. Bild: BMI

So ist der Personalausweis aufgebaut. Und wie funktioniert unser elektronischer Personalausweis? Bild: BMI

Elektronischer Personalausweis mit wenigen Funktionen

Welche Funktionen unser elektronischer Personalausweis jetzt schon hat, lässt sich nicht so einfach zusammenfassen. Das Problem: Jedes Bundesland, sogar jede Kommune, kocht in Sachen Personalausweis-Online-Funktion ihr eigenes Süppchen. Das könnt ihr online beim Personalausweisportal sehen. Dort findet ihr zunächst eine Deutschlandkarte und müsst darauf das jeweilige Bundesland auswählen. Darunter sind dann Kreise, Städte und Kommunen aufgeführt, inklusive ihrer jeweiligen Online-Dienste.

Für ganz Deutschland lässt sich erst einmal eine Funktion festhalten: Mit dem elektrischen Personalausweis könnt ihr im Internet eure Identität beweisen und theoretisch eine rechtsverbindliche Unterschrift leisten. Aktuell könnt ihr dadurch zum Beispiel beim Kraftfahrt-Bundesamt euren aktuellen Punktestand abfragen, über das BAföG-Portal eures Bundeslandes einen BAföG-Antrag stellen und auf euer Rentenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung zugreifen. Die weiteren Möglichkeiten findet ihr beim erwähnten Personalausweisportal.

Wie funktioniert der Online-Ausweis?

Ihr fragt euch an dieser Stelle vielleicht, wie der Online-Ausweis funktioniert. Der heutige Personalausweis ist mit einem Chip ausgestattet. Darin gespeichert sind Name, Anschrift, Geburtstag und gegebenenfalls Künstler- oder Ordensname und akademischer Titel. Um die Online-Ausweisfunktion nutzen zu können, müsst ihr folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihr müsst die Online-Ausweisfunktion aktivieren. Falls ihr das noch nicht gemacht habt, könnt ihr das bei dem für euch zuständigen Bürgeramt erledigen – allerdings gegen Gebühr.
  • Mit dem Online-Ausweis bekommt ihr per Post eine Transport-PIN, eine Entsperrnummer (PUK) und ein Sperrkennwort. Zur Aktivierung der Funktion ersetzt ihr die fünfstellige Transport-PIN durch eine selbstgewählte, sechsstellige PIN. Das geht im Bürgeramt, an einem Bürgerterminal oder über die AusweisApp2.
  • Die AusweisApp2 müsst ihr dazu, aber auch generell, auf eurem Handy installieren. Sie löst das Kartenlesegerät ab, dass ihr früher unbedingt haben musstet, um den elektronischen Personalausweis überhaupt nutzen zu können.

Auf der offiziellen Webseite zur Ausweis-App findet ihr einige Video-Tutorials, die euch bei der Verwendung der eID-Funktion helfen sollen. Darunter auch dieses:

Onlinezugangsgesetz – das sind die Pläne

Die Vision ist, dass ihr – wie in Estland – in Zukunft Verwaltungsdienstleistungen aller Behörden in Bund, Ländern und Kommunen online mit wenigen Mausklicks erledigen könnt. Insgesamt sind 600 Dienste identifiziert worden, die sich dazu eignen. Sie tragen die Bezeichnung OZG-Leistungen.

Die Umsetzung erfolgt in zwei verschiedenen Digitalisierungsprogrammen – nämlich mit dem „Digitalisierungsprogramm Bund“ und dem „Digitalisierungsprogramm Föderal“. Damit trägt man den jeweiligen Zuständigkeiten Rechnung. Definiert ist das alles im erwähnten Onlinezugangsgesetz. Es ist seit August 2017 in Kraft. Aber ob es sich tatsächlich bis 2022 realisieren lässt? Ihr dürft gespannt sein – und könnt euch derweil auf der offiziellen Webseite über den Stand der Dinge informieren.

Fest steht jedenfalls schon jetzt: Ihr werden für die digitalen Bürgerdienste ein Nutzerkonto für das Verwaltungsportal benötigen – und das ist ohne elektronischen Personalausweis nicht möglich.

Elektronischer Personalausweis – aber sicher!

In der Broschüre zum elektronischen Personalausweis heißt es, dass eure Daten beim Ausweisen in der digitalen Welt immer gut geschützt sind. Ausweisdaten werden demnach nur übermittelt, wenn ihr eure PIN eingebt – und zwar grundsätzlich nur per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Als zusätzliche Schutzmechanismen ist die Vergabe eines Pseudonyms genauso möglich wie die Zwei-Faktor-Authentisierung.

Ihr solltet aber zusätzlich sicher gehen, dass das für die Online-Ausweisfunktionen verwendete Gerät gut geschützt ist. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um ein PC, Laptop oder Handy handelt. Der PC-SPEZIALIST in eurer Nähe unterstützt euch dabei. Er stattet euer Gerät mit einem passenden Virenschutz aus und kann mit einem Sicherheitscheck auch prüfen, ob sich auch nirgendwo ein Virus versteckt. Mit einer professionellen Virenentfernung macht er Viren, Würmern und Trojanern den Gar aus. Ihr möchtet mehr wissen? Dann nehmt Kontakt zu ihm auf!

Update vom 24.08.2010: eID fürs Handy kommt

Noch im Jahr 2020 soll der eletronische Personalausweis für das Handy kommen. Dafür zwingend nötig. Die Personalausweis-App. Daran arbeiten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), die Bundesdruckerei (bdr), die Deutsche Telekom Security und Samsung Electronics laut einer aktuellen Pressemitteilung mit Hochdruck. Die Aufzählung verrät schon: Anfangs wird es die eID erst einmal nur für ausgewählte Samsung-Galaxy-Smartphones geben.

Um höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen zu können, haben die vier Partner „eine ganzheitliche Architektur entwickelt, in deren Mittelpunkt das Fundament der Smartphone-Sicherheit steht – die Hardware“. Umgesetzt wird das durch einen Chip, der direkt in das Handy eingebaut ist. Informationen können dadurch lokal und sicher direkt auf dem Handy gespeichert werden.

Dr. Stefan Hofschen, CEO der Bundesdruckerei: „Wir schaffen damit die Basis, um Souveränität und Vertrauen in einer stetig ,digitaler‘ und ,mobiler‘ werdenden Welt sicherzustellen. Digitale hoheitliche Identitäten und Berechtigungen können so zukünftig selbstbestimmt vom Bürger über die dazu von der bdr bereitgestellte App genutzt und verwaltet werden.“

Zu sehen ist ein Handy, auf dem verschiedene Ausweisdokumente hinterlegt sind: Elektronischer Personalausweis, Führerschein, Versichertenkarte und mehr. Bild: Bundesdruckerei GmbH

Elektronischer Personalausweis, Führerschein, Versichertenkarte – alles auf dem Handy. So könnte es bald aussehen. Bild: Bundesdruckerei GmbH

Mobile eID – so funktioniert’s

Die ersten Handys, auf denen die mobile Online-Ausweisfunktion laufen soll, sind das Samsung Galaxy S20, das Galaxy S20+ und das Galaxy S20 Ultra. Das Prozedere sieht wie folgt aus:

  • Download und Installation der mobilen Personalausweis-App der Bundesdruckerei aus dem Google Play Store.
  • Kontakt eines Personalausweises mit NFC-Funktion an der Rückseite des Smartphones, um die Identität zu bestätigen.
  • Nach der Verifizierung wird die eID sicher im Gerät gespeichert.

Der Plan ist, dass der elektronische Personalausweis damit für den Einsatz bereit ist – egal ob es sich dabei um die Eröffnung eines Bankkontos, die Nutzung von E-Government-Diensten oder ein anderen Online-Dienstes handelt. Hört sich vielversprechend an, oder was denkt ihr? Verratet es uns in den Kommentaren.

Update,18.09.2020: Personalausweis-App kommt später

Noch klingt es weit weg, 2021. Aber wie Apple so schön auf seinem jüngsten Event sagte: „Time flies“ – die Zeit rennt. Soll heißen, 2021 steht schon fast vor der Tür und zumindest für die Entwickler der Personalausweis-App rennt die Zeit. Denn eigentlich sollte sie bereits in diesem Jahr fertiggestellt sein. Doch der Start verschiebt sich auf 2021: Am 1. Februar startet der Prototyp mit Testbetrieb und Test-Login. Am 1. Juni 2021 soll die finale App zum Download bereitstehen.

Was ist die Personalausweis-App? Eine App, auf der Sie Ihren Personalausweis digital hinterlegen können. Ziel ist es, dass Sie sicherheitskritische Prozesse künftig über das Handy abwickeln können. Der Grund ist einfach: Mobile Geräte durchdringen immer mehr die Gesellschaft und sind stets zur Hand. Wäre es da nicht praktisch, wenn mittels Smartphone eine sichere Identifizierung und Authentifikation des Nutzers für Bezahlvorgänge oder anderes möglich wäre? Das alles soll mit der App möglich sein.

Personalausweis-App auch für andere Hersteller

Und mittlerweile steht fest: Nicht nur Samsung soll als möglicher Hersteller die App anbieten, sondern auch andere Hersteller. Durch eine kleine Anfrage im Bundestag kam heraus, dass die Bundesregierung die App auch anderen Herstellern  angeboten hat. Dazu heißt es in der Antwort auf die Anfrage: „Ziel der Bundesregierung ist es, möglichst viele Hersteller von Smartphones bzw. Secure Elements in das System integrieren zu können. Dazu ist die Bundesregierung mit verschiedenen Herstellern im Gespräch.“ Mit welchen? Das ist nicht bekannt.

So eine App macht ja auch nur Sinn, wenn möglichst viele Hersteller sie anbieten. Nur Samsung reicht nicht, denn gerade die S20-Reihe von Samsung, die weniger als ein Jahr auf dem Markt ist, ist bekanntermaßen kein Verkaufsschlager, weiß WinFuture.

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