#deletefacebook
Author

Maren
in Verschiedenes

#deletefacebook

Warum viele ihren Facebook-Account löschen

Facebook hat ein Problem. Mal wieder. Unter dem Hashtag #deletefacebook rufen Nutzer sich gegenseitig dazu auf, ihren Facebook-Account zu löschen. Schuld daran ist der jüngste Datenskandal. Ein riesiges Datenleck ist bekannt geworden.

Um was für ein Datenleck es sich handelt und wer betroffen ist, erfahrt ihr bei uns.

Facebook Account - #deletefacebook - Datenleck - Datenmissbrauch. Foto: Pixabay

Unter #deletefacebook rufen Nutzer auf Twitter dazu auf, den Facebook-Account zu löschen.

Datenmissbrauch mit Facebook-Accounts

Mit allem, was ihr auf Facebook liked und teilt, gebt ihr ein kleines bisschen von euch preis. Sei es euer Geschlecht, eure sexuelle Orientierung und erst recht eure politische Haltung. Teilt oder liked ihr beispielsweise mehrmals ökologische Themen, wird klar, wie ihr zum Thema Umweltschutz steht. Teilt und liked ihr immer wieder Beiträge von oder über eine bestimmte Partei, wird eure politische Gesinnung deutlich.

Solche Daten hat die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica genutzt. Sie wollte damit die US-Wahl im Jahr 2016 beeinflussen. Daten von etwa 50 Millionen US-amerikanischen Facebook-Nutzern wurden gesammelt, um daraus eine Software zu basteln, die Wahlverhalten vorhersagen und beeinflussen kann. Gezielt wurde dann Werbung gestreut. Dieser Datenmissbrauch mit Facebook-Accounts geht einigen Nutzern nun gehörig auf den Nerv. Und Facebook gerät zunehmend unter Druck, da der Verdacht im Raum steht, Facebook könne die Daten seiner Nutzer nicht richtig schützen.

#deletefacebook nach Datenleck

Nachdem das Facebook-Datenleck bekannt geworden ist, rufen viele Nutzer auf Twitter dazu auf, den Facebook-Account zu löschen. Ihnen geht es gewaltig auf den Nerv, dass Facebook so sorglos mit den Daten umgeht. Unter dem #deletefacebook gibt es mittlerweile zahlreiche Einträge, wie diesen hier:

Da der Datenklau bereits 2015 stattgefunden hat, ist es natürlich möglich, dass noch viel mehr Datenmissbrauch stattgefunden hat. Denn wer kann schon wissen, wer welches Interesse an welchen Daten hat? Kein Wunder also, wenn immer mehr Nutzer ihren Facebook-Account löschen. Ausgelöst wurde der Aufruf zum Löschen des Facebook-Accounts übrigens durch einen Bericht der New York Times. Wenn auch ihr darüber nachdenkt, euren Account zu löschen, erfahrt ihr in unserem Ratgeber Wie lösche ich mein Facebook-Konto wie das geht.

#deletefacebook – was ist passiert?

Was ist die Ursache für #deletefacebook? Die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica hatte die Facebook-Nutzerdaten vom britischen Professor Aleksandr Kogan bekommen. Er hatte bei Facebook eine Umfrage durchgeführt, die beim Online-Netzwerk als wissenschaftliche Persönlichkeitsforschung angemeldet worden war. Über den Download der Facebook-App wurde die Umfrage heruntergeladen. Wer sie ausfüllte, erklärte sich einverstanden, dass Kogans Firma die Antworten und Daten erhält. Gleichzeitig bekam er über Facebooks Schnittstellen außerdem Zugang zu Profildaten von Freunden, wenn die Datenschutz-Einstellungen dies zuließen. Laut der Zeitung Guardian ermöglichte jeder, der die Umfrage ausfüllte, Zugriff auf Daten von durchschnittlich 160 weiteren Facebook-Accounts.

Jetzt hat Facebook reagiert und Cambridge Analytica den Zugang zu Facebook und Instagram verwehrt – zwei Jahre nachdem das Datenleck erstmals bekannt geworden war. Grund: Entgegen früherer Zusagen habe die Firma die unrechtmäßig erhaltenen Daten nicht vernichtet. Dieser Schritt könnte für Facebook zu spät kommen, denn die Nutzer wehren sich bereits mit der #deletefacebook-Kampagne.

Nach Datenmissbrauch Facebook-Account löschen

Der Datenmissbrauch bewegt viele Facebook-Nutzer. Denn offensichtlich sind eure Daten bei Facebook nicht sicher. So beschreibt „Techcrunch“-Autor John Biggs in seinem Artikel, warum er alle seine Posts, Fotos und Likes löscht: „Denkt darüber nach: Einträge, die älter als eine Woche sind, sind Futter für Bots und böse Akteure. Posts von 2016? 2017? Warum sollte man sie behalten? Niemand wird sie lesen oder sich darum kümmern.“ Das einzige, was ihr auf Facebook tut, ist, ein umfassendes Dossier von euch anzulegen – inklusive Bilder.

Auch wenn ihr nicht gleich der Aufforderung #deletefacebook nachkommt, könntet ihr darüber nachdenken, alte Daten zu löschen. Ob ihr euren gesamten Facebook-Account löscht, ist euch überlassen, aber über den Umgang mit sensiblen Daten solltet ihr stetst nachdenken. Auf Twitter zeigen bereits viele Nutzer, wie sie ihren Facebook-Account löschen. Sei es mit dem #deletefacebook oder sogar mit Screenshots, wie sie ihr Profil löschen.

Was haltet ihr von der aktuellen Debatte um Datenmissbrauch bei Facebook-Accounts? Habt ihr Angst um eure Daten? Überlegt ihr, euren Account zu löschen, ändert ihr die Privatssphäre-Einstellungen oder ist es euch womöglich egal, was Facebook mit euren Daten macht? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen.

Update vom 22.03.2818: Zuckerberg räumt Fehler ein

Jetzt hat sich auch Mark Zuckerberg zum Datenmissbrauch durch Cambridge Analytica geäußert und Fehler eingeräumt. So schreibt er in einem Facebook-Post: Facebook habe das Vertrauen der Nutzer, die ihre Daten dem Online-Netzwerk anvertraut und für sicher gehalten hätten, enttäuscht. In einem Interview mit dem Sender CNN fügte er hinzu: „Das war ein grober Vertrauensbruch und es tut mir sehr leid, dass das passiert ist.“ Fraglich, ob seine Einsicht nützt und ob sich etwas an der Datensicherheit ändert. Die Kampagne #deletefacebook läuft dennoch weiter.

1 Kommentar

  1. Bubble sagt:

    Zwar ist heutzutage eh jeder ein gläsener Mensch und ja, dies ist auch wieder „nur“ ein „Oh-eure-Daten-sind-doch-nicht-so-sicher“-Facebook Post, aber ich finde es wichtig, die Nutzer weiterhin für dieses Thema zu sensibilisieren. In dem Sinne: Weiter so! #deletefacebook ist eine interessante Bewegung und ich bin gespannt, was auf langer Strecke sonst noch so folgt.

    Herzliche Grüße von jemanden, der seit 1,5 Jahren „facebook-clean“ ist

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.