Windows 95
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Maren Keller, Fr, 28. Aug. 2020
in Microsoft

Windows 95

Vor 25 Jahren holt Bill Gates den PC aus der Nerd-Ecke

Windows 95 revolutionierte die Arbeit mit dem Computer. Vor 25 Jahren erschien das Betriebssystem. Doch bereits vorher gab es verschiedenste Windows-Versionen.

Was war das Besondere an Windows 95? Was gab es vorher, wie ging es weiter? Wir blicken zurück.

1985: Windows 1.0 statt Windows 95

„BELLEVUE, WASHINGTON–November 20, 1985–Microsoft Corporation announced today the retail shipment of the Microsoft Windows operating environment to dealers and distributors.“  Zu deutsch: Die Microsoft Corporation gab heute die Auslieferung der Microsoft-Windows-Betriebsumgebung an Händler und Distributoren im Einzelhandel bekannt.

Diese wenigen Worte kündigten im November 1985 Windows 1.0 an. Bis dahin war MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) das Betriebssystem von Microsoft für IBM-Computer.

Und Windows 1.0 war mit wenig zufrieden. Es benötigte lediglich eine Grafikkarte und 256 KB Hauptspeicher. Das entspricht in etwa der Menge von 66 Schreibmaschinenseiten. Da es Microsoft Word zu diesem Zeitpunkt bereits eine ganze Weile gab, war es auch schon möglich, auf Windows 1.0 Texte zu verfassen. Heute kommen wir mit 256 KB nicht mehr weit: Das aktuelle Windows 10 verlangt gut 8 GB Platz auf der Festplatte.

Abbildung der Verkaufspackung von Windows 1.0. Bild: © Microsoft

Windows 1.0 erscheint 1985 unter dem Code-Namen „Interface Manager“. Bild: © Microsoft

Windows vereinfacht die PC-Bedienung

Der erste Schritt in Richtung einfacherer PC-Bedienung ist mit Windows 1.0 gemacht. Doch es soll noch zehn Jahre dauern, bis das revolutionäre Windows 95 auf den Markt kommt.

Windows 1.0 wird 1985 als sogenannter grafischer Aufsatz für das Betriebssystem MS-DOS verkauft. Microsoft-Chef und Gründer Bill Gates treibt ein Ziel um: Er möchte die Bedienung von DOS-PCs einfacher machen. Das erreicht er, indem die Anwender nicht mehr für alle Aktivitäten Kommandozeilen-Befehle eintippen müssen. Stattdessen bringt der „Interface Manager“ – wie Windows ursprünglich hieß – eine kleine Textverarbeitung, ein Zeichenprogramm, einen Karteikasten, einen Kalender, eine Uhr und einige Service-Programme auf den Desktop.

Nur zwei Jahre später folgt Windows 2.0. Es bringt Desktop-Symbole, Expansionsspeicher und eine bessere Grafikunterstützung. Nutzer können Fenster überlappend anordnen, das Bildschirm-Layout steuern und Tastenkombinationen verwenden, um ihre Arbeit schneller zu erledigen.

Im Mai 1990 wird es bunt bei Windows. Windows 3.0 kommt zusammen mit dem Spiel Solitär auf den Markt. 1992 folgt Windows 3.1. Übrigens: Am Pariser Flughafen Orly verrichten nach wie vor veraltete Windows-3.1-Rechner ihren Dienst, wie ein Ausfall im Jahr 2015 zeigte. Mit der Umstellung auf moderne Rechner lassen sich die Franzosen aber bis 2021 Zeit.

Windows 3.0 und Windows 3.1. verkauften sich insgesamt zehn Millionen Mal. Beide Systeme bieten eine höhere Leistung, erweiterte Grafikoptionen mit 16 Farben und optisch verbesserte Symbole. Außerdem gibt es die ersten Spiele und die machen Windows damit auch für Heimanwender interessant. Noch heute sind die Spiele Solitaire, Hearts und Minesweeper Kult und lassen sich online spielen.

Aber Windows 3.0/3.1 bietet mehr: Es besticht durch eine moderne Oberfläche mit Icons im 3D-Look und neuen Programmen für das weiterentwickelte Betriebssystem.

Abbildung der Verkaufspackung von Windows 95. Bild: © Microsoft

Microsofts Erfolgsprodukt Windows 95 verkauft sich im ersten Jahr 40 Millionen Mal. Bild: © Microsoft

Windows 95 kommt im Jahr 1995

Vor 25 Jahren, im Sommer 1995, feiern die Redmonder unter Chef Bill Gates sich und ihr neuestes Produkt: Windows 95. Versammelt ist die gesamte Weltpresse. Zwar feiert Microsoft Windows 95 als Weltneuheit, allerdings ist vieles unter der Haube alt, denn Bill Gates will Besitzer von 16-Bit-Programmen und antiquierter Software der ersten Windows-Versionen nicht ausschließen. Die Folge: Windows-Abstürze gehören für Nutzer zum alltäglichen Ärger mit Windows 95.

Überzeugend ist dagegen die Optik. Die neue grafische Oberfläche orientiert sich an den Dokumenten und kann mit der Maus bedient werden. Wer einen Macintosh von Apple bereits sein Eigen nannte, dem kommt die Grafik bekannt vor, für alle anderen ist es eine Weltneuheit. Doch genau diese Oberfläche hat nicht Microsoft erfunden, sondern XEROX Parc, wovon sich Apple-Mitbegründer Steve Jobs zuerst inspirieren lassen hatte.

Upgrade-Boom dank einfacherer Bedienung

Die einfachere Bedienung und die bessere Grafik lösen einen Upgrade-Boom aus. Allein im ersten Jahr verkauft Microsoft rund 40 Millionen Exemplare des neuen Betriebssystems Windows 95 und holt damit den PC aus der Nerd-Ecke.

Zeitgleich erscheint der Internet Explorer für das Surfen im Web und die Länge der Dateinamen ist nicht mehr auf acht Zeichen plus Endung begrenzt. Neu bei Windows 95 sind das Startmenü, die Task-Leiste und die Schaltflächen zum „Minimieren“, „Maximieren“ und „Schließen“ von Programmen. Hinzu kommen die Plug-&-Play-Funktionen, die das Installieren von Hardware und Software vereinfachen.

Stabil läuft Windows 95 allerdings keineswegs, Abstürze gehören für Windows-Anwender einfach dazu. Das ändert sich auch mit den Nachfolge-Systemen Windows 98 und Windows 98 SE nicht.

Windows 95: Foto eines Laptops mit Windows 10-Startbildschirm. Bild: PC-SPEZIALIST

Aus der heutigen Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken: Computer mit Windows-Betriebssystem. Bild: PC-SPEZIALIST

2011: Höhepunkt beim PC-Verkauf

Insgesamt werden 1996 rund 60 Millionen Computer verkauft, zehn Jahre später sind es mehr als 200 Millionen. Microsoft hat zu dem Zeitpunkt einen Marktanteil von 95 Prozent. Den Höhepunkt im PC-Verkauf stellt das Jahr 2011 mit 365 Millionen Geräten dar. Seitdem ist der Verkauf rückläufig. Der Grund: Smartphones und Tablets erobern den Markt und übernehmen immer mehr Aufgaben, die früher der Computer erledigt hat.

Dennoch setzt sich der Erfolgsweg der Redmonder fort. Mit Windows 7 begibt sich der Konzern auf den Weg in die Cloud, der 2015 mit der Veröffentlichung von Windows 10 seinen vorläufigen Höhepunkt findet. Aktualisierungen gibt es nun automatisiert mit zwei Updates pro Jahr, die allerdings immer wieder mit Fehlern und Problemen behaftet sind.

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