WhatsApp öffnen für Facebook und Co.
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Maren Keller, Fr, 29. Jun. 2018
in Aktuelles

WhatsApp öffnen für Facebook und Co.

Kommunikation zwischen verschiedenen Messengern

Es wäre eine echte Neuerung: Justizministerin Katarina Barley will WhatsApp öffnen für Facebook und Co.! Das würde bedeuten, dass ihr zwischen den verschiedenen Messengern kommunizieren könntet.

Ob WhatsApp, Signal, Threema oder Telegram – Nachrichten wären dann auch zwischen unterschiedlichen Messengern möglich. Welche Folgen das hätte und wie groß die Chancen sind, dass Ministerin Barley diese Neuerung durchsetzt, erfahrt ihr bei uns.

WhatsApp öffnen? Worum geht es genau?

WhatsApp wirbt auf seiner Seite, dass ihr „jederzeit mit allen in Kontakt bleiben“ könnt. Die Sache hat nur einen Haken: Das funktioniert bislang nur, wenn alle mit denen ihr in Kontakt sein wollt, denselben Messenger verwenden.

Genau da setzt Katarina Barley an. Sie möchte WhatsApp öffnen und auf EU-Ebene erreichen, dass ihr beispielsweise von Threema eine Nachricht schreiben könnt und der Empfänger sie über WhatsApp bekommt. Oder ihr schreibt eine WhatsApp und sendet sie an einen Kontakt, der die Nachricht über Signal empfängt.

Barley begründet ihren Vorschlag mit der Tatsache, dass das beim Telefonieren ja auch problemlos möglich sei. Der 1&1-Kunde kann problemlos mit einem Telekom- oder Vodafone-Kunden telefonieren. Technisch gäbe es mit dem Datenaustausch auch bei den Messengern kein Problem, um sie für andere Messenger zu öffnen. Ministerin Barley wünscht sich eine Regelung auf europäischer Ebene und sei bereits in Gesprächen. Denn „das ist beim Mobilfunk möglich und das ist auch bei diesen Systemen möglich“, sagte Barley.

Datenaustausch - Ende-zu-Ende-Verschlüsselung - WhatsApp öffnen - Interoperabilität. Foto: Wikipedia/Olaf Kosinsky/kosinsky.eu

Ministerin Barley setzt sich dafür ein, dass ihr trotz unterschiedlicher Messenger miteinander kommunizieren könnt. Foto: Wikipedia/Olaf Kosinsky/kosinsky.eu

Interoperabilität als Zauberwort

Das Zauberwort, um WhatsApp öffnen zu können, heißt Interoperabilität und beschreibt die „Fähigkeit unterschiedlicher Systeme, möglichst nahtlos zusammenzuarbeiten“, erklärt der Duden. Aber welche Vorteile hätte das für euch?

Ministerin Barley verspricht sich von der Öffnung der Messenger-Dienste, dass so der Datenschutz verbessert werden kann und Dienste wie WhatsApp nicht mehr das absolute Monopol besitzen. Ihr könntet dann einfach zu einem Messenger wechseln, der eure Daten besser schützt und dennoch mit denjenigen in Kontakt bleiben, die weiterhin bei WhatsApp sind.

WhatsApp steht für seine Datenschutzrichtlinien seit Jahren in der Kritik, Und auch trotzt DSGVO teilt der Messenger die Nutzerdaten mit dem Mutterkonzern Facebook. Datenschützer kritisieren das. Barley erhofft sich, dass die Messenger-Dienste, die die Daten ihrer Nutzer besser schützen, dann eine größere Chance am Markt haben.

WhastApp öffnen dank geöffneter Schnittstellen

Bislang setzen die unterschiedlichen Messenger-Dienste auf sehr unterschiedliche Protokolle und Verschlüsselungssysteme. Das macht einen Datenaustausch grundsätzlich schwierig. Bestes Beispiel ist iMessage: Der Messenger von Apple steht überhaupt nur auf Apple-Geräten zur Verfügung. Alle anderen Messenger sind sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Hier könnten die Anbieter die Schnittstellen und dadurch nicht nur WhatsApp öffnen.

Besserer Datenschutz und die Möglichkeit, seinen Messenger frei zu wählen, weil niemand unter Zwang steht, einen bestimmten nutzen zu müssen, weil Sportverein, Arbeit oder Schule eine Gruppe bilden, in der man auch sein muss/möchte. Das verspricht sich Barley von einer europäischen Regelung.

WhatsApp öffnen? Was meint ihr?

Was haltet ihr davon? Würdet ihr es gut finden, wenn man WhatsApp öffnen würde? Seid ihr überhaupt noch bei WhatsApp oder habt ihr bereits gewechselt? Überlegt ihr zu wechseln, aber scheut euch davor, weil zu viele eurer Kontakte nur bei WhatsApp sind? Dann wäre die Öffnung der Messenger doch eine tolle Sache. Schreibt eure Meinung in unsere Kommentare.

Übrigens: Falls ihr noch unentschlossen seid, welcher Messenger der richtige für euch ist, lest unseren Ratgeber über mögliche WhatsApp-Alternativen. Und braucht ihr Hilfe bei der Einrichtung eures Smartphones, dann nutzt den Android-Einrichtungsservice von PC-SPEZIALIST vor Ort.

2 Kommentare

  1. ELisa K. sagt:

    Ich würde wechseln, sofort! Leider steht man unter indirektem Gruppenzwang, wenn wie gesagt alle Freunde, Familie, Arbeitskollegen … bei besagtem Messenger bleiben … Ich drücke die Daumen, dass das Vorhaben von Frau Barley klappt!!!

  2. Michael Elbs sagt:

    Hi,
    ich nutze WhatsApp beruflich auf einem Handy was nur WhatsApp macht. Über eine Website gelangen Besucher mit dokumentierter Einwilligung zu mir in den Chat.
    Würde WhatsApp das Übertragungsprotokoll öffnen, kommen doch nur wieder neue Probleme auf uns zu.
    1.) Wenn das Protokoll mal geknackt ist kann jeder mitlesen
    2.) Ein USP von WhatsApp ist die Komprimierung und die vielen kleinen Neuerungen, durch einen Standard würde die Dynamik fehlen.
    3.) Wie soll überhaupt definiert werden was ein Messenger ist und was nicht. Manche App bieten eine Art Chat an sind aber keine Messenger, sonder Dateisysteme mit Textnotizen.

    Die DSGVO muß ausreichen die GAFAs zu bändigen, die Formulierungen sind hart und klar. Jede Datenspeicherung muss zweckgebunden, zeitlich begrenzt und notwendig sein. Der Zugriff auf das Adressbuch ist nicht notwendig.

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