Achtung vor Coronavirus Karte!
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Susanna Hinrichsen-Deicke, Do, 12. Mrz. 2020
in Aktuelles

Achtung vor Coronavirus Karte!

Diese Karte stiehlt Passwörter und Co.

Mit der Coronavirus Karte haben Cyberkriminelle wieder einen besonders fiesen Weg gefunden, arglose Nutzer mit Malware zu infizieren. Die interaktive Karte, die die Ausbreitung des Coronavirus COVID-19 zeigt, wird nämlich als Lockvogel genutzt.

Wie läuft der Cyber-Angriff ab? Und was ist, wenn ihr bereits auf die Karte zugegriffen habt? Alle Infos bei uns.

Coronavirus Karte mit Malware im Gepäck

Dass der Coronavirus nicht nur im echten Leben gefährlich sein kann, sondern jetzt auch virtuell zur Gefahr wird, macht der neueste Coup Cyber-Krimineller deutlich. Die Hacker nutzen die weltweite Angst vor dem Coronavirus aus, um die Computer ihrer Opfer mit Malware zu infizieren.

Dabei bemächtigen sie sich eines wertvollen Werkzeugs: die Coronavirus-Weltkarte, die in den letzten Wochen sicher zu einer der am häufigsten frequentierten Webseiten gehörte und weiterhin gehören wird. Hier werden einem nämlich die Coronavirus-Erkrankungen in Echtzeit angezeigt.

Ihr habt die Coronavirus Karte (auch Coronavirus-Karte) aufgerufen? Dann läuten bei euch bestimmt jetzt die Alarmglocken. Zum Glück können wir euch direkt entwarnen. Die Webseite, auf der ihr die Karte abrufen könnt, ist nicht gefährlich.

Das Bild zeigt zwei Frauen mit Mundschutz, der sie vor eine Infektion vor dem Coronavirus schützen soll. Anstatt mit dem Coronavirus nur im echten Leben konfrontiert zu werden, nutzen Hacker die Angst jetzt ebenso aus. Die Exe-Datei der Coronavirus Karte bringt Malware. Bild: Unsplash/Macau Photo Agency

Anstatt mit dem Coronavirus nur im phyischen Leben konfrontiert zu werden, nutzen Hacker die Angst jetzt ebenso aus. Die Exe-Datei einer Coronavirus Karte bringt Malware! Bild: Unsplash/Macau Photo Agency

Wie erkennt man die gefährliche Coronavirus Weltkarte?

Ihr erkennt die Coronavirus Weltkarte, die euch mit Malware infiziert, zunächst daran, dass es kein Link zu einer einfachen Webseite ist (zum Beispiel www.pcspezialist.de). Besonders aufpassen solltet ihr jedoch, wenn ihr einen E-Mail-Anhang öffnen möchtet oder einen Downloadlink ausführen wollt, der „Corona-virus-Map.com.exe“ beziehungsweise „CoronaMap.exe“ heißt. Die Datei ist 3,26 MB groß und erfüllt sogar das gewünschte Resultat: Sie zeigt euch eine Weltkarte der Coronavirus-Erkrankungen in Echtzeit.

Die Daten dafür kommen von einer seriösen Quelle – der John Hopkins Universität aus den USA. Diese stellt auch die echte Karte zur Verfügung, den sogenannten Coronavirus-Tracker.

Habt ihr nun die Exe-Datei ausgeführt und die Karte geöffnet, wird im Hintergrund die Malware AZORult installiert. Sie ist bereits seit 2016 im Umlauf und soll ihren Ursprung in Russland haben. Nach der Installation durchsucht AZORult euren Computer auf bestimmte Programme, greift Passwörter und euren Browser-Verlauf ab, macht Screenshots, sammelt Cookies und Schlüssel für Kryptowährungen. Cyber-Kriminelle haben also Kreditkartennummern, Login-Daten und andere sensible Informationen von euch.

Coronavirus als Lockmittel

Zu den Opfern des Coronavirus zu gehören, ist schon schlimm genug. Dass jetzt aber Kriminelle die Angst ausnutzen, um Profit daraus zu schlagen, ist wirklich fies. Glücklicherweise könnt ihr Sicherheitsmaßnahmen vornehmen, um euch sowohl vor dem Virus COVID-19 selbst als auch vor der Malware zu schützen. Wie?

Falls ihr eine Datei erhalten habt, die den verräterischen Namen trägt, öffnet sie in keinem Fall! Außerdem solltet ihr einen Virenschutz aktiviert habt. Dieser schlägt direkt Alarm, wenn er eine gefährliche Datei erkennt.

Vielleicht ist es aber schon zu spät und ihr habt die Datei bereits geöffnet? In dem Fall raten wir euch, zu eurem PC-SPEZIALIST vor Ort zu gehen. Nach einer Systemprüfung teilt er euch mit, ob ihr betroffen seid, und kann direkt die richtigen Maßnahmen ergreifen, um die Malware zu entfernen. Bleibt aber gewarnt: In den nächsten Wochen könnt ihr mit vielen Angriffen rechnen, denn der Coronavirus ist eine Geldquelle für Hacker. Wir raten euch daher zu besonderer Vorsicht.

Coronavirus-Karte ist nicht das einzige Lockmittel

Was des einen Leid ist, ist des anderen Freud. Die Coronavirus-Karte ist leider nicht das einzige Werkzeug fieser Cyberkrimineller, die die Angst der gesamten Welt ausnutzen. So solltet ihr euch akteuell vor Spam-Mails in Acht nehmen, die den Emotet im Gepäck haben. Lest in unserem Blog, wie Corona genutzt wird, um verängstigte Nutzer mit Emotet zu infizieren.

Und natürlich wird auch WhatsApp genutzt, um die internationale Panikmache anzuheizen. Habt ihr vielleicht schon Coronavirus-Video gehört, welches falsche Fakten verbreitet und damit die Unwahrheiten an leichtgläubige Nutzer streut?

Merkt euch: Ist solltet alles hinterfragen, was euch seitens des Coronavirus in die Finger fällt. Schenkt euer Vertrauen nur vertrauenswürdigen Quellen, um keine falschen Informationen zu erhalten.

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