Was ist die Luca-Warn-App
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Maren Keller, Mo, 29. Mrz. 2021
in Smartphone & Tablet

Was ist die Luca-Warn-App

Bringt sie uns schneller aus dem Lockdown?

Die Luca-Warn-App ist eigentlich keine Warn-App im herkömmlichen Sinne und daher auch nicht mit der Corona-Warn-App des Bundes vergleichbar. Sie hat trotzdem ihre Berechtigung und ist zurzeit in aller Munde.

Was die Luca-App kann und besonders macht und ob sie uns vielleicht sogar schneller aus dem Lockdown bringt, erfahren Sie bei uns.

Was ist die Luca-Warn-App

Die Luca-Warn-App, die im eigentlichen Sinne keine Warn-App ist, dient vielmehr der schnellen Kontaktrückverfolgung. Und zwar im Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern. Die App kann überall dort eingesetzt werden, wo viele Menschen zusammenkommen. Die Luca-App erfasst Kontaktdaten, indem ein QR-Code gescannt wird. Das hilft beispielsweise Veranstaltern oder Restaurantbetreibern, die nicht mehr mit Zetteln wirtschaften möchten. Und auch für Gäste ist das Verfahren einfacher und vor allem anonym.

Hinter der App steht unter anderem Smudo von Band „Die Fantastischen Vier“. Als Musiker ist er von den Einschränkungen durch Corona besonders betroffen, denn Konzerte und Co. finden schon lange nicht mehr statt. Und gerade für Künstler, aber auch Gastronome, Veranstalter und Anbieter von Waren des nicht-täglichen Bedarfs wird es von Tag zu Tag dringender, dass die Pandemie entweder komplett überwunden oder zumindest ein Weg gefunden wird, damit derart umzugehen, dass jeder wieder seinem Beruf nachgehen und somit Geld verdienen kann. Die Luca-App soll und also schneller aus dem Lockdown helfen.

Vier Handy-Screenshots mit Luca-App. Bild: Screenshots luca-app.de/Montage. PC-SPEZIALIST

In vier einfachen Schritten zur Kontakterfassung. Bild: Screenshots luca-app.de/Montage. PC-SPEZIALIST

Wie funktioniert die Luca-App?

Die Luca-App gibt es sowohl für Android als auch für iOS. Voraussetzung ist die Android-Version 5.0 oder die iOS-Version 12.0.

Die App funktioniert folgendermaßen: Nach der Installation tragen Sie Ihre persönlichen Kontaktdaten in die App ein. Daraufhin erzeugt die App wechselnde QR-Codes. Gehen Sie auf eine Veranstaltung oder in ein Restaurant oder wo auch immer in Corona-Zeiten Kontaktdaten erfasst werden müssen, scannt entweder der Veranstalter den Code oder Sie selbst scannen beim Besuch einen QR-Code – das ist unterschiedlich handhabbar, hat aber immer denselben Effekt.

Sobald Sie das Restaurant, die Veranstaltung, das Museum wieder verlassen, werden Sie über eine Geofencing-Erkennung automatisch ausgecheckt. Das passiert, sobald Sie einen vordefinierten Radius verlassen. Wird einer der Gäste später positiv auf Corona getestet, können mit Hilfe der App die Kontakte schnell und einfach nachverfolgt werden und das Gesundheitsamt informiert alle Gäste, die sich zur entsprechenden Zeit dort aufgehalten haben. Wichtig: Veranstalter, Gastronome und auch App-Betreiber können Ihre persönlichen Daten nicht auslesen, das Gesundheitsamt allerdings schon.

Das Problem mit der Luca-Warn-App

Es gibt ein großes Problem mit der App, die als Ergänzung zur Corona-Warn-App gesehen werden kann. Die Gesundheitsämter müssen an das Luca-System angeschlossen sein. Von den etwa 400 Gesundheitsämtern in ganz Deutschland sind es bislang aber nur 60. Laut ZDF ist absolut offen, ob die App demnächst bundesweit eingesetzt wird. Und solange nur eine kleine Minderheit mitmacht, ist die App eine gute Idee, aber in der breiten Fläche leider noch nicht nutzbar.

Immerhin, auch die Corona-Warn-App soll nach Ostern, neun Monate nach ihrem Start, ebenfalls ein Check-In-System bekommen. Es soll die Zettelwirtschaft unnötig, aber die Kontaktverfolgung gleichzeitig einfacher und schneller machen. Ob die verspätete Weiterentwicklung bei der stark kritisierten App das Vertrauen der Bevölkerung in die Technik vergrößert, bleibt abzuwarten. Allgemeine Infos zu Tracking-Apps erhalten Sie bei uns im Blogbeitrag Tracking-Apps zu Corona-Zeiten.

Luca-App: Szene im Restaurant, viele Leute an Tischen. Bild: Pixabay

Sind gesellige Treffen im Restaurant dank Luca-App oder einer Alternative bald wieder denkbar? Bild: Pixabay

Die Luca-App und der Datenschutz

Die Kritik an der Corona-Warn-App war verhältnismäßig früh schon recht groß. Zunächst war weder klar, wo die Daten gespeichert werden noch wie genau die App überhaupt arbeitet. Immerhin: Inzwischen haben rund 26 Millionen Deutsche die App auf ihrem Handy und Bedenken zum Thema Datenschutz gibt es keine mehr. Wie sieht es damit bei der Luca-App aus?

Bislang geben die Behörden grünes Licht. Nach einer rechtlichen und technischen Prüfung sagt der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink, dass die App „hohe Datenschutzstandards“ erfülle. Grund für die Beurteilung ist, dass die Dokumentation der Kontakte verschlüsselt erfolgt und der Nutzer selbst entscheidet, „wann und mit wem er diese sensiblen Daten teilen möchte“.

Zudem versprechen die App-Entwickler auf ihrer Website, dass die Kontaktdaten unabhängig voneinander gespeichert werden. Die Datensätze von Gast, Gastgeber und Gesundheitsamt fügen sich demnach erst im Fall einer Infektion zusammen. Außerdem haben weder der Veranstalter, noch Mitarbeiter der Luca-Warn-App Zugriff auf persönliche Daten.

Kritik am Datenschutz

Der Datenschutz der App wird nicht nur positiv gesehen. So sagt Datenschutzaktivistin Lilith Wittmann gegenüber der Zeit, dass die zentrale Speicherung der Daten ein Problem sei. Außerdem ist der Quellcode nicht öffentlich einsehbar und laut Wittmann seien die Finanzstrukturen und Geschäftsmodelle äußerst intransparent, weshalb sie von der App abrät.

Übrigens: Es gibt bereits Alternativen zur Luca-Warn-App. Genannt sei beispielsweise die App Hello Q!, die nach identischem Prinzip funktioniert. Entwickelt hat sie der Physiker Florian Ziemann, der als Hobby-Musiker vom Ehrgeiz gepackt wurde, um der Kultur trotz Corona das Leben zu ermöglichen. Es gibt die App für Android und Apple. Neben der QR-Code-Funktion und dezentral verschlüsselter Besucherinformationen, hat die App außerdem eine Chatfunktion. So können Infektionen unter Gästen schnell verbreitet werden.

Entwickler Ziemann kritisiert, dass es zwar sicherlich mehr als zehn Alternativen zur Luca-Warn-App gibt, aber nur die eine App beworben wird. So habe es beispielsweise keine Ausschreibung gegeben, ehe das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern die Lizenz für die Luca-App erworben hat.

Screenshots von Hello Q!-App als Alternative zur Luca-Warn-App. Bild: Screenshots hello-q.app/Montage PC-SPEZIALIST

Hello Q! ist nur eine von zahlreichen Alternativen zur Luca-App. Bild: Screenshots hello-q.app/Montage PC-SPEZIALIST

Umgang mit alternativen Apps

Ziemann will jetzt versuchen, ein drohendes Monopol durch Luca zu verhindern. Ihm ist wichtig zu verdeutlichen, dass Hello Q! wie viele andere Apps eine praktikable Lösung darstellt. Zudem sagt er, dass die Gesundheitsämter nicht zwingend damit zusammenarbeiten müssen. Wichtig wäre es, den Nutzern die Freiheit zu lassen, welcher Kontaktverfolgungs-App sie vertrauen. Eine zentrale Lösung sei dafür nicht nötig, stattdessen könnten alle brauchbaren Apps bei Lockerungen dienlich sein.

Was halten Sie von Kontaktverfolgungs-Apps? Nutzen Sie bereits die ein oder andere? Haben Sie vielleicht in einem ersten Schritt die Corona-Warn-App des Bundes installiert? Oder kennen Sie die Luca-App oder eine Ihrer Alternativen? Lassen Sie uns gern an Ihren Erfahrungen teilhaben, indem Sie uns eine Nachricht als Kommentar hinterlassen.

Und sollten Sie Probleme bei der Installation von Apps auf Ihrem Endgerät haben, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren PC-SPEZIALIST vor Ort. Mit unseren zahlreichen Dienstleistungen rund um Smartphone können wir auch Ihnen helfen – angefangen beim Antivirenschutz über die Datenrettung bis hin zur Smartphone-Reparatur.

Update vom 07.04.2021: Geklauter Quellcode

Die Hacker von Zerforschung haben herausgefunden, dass der Quellcode der Luca-App zumindest zum Teil einfach geklaut wurde. Die Entwickler der App haben demnach den Open-Source-Code einfach übernommen und lediglich die Lizenzhinweise entfernt, sowie Whitespaceänderungen durchgeführt. Damit verstoßen die Entwickler vermutlich gegen die Urheberrechte.

Mittlerweile haben die Macher der App ihren Fehler eingestanden und reagiert: Die Lizenz der App wurde geändert und die Lizenzhinweise ergänzt, soweit es nötig war. Die Macher erklären das Fehlen der Lizenznennung folgendermaßen: „Bei der Konvertierung/Encodierung-Routine des QR-Codes, wurde ein Baustein eines Open-Source-Projektes verwendet, der nicht hinreichend referenziert war. Dies haben wir umgehend korrigiert. Durch die starke Verteilung von Code in verschiedenen öffentlichen Projekten unter diversen Lizenzen und durch automatische Refactoring Tools können solche Lizenzkommentare in der Praxis verloren gehen. […] Wir haben einen Referenzierungsfehler gemacht, für den wir uns beim Autor und der Open Source Community entschuldigen!“

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Weiterführende Links: Luca, Chip, Chip, Spiegel, RND, ZDF, Hello Q!, Merkur, Zerforschung, PC Welt

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