Smartphone-Hersteller bekommen Nutzerdaten
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Maren
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Smartphone-Hersteller bekommen Nutzerdaten

Facebook immer mehr unter Druck

Apple, Samsung, BlackBerry und jetzt auch noch Huawei – aber nicht nur die großen Smartphone-Hersteller haben seit 2007 Nutzerdaten von Facebook bekommen. Bislang sind 60 Hersteller bekannt, die eure Daten, die eurer Freunde sowie die der Freundesfreunde erhalten haben. 

Und zwar auch, wenn die Weitergabe der Daten deaktiviert war. Facebook gerät immer mehr unter Druck. Wir erklären euch, worum es geht.

Smartphone-Hersteller profitieren von Datenweitergabe

Die Smartphone-Hersteller, aber auch die anderen Geräte-Hersteller profitieren von der Datenweitergabe. Ihnen ist es so möglich, komplette, detaillierte Nutzerprofile zu erstellen. Außerdem können sie genau sehen, wer wann mit welchem Gerät in welchem Umfang Facebook nutzt. Berichtet hatte darüber die New York Times.

Welche Daten haben die Smartphone-Hersteller und andere Hersteller bekommen? Unter anderem User-IDs, Geburtsdaten, Daten über berufliche und schulische Laufbahnen sowie den Online-Status. Aber auch Daten über euren Beziehungsstatus, religiöse Bekenntnisse und politische Einstellungen wurden weitergegeben. Informationen aus mehr als 50 Kategorien können die Hersteller erhalten.

Bereits seit 2007 gewährt Facebook verschiedenen Herstellern von Endgeräten speziellen Zugriff auf Facebook-Daten. Das soll Endgeräte-Nutzern erleichtern, Facebook zu bespielen. Das Problem: Auch die Daten eurer Facebook-Freunde sowie die Daten von deren Facebook-Freunden werden ausgelesen. Und zwar sogar dann, wenn in den Einstellungen des Facebook-Kontos die Datenweitergabe an Dritte ausdrücklich untersagt wurde.

Facebook - Smartphone-Hersteller - Nutzerdaten - Datenweitergabe. Foto: Pixabay

Smartphone-Hersteller nutzten über Jahre Nutzerdaten von Facebook. Foto: Pixabay

Smartphone-Hersteller keine „Dritten“

Facebook weist sämtliche Vorwürfe zurück. Für den Konzern seien Smartphone-Hersteller keine „Dritten“. Stattdessen handelt es sich bei den Geräteherstellern um Service-Anbieter. Sie seien laut Facebook von der Regelung ausgenommen, keine Daten von Mitgliedern an „Dritte“ ohne ausdrückliche Zustimmung weiterzugeben.

Die sogenannten Service-Anbieter sollen anhand der Daten die Möglichkeit bekommen, die Erfahrung in Facebook für den Nutzer interessanter zu gestalten. Apple wollte dem Nutzer beispielsweise die Möglichkeit bieten, direkt von der Kamera-App ein Bild auf Facebook zu teilen.

Smartphone-Hersteller äußern sich nur zögerlich

Zu den über 60 Herstellern, die seit 2007 mit Facebook einen Vertrag zur Nutzung der persönlichen Daten haben, gehören neben Smartphone-Herstellern auch Microsoft und Amazon. Amazon und Samsung äußersten sich bislang nicht dazu, Apple teilte mit, den Zugriff seit September nicht mehr zu nutzen. Microsoft und BlackBerry gaben an, die von Facebook geholten Daten nicht auf eigene Server hochzuladen. Lediglich auf Android-Geräten der Marke BlackBerry ist der Facebook-Zugriff nicht eingerichtet.

Facebook dagegen erklärte, die Schnittstellen seien in Zeiten vor dem App-Boom für die Nutzung notwendig gewesen. Der Daten-Zugriff sei aber strikt eingeschränkt worden. Es seien auch keine Fälle bekannt, in denen auf diesem Wege erhaltene Nutzerdaten missbraucht wurden.

Apple geht zum Gegenangriff über

Nach Bekanntwerden des neuen Datenskandals rund um die Datenweitergabe an Smartphone-Hersteller geht Apple jetzt zum Gegenangriff über. Der iPhone-Konzern will der weltgrößten Social-Media-Plattform den Zugriff auf Nutzerdaten in seinem Webbrowser Safari deutlich erschweren. „Wir haben alle schon mal diese „Like“- und „Teilen“-Buttons sowie Kommentar-Felder gesehen“, sagte Apples Software-Chef Craig Federighi und teilte dann aus: „Nun, es stellt sich heraus, dass diese auch dazu verwendet werden können, Ihnen nachzuspähen. Heute machen wir das dicht.“

Der Konzern spricht mit gespaltener Zunge. Schließlich hat er doch ebenfalls jahrelang vom Datenabgleich mit Facebook-Nutzerdaten profitiert.

Smartphone-Hersteller installiert Warnung

Für Facebook kann die Reaktion des Smartphone-Herstellers Apple dennoch ein Problem werden. Safari läuft nicht nur auf Apples Mac-Computern, sondern ist auch der meist genutzte Webbrowser auf dem iPhone. Lest unbedingt auch, welche mobilen Browser es außerdem gibt.

Ab Herbst bekommen Safari-Nutzer eine Warnmeldung angezeigt, sobald sie Websites besuchen, die „Like“-Buttons enthalten oder die Kommentar-Funktion mit dem Facebook-Login betreiben. Dann könnt ihr selbst entscheiden, ob ihr die Datenfreigabe gewähren wollt. Bisher passiert der Datenaustausch unbemerkt im Hintergrund.

Welcher Datenskandal dem neuesten voran gegangen ist, erfahrt ihr in unseren Blogbeiträgen #deletefacebook und Neuer Datendiebstahl. Was ist eure Meinung zu Facebook und all den Skandalen in jüngster Zeit? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen. Denkt ihr vielleicht bereits über eine Alternative nach? Dann erfahrt ihr in unserem Ratgeber Facebook-Alternative, welche es gibt.

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