AVG verkauft Browser-Daten
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Lena Kunikowski, Do, 24. Sep. 2015
in Aktuelles

AVG verkauft Browser-Daten

AVG wird zur Spyware

AVG, einer der bekanntesten Anti-Viren-Software-Hersteller, wird in Zukunft die Browserdaten und den Suchverlauf seiner Nutzer an Werbetreibende verkaufen.

Die neue „Datenschutzrichtlinie“, die den Namen fast nicht mehr verdient hat, tritt bereits am 15. Oktober in Kraft. AVG argumentiert damit, dass sich das Unternehmen auf anderem Weg nicht mehr finanzieren könnte. Von dem jetzt geplanten Datenverkauf sollen nach eigenen Angaben etwa 200 Millionen Nutzer betroffen sein.

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AVG Antivirus ist sowohl für PC & Notebook als auch für Smartphone und Tablet erhältlich und sehr beliebt

AVG verkauft Nutzerdaten

Nach Bekanntwerden der fragwürdigen Geschäftsausrichtung gab AVG an, dass es sich bei den zu verkaufenden Daten nicht um personenbezogene Daten handeln würde und AVG selbst für die entsprechende Anonymisierung sorgen wollte. Da sich aber gerade durch die eingegebenen Suchbegriffe meist schon konkrete Rückschlüsse auf die jeweiligen Person ziehen lassen, ist es mehr als fraglich, wie AVG gewährleisten will, dass keine persönlichen Nutzerdetails bei den Werbetreibenden landen. Außerdem: Allein durch die geplante eigene Anonymisierung durch AVG ist es diesen wiederum möglich, an persönliche Daten heranzukommen. Konkret geht es bei den zu verkaufenden Daten um den Browser- und Suchverlauf, die Werbe-ID, den Provider sowie „Daten zu anderen Anwendungen, die Sie auf Ihrem Gerät haben“.

AVG wird zur Spyware

Die Anti-Viren-Software von AVG, die eigentlich die Nutzer vor Spyware schützen soll, wird also quasi selbst zu einer. Und noch etwas hinterlässt bei diesem höchst zweifelhaften Geschäftsmodell einen bitteren Beigeschmack: Widerspricht der Nutzer der Verwendung und Weitergabe seiner Daten an die so genannten Partnerunternehmen, muss er dazu einen Link anklicken. Dieser führt aber witzigerweise auf eine 404-Seite. Wenigstens führte AVG an, seine Nutzer per E-Mail auf die neuen Datenschutzbedingungen hinzuweisen und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, diesen zu widersprechen (oder sich nach alternativen Anti-Viren-Programmen umzusehen). Wie schnell der geneigte Nutzer eine solche E-Mail allerdings ungelesen löscht, wird wohl auch der tschechische Hersteller wissen.

Übrigens: Wer sich trotz oder wegen einer fehlenden Anti-Virensoftware Trojaner oder andere Schädlinge eingefangen hat, dem helfen wir von PC-SPEZIALIST natürlich gerne weiter. Wir bieten euch eine professionelle Virenentfernung an oder unterstützen euch bei der Installation einer Virenschutz-Software (die bestimmt nicht AVG heißen wird).

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