Microsoft kauft …
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Robin Laufenburg, Mi, 7. Okt. 2020
in Aktuelles

Microsoft kauft …

Diese Firmen und Produkte hat Microsoft erworben

Von „Microsoft kauft Bethesda“ bis „Microsoft kauft Minecraft“: Die Microsoft Corporation macht immer wieder Schlagzeilen mit Firmen und Produkten, die sie erwirbt.

Der Softwareentwickler wurde durch das Betriebssystem Windows bekannt, doch mittlerweile gehört deutlich mehr zu dem Welt-Konzern. Welche Firmen und Produkte Microsoft wann für welchen Preis erworben hat, erfahren Sie hier.

Microsoft kauft …

Was eigentlich? Das ist eine gute Frage! Die Microsoft Corporation ist seit 1975 ein internationaler Software- und Hardwarehersteller mit Hauptsitz in den USA. Mittlerweile hat das Großunternehmen circa 150.000 Mitarbeiter und macht einen jährlichen Umsatz von etwa 126 Milliarden US-Dollar. Microsoft hatte seine ersten Erfolge in den 70er Jahren mit dem hauseigenen Betriebssystem MS-DOS (MicroSoft Disk Operating System) und in den 80er Jahren mit den ersten Windows-Versionen. Den großen Durchbruch hatte das Unternehmen aber mit Windows 3 im Jahr 1990 und mit Windows 95.

Zu einem Weltunternehmen wurde Microsoft aber definitiv durch seine Akquisitionen, vor allem mit seinen Käufen und Eingliederungen von weiteren Unternehmen, Produkten und Marken. Heute ist Microsoft lange nicht mehr „nur“ Hersteller des immerhin weltweit meistgenutzten Betriebssystems. Bis heute kaufte Microsoft zahlreiche Firmen auf und vertreibt über diese eine Vielzahl an Programmen und Geräten.

Produkte von Microsoft

Microsoft hat mittlerweile eine ganze Reihe an eigenen Produkten entwickelt und aufgekauft. Bild: Unsplash/arturorey

Microsoft kauft Skype

Der 10. Mai 2011 liegt beinahe zehn Jahre in der Vergangenheit. Am besagten Tag kaufte Microsoft die Kommunikationsfirma Skype Technologies auf. Das Unternehmen ist mit dem gleichnamigen Instant-Messaging- und Bildtelefon-Dienst bekanntgeworden. Für die meisten Internetbenutzer war das Programm wohl einer der ersten Berührungspunkte mit dem Webcam-Gespräch mit Familie und Freundeskreis. Immerhin befindet sich mittlerweile das dafür heute verwendete Verb „skypen“ sogar  als etablierter Begriff im Duden.

Über 30 Millionen Benutzer waren 2011 erstmals gleichzeitig online. Im gleichen Jahr noch äußerten neben Microsoft auch Facebook und Google Interesse an der Übernahme der Firma. Mit 8,5 Milliarden US-Dollar, immerhin dem ungefähr Zehnfachen des damaligen Jahresumsatzes von Skype, setzte sich Microsoft durch und nahm die beliebte Kommunikationsanwendung unter seine Fittiche. Microsoft hatte das große Interesse am Kauf von Skype, um bei der digitalen Kommunikation mit Apple und Google mithalten zu können. Dieser Deal war bis ins Jahr 2016 die größte Anschaffung von Microsoft und belegt bis heute den zweiten Platz.

Microsoft kauft Minecraft bzw. Mojang

Am 6. November 2014 hat Microsoft für 2,5 Milliarden US-Dollar den schwedischen Spieleentwickler Mojang aufgekauft. Der wohl bekannteste Spielehit von diesem ist Minecraft, bei dem man – nach einem Prinzip, das immer wieder mit Lego verglichen wird – digitale Welten aus einzelnen Bausteinen auf- und umbauen kann. Bis zum Verkauf an Microsoft hatte Mojang das Spiel bereits circa 50 Millionen Mal verkauft. Und für viele Benutzer ist es mehr als nur ein Spiel: Dadurch, dass die Bausteine ganz unterschiedlich aussehen, können geradezu Kunstwerke geschaffen und berühmte Bauten nachgestellt werden.

Der Erfinder Markus „Notch“ Persson hatte verbunden mit dem Verkauf der Firma seinen eigenen Rücktritt aus dieser bekanntgegeben. Als Grund für beides nannte der Entwickler, nicht die Verantwortung über ein dermaßen großes Produkt haben und es deswegen an den Welt-Konzern Microsoft abgeben zu wollen.

Microsoft kauft Minecraft

Microsoft kauft das beliebte Spiel Minecraft. Bild: Pixabay/allinonemovie

Microsoft kauft LinkedIn

Die deutlich größte Akquisition von Microsoft ist mit 26,2 Milliarden US-Dollar bis heute der Kauf des sozialen Netzwerks LinkedIn. Die Plattform dient der Pflege bestehender Geschäftskontakte, der Darstellung seines eigenen beruflichen Werdegangs und dem Knüpfen von neuen geschäftlichen Verbindungen.

Verwunderlich mag das Ausmaß dieses Deals im Vergleich mit den anderen Namen und Zahlen scheinen. Immerhin kostete dieser Erwerb des Xing-Konkurrenten Microsoft das Dreifache vom Kauf von Skype! Der Kauf wurde am 8. Dezember 2016 vollzogen und seit dem 13. Juni geplant. Die Microsoft-Aktie fiel nach Bekanntgabe des Kaufs direkt um vier Prozent. Die Aktie von LindedIn stieg hingegen rapide an.

LinkedIn: Rückschläge nach Akquisition?

Zum Ende des ersten Quartals 2016 hatte LinkedIn circa 433 Millionen Nutzer, heute sind es circa 660 Millionen. Ob sich dieser Deal gelohnt hat, steht bis heute in den Sternen. Immerhin hat LinkedIn seit der Übernahme durch Microsoft ein ganze Reihe an gravierenden Rückschlägen erhalten.

Noch vor Abwicklung des Kaufs wurde die Plattform beispielsweise in Russland gesperrt. Zuletzt war LinkedIn aber in den internationalen Nachrichten, weil das Unternehmen circa 1.000 Mitarbeiter entlassen hat. Grund dafür sind vor allem die Einbußen durch die globale Wirtschaftskrise aufgrund des Coronavirus.

Microsoft kauft LinkedIn

Microsofts teuerste Akquisition war bisher LinkedIn. Bild: Pixabay/QuinceCreative

Microsoft kauft GitHub

GitHub ist mit circa 40 Millionen Benutzern bis heute eine der größten Plattformen zur Verwaltung von Softwareentwicklungsprojekten und zum Managen von eigen angefertigten Quellcodes. Git ist eine freie Software zur Versionsverwaltung von Daten und bildet eine Art Grundstein für das darauf aufbauende GitHub. 2008 begann die Projektentwicklung. Zehn Jahre später, also 2018, hat Microsoft es aufgekauft. Trotz der Übernahme des Großunternehmens blieb die Plattform unabhängig. Die Benutzung von Github ist nach wie vor kostenlos.

Betont werden muss an dieser Stelle, dass mit der Verwendung der Freeware (GitHub Free) alle eigenen Projekte, sogenannte Repositories, öffentlich einsehbar sind. Mit GitHub Teams kann man seine Projekte komplett privat verwalten, ohne dass jeder die Quellcodes einsehen kann. Das Github-Team-Konto kostet (Stand 2020) in der Basis-Version 25 US-Dollar. In das Paket sind fünf Benutzerkonten inbegriffen. Jedes zusätzlich einbezogene Beutzerkonto kostet weitere neun Dollar.

Microsoft kauft Bethesda bzw. ZeniMax Media

Am 21. September 2020 hat der Softwareentwickler Microsoft Schlagzeilen gemacht, weil er für 7,5 Milliarden US-Dollar das Gamestudio Bethesda Softworks samt Mutterkonzern ZeniMax Media aufgekauft hat. Dieser Deal war der drittgrößte in der Geschichte des Unternehmens und gehört fraglos zu den bedeutenderen.

Mit Spielereihen wie The Elder Scrolls (das bekannteste Spiel dieser Reihe ist The Elder Scrolls V: Skyrim), Fallout (unter anderem bekannt durch Fallout Shelter und Fallout 4) sowie dem Shooter-Klassiker Doom (am bekanntesten ist wohl Doom: Eternal) haben sich Bethesda und ZeniMax in der Gaming-Szene durchaus einen Namen gemacht. Nicht zuletzt deswegen gehören auch neue Bethesda-Spiele jedes Mal zu den Highlights der Gamescom Köln.

Spiele exklusiv für Microsofts Xbox?

Mit dem Kauf von Bethesda hat Microsoft vor allem seinem Konkurenten Sony vorausgegriffen. Dieser hat mit Größen wie der Videospielserie God of War und dem Zweiteiler The Last of Us bereits namhafte Games exklusiv für die Playstation. Im Vergleich dazu gibt es eher wenige Spiele, die exklusiv für Microsofts Xbox entwickelt wurden.

Vielleicht wird sich dies trotz der Besorgnis aus der Öffentlichkeit nicht ändern: Microsoft ist eindeutig daran interessiert, seine Spiele weiterhin für die verschiedenen Konsolen – und natürlich für den PC – anzubieten. Es wurde zudem bereits bekanntgegeben, dass Spiele von ZeniMax Media, die als Playstation-Exklusive angekündigt waren, auch als solche erscheinen werden.

Infografik: Microsoft kauft Bethesda | Statista Infografik: Microsoft kauft Bethesda. Mehr Infografiken finden Sie bei Statista.

Gerüchte um Käufe durch Microsoft

Gibt man „Microsoft kauft …“ in die Suchleiste bei Google ein, werden einem wirklich verschiedenste Vervollständigungsvorschläge angezeigt. Auf unterschiedlichen Websites legen Insider mehr oder weniger authentisch dar, welche Firmen und Produkte Microsoft erwerben möchte. Zum Teil sind die Gerüchte recht wild, zum Teil scheint an einigen jedoch etwas dran zu sein:

  • Tatsächlich ist oder war wohl im Gespräch, ob Microsoft das chinesische Videoportal TikTok aufkauft. Besonders interessant dabei ist, dass die Firma angeblich 50 Milliarden US-Dollar wert ist, womit eine Übernahme durch Microsoft, wenn sie denn stattfindet, wohl eine der teuersten Akqusitionen der Firma werden dürfte.
  • Dass Microsoft den Spieleentwickler Electronic Arts aufkaufen möchte, ist bisher nichts weiter als ein Gerücht. Im Jahr 2018 wurde über eine mögliche Übernahme spekuliert, bisher kam aber von keiner offiziellen Seite Näheres dazu.
  • Warum so vielfach nach „Microsoft kauft Playstation“ gesucht wird, ist ein Rätsel. Es gab nie einen ernstzunehmenden Indiz dafür, dass Microsoft die Spielekonsole Playstation oder gar die hinter dem Produkt stehende Firma Sony aufkaufen wird. Vielleicht rührt der Gedanke daher, dass seit die Playstation seit jeher das größte Konkurrenzprodukt zu Microsofts Xbox ist. Das ist aber nur Spekulation.
  • Die Suchanfrage „Microsoft kauft Linux“ scheint noch paradoxer, da Linux weder ein konkretes Produkt noch eine Firma ist. Linux bezeichnet eine Reihe freier Mehrbenutzer-Betriebssysteme, die von verschiedenen Entwicklern immer weiter ausgebaut und genutzt werden. Es ist also schlichtweg unmöglich, dass Microsoft Linux aufkauft. So scheint es zumindest derzeit.

Es wird wohl kaum eine namhafte Firma im Bereich der Hardware- und Softwareentwicklung geben, die nicht Gerüchten zufolge von Microsoft übernommen werden soll. Tatsache ist, dass Microsoft auch wirklich schon einige Firmen und Produkte vereinnahmt hat, von denen es wohl eher keiner gedacht hätte.

Was kaufte Microsoft denn noch?

Microsoft hat in seiner Firmengeschichte wirklich eine Vielzahl an Käufen getätigt. Das Großunternehmen kaufte so zum Beispiel die Handysparte des Telekommunikationskonzerns Nokia auf, das Unternehmensnetzwerk Yammer oder die Werbefima aQuantive. Man kann durchaus hinterfragen, inwieweit die Deals für Microsoft immer vorteilhaft waren oder sich alles nach den Vorstellungen des Weltkonzerns entwickelte. Außer Frage steht aber, dass die Firmenpolitik von Microsoft alles in allem aufgegangen zu sein scheint. Immerhin gehört das Unternehmen zu den bedeutendsten, erfolgreichsten und größten der Welt.

Egal, ob im beruflichen oder privaten Umfeld: Viele Produkte von Microsoft gehören heute zum Alltag. Gerade im Softwarebereich kommt man kaum an dem Unternehmen vorbei. Auf den meisten Computern läuft das Betriebssystem Windows und jeder hat wohl zumindest schon einmal davon gehört, wenn es nicht sogar benutzt. Möchten Sie sich zum Betriebssystem und weiterer Software beraten lassen? Dann suchen Sie doch den PC-SPEZIALISTEN in Ihrer Nähe auf und nehmen Sie die umfassende Software-Kaufberatung wahr. Falls Sie sich für ein bestimmtes Programm entschieden haben, übernehmen wir auf Wunsch die Software-Installation. Auch übernehmen wie gern die Windows-Installation für Sie und richten Ihnen auf Wunsch den kompletten Computer ein.

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