Datenschutz-App

Datenschutz-App

Wie MetaMiner Datensammler blockiert

Dass Apps auf Smartphone und Tablet oftmals wahre Datensammler sind, ist kein Geheimnis mehr. Doch was die Apps so alles sammeln, ist meistens nicht bekannt. Jetzt gibt es eine Datenschutz-App, mit der ihr Tracking-Dienste enttarnen und blockieren könnt.

Diese App heißt MetaMiner und wurde am Montag erstmals vorgestellt. Wir erklären euch, wie sie funktioniert.

Dass Apps möglichst viele Informationen über ihre Nutzer sammeln, ist bekannt. Auch wenn wir meistens nicht genau wissen, was die App nun alles sammelt. Oft genug stimmen wir den erforderlichen Berechtigungen beim Download zu, eben weil wir genau diese App haben wollen. Dass Datenschützer den Datenklau kritisch sehen, ist nicht neu. Wie NRW dagegen vorgehen will, erfahrt ihr in unserem Blogbeitrag über den App Datenschutz.

Datenschutz-App

Mit der Datenschutz-App MetaMiner enttarnt ihr Tracking-Dienste in Apps.

Online-Tracking versus Datenschutz-App

Was ist Online-Tracking? Beim Online-Tracking werden eure Aktivitäten im Internet verfolgt. Apps sammeln Daten, wann und wie oft ihr im Internet seid, welche Seiten ihr aufruft und wie lange ihr auf den jeweiligen Seiten verweilt. Oftmals stellt dies einen Einschnitt in das Recht des Einzelnen auf Selbstbestimmung dar. Für das Surfen über den Internetbrowser am heimischen Rechner gibt es daher bereits zahlreiche Möglichkeiten, das Online-Tracking sichtbar zu machen und die Tracker zu blockieren.

Aber wusstet ihr, dass ihr auch über das Smartphone verfolgt werden könnt? Den meisten Nutzern von Smartphone-Apps ist das nicht bekannt. Eine neue Datenschutz-App enttarnt solche Apps jetzt und kann sie sogar blockieren.

Datenschutz-App MetaMiner

Vergangenen Montag hat das Fraunhofer Institut SIT die neue Datenschutz-App vorgestellt. Sie heißt MetaMiner und ist ein Tool für mobile Apps. Sie enttarnt nicht nur Tracking-Dienste, die heimlich vorgehen, sondern blockiert sie auch. Dabei scannt sie unterschiedliche Datenspuren auf dem Smartphone, die sogenannten Metadaten. Entwickelt wurde die App vom Fraunhofer Institut für sichere Informationstechnologie (SIT), denn immer mehr Menschen nutzen das Internet über mobile Geräte, wie Eurostat festgestellt hat. 2016 surften demnach sechs von zehn Usern bereits mobil im Internet, also über Smartphone und Tablet, zeigt eine Eurostat-Auswertung. Tendenz steigend.

Viele Apps nutzen Zusatzbibliotheken, um möglichst viele Nutzer-Details zu erfassen. Im Idealfall, um die App zu verbessern, meistens aber, um zielgerichtet Werbung einzublenden. Abgesehen davon, dass die Erfassung eurer Daten von euch unbemerkt geschieht, sind diese Zusatzbibliotheken auch ein Einfallstore für Cyber-Angriffe, da sie oftmals Sicherheitslücken aufweisen.

Was kann die Datenschutz-App MetaMiner?

Die Datenschutz-App MetaMiner geht dagegen vor, dass Apps euch aushorchen und Informationen sammeln. MetaMiner verarbeitet unmittelbar auf dem Gerät des Endnutzers die Daten und interpretiert sie, ohne Sicherheitskompromisse am Gerät einzugehen. Laut Fraunhofer-Institut SIT soll das das Tool leicht bedienbar und durch interaktive Visualisierung und klare Grafiken sehr übersichtlich sein, beschreibt Hervais Simo Fhom, Projektleiter am Fraunhofer SIT. Wenn ihr MetaMiner nutzt, zeigt euch das Tool Diagramme und Grafiken an, auf denen ihr sehen könnt, in welchen Apps welche Zusatzbibliotheken für Tracking und Werbung eingebettet sind. Auch erfahrt ihr, wann und mit welchen Drittservern das Smartphone heimlich kommuniziert und wohin diese Daten fließen. MetaMiner

  • erkennt Tracker in mobilen Apps
  • zeigt euch die Interaktionen mit Tracker-Diensten
  • wahrt dabei eure Privatsphäre
  • blockiert Datenflüsse zu Tracker-Diensten und
  • erfasst und analysiert den Netzwerkdatenverkehr direkt am Smartphone.

MetaMiner als Prototyp

Dabei ist keine Sicherheitskompromittierung des Smartphones durch Rooten nötig. Weitere Informationen zu MetaMiner findet ihr auf der Internetseite des Fraunhofer-Instituts SIT. Aktuell gibt es MetaMiner nur als Prototyp für Android. Die Wissenschaftler arbeiten zurzeit an weiteren Funktionen, die es möglich machen sollen, dass ihr die MetaMiner-App schon bald auf eurem mobilen Gerät nutzen könnt. Wenn das soweit ist, erfahrt ihr es natürlich bei uns. Bis dahin solltet ihr euch bei jedem Download von Apps gut überlegen, welche Berechtigungen ihr erteilt. Zusätzlich könnt ihr unter Android, als auch unter iOS die gesetzten Berechtigungen der Apps anzeigen lassen und natürlich auch entziehen.

1 Kommentar

  1. Aley sagt:

    Oh, unbedingt darüber berichten, wenn es die App als Download gibt!
    Danke für den interessanten Artikel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.