Datenweitergabe an Facebook-Partner
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Stefanie Schäfers, Fr, 21. Dez. 2018
in Verschiedenes

Datenweitergabe an Facebook-Partner

Facebook-Partner hatten Zugriff auf private Nachrichten

2018 war das Jahr der Datenlecks. Kurz vor Jahresende zeigt sich, dass Facebook-Partner Zugriff auf private Nachrichten und Daten hatten. Der Grund: Eine umfangreiche Datenweitergabe von Facebook.

Was dahinter steckt und wer Nutzerdaten von Facebook bekommen hat, klären wir.

2018 – das Jahr der Datenlecks und Datenpannen

Selten haben die Medien so oft über Datenpannen und Datenlecks berichtet wie im Jahr 2018. Das liegt zum einen daran, dass es dieses Jahr gleich mehrere große Datenskandale bei Konzernen wie Facebook, Amazon oder Google zu beklagen gab. Zum anderen hat das Inkrafttreten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) das Bewusstsein für Datensicherheit noch einmal verschärft. Mehr zum Thema DSGVO erfahrt ihr auch bei uns im Ratgeber EU-Datenschutzgrundverordnung sowie im Blogbeitrag EU-Datenschutz für Privatpersonen.

Vor allem die Social-Media-Plattform Facebook hat in diesem Jahr durch zahlreiche Datenlecks auf sich aufmerksam gemacht. Angefangen vom Datenskandal um Cambridge Analytica und die daraus resultierende #deletefacebook-Kampagne bis hin zur neusten Datenpanne, bei der Hacker eure Facebook-Daten verkaufen wollen: Für Facebook war es kein gutes Jahr in Sachen Datenschutz.

Facebook Logo - Datenweitergabe - Facebook-Partner

Vor allem in Sachen Datenschutz war es für Facebook kein gutes Jahr. Zum Jahresabschluss wurde jetzt noch mal eine umfangreiche Datenweitergabe bekannt. (Bild: pixabay.com/Simon)

Schon wieder Datenweitergabe an Facebook-Partner

Auch jetzt zum Jahresende kommt es für Facebook nochmal dick. Ein Bericht der New York Times zeigt, dass die Social-Media-Plattform im großem Stil Nutzerdaten an die zahlreichen Facebook-Partner weitergegeben hat. Das pikante daran: Nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica hatte Facebook seine Datenschutzbestimmungen für die Verknüpfung mit Drittanbieter-Apps geändert, die genau das verhindern sollten.

Überhaupt ist der neue Vorwurf gegen Facebook nicht das erste Mal, dass der Konzern wegen unerlaubter Datenweitergabe in der Kritik steht. Schon im Sommer 2018 wurde bekannt, dass Smartphone-Hersteller, darunter auch Apple und Samsung, unerlaubterweise Nutzerdaten von Facebook erhalten haben.

Im neuen Fall erhielten auch andere Facebook-Partner wie Spotify, Amazon oder Netflix Zugriff auf eure persönlichen Daten. Laut eines Berichts von Daniel Berger zählt dazu auch der Zugriff auf private Nachrichten, die ihr über Facebook verschickt habt. Insgesamt, so Berger, erhielten über 150 externe Facebook-Partnerunternehmen Daten von der Social-Media-Plattform.

Datenweitergabe auch nach gelöschtem Zugriff

Es sind vor allem Technologie-Unternehmen, aber auch Medienorganisationen und Vertreter aus der Autoindustrie, die Daten von Facebook erhielten. Pro Monat seien dabei die Daten von Hunderten Millionen Facebook-Usern ausgelesen worden, heißt es im Artikel von Berger.

Welche Daten die einzelnen Facebook-Partner dabei einsehen konnten, variiert von Fall zu Fall. Während einige Unternehmen durch die Datenweitergabe beispielsweise die Namen aller Facebook-Nutzer einsehen konnten, konnten andere auf private Nachrichten oder diverse Kontoinformationen zugreifen.

Besonders problematisch ist dabei, dass Unternehmen in manchen Fällen selbst dann noch Zugriff auf die Daten hatten, als die Datenweitergabe schon längst abgestellt war. Auch wie die Daten weiter genutzt wurden, ist nicht ganz ohne. Zwar erklärt Facebook, dass kein Facebook-Partner die weitergegebenen Nutzerdaten missbraucht hätte. Dennoch ist klar, dass einzelne Unternehmen wie etwa Amazon die Daten unter anderem für Werbezwecke oder Personalisierungen nutzten.

Datenweitergabe – das sagt Facebook dazu

Bei der Datenweitergabe handelt es sich um sogenannte Daten-Deals zwischen der Social-Media-Plattform und den Facebook-Partnern, die bis in das Jahr 2010 zurückreichen. Einige davon galten aber auch noch in den Jahren 2017 und 2018 – und zwar obwohl die zugehörigen Schnittstellen schon im Jahr 2014 deaktiviert wurden.

Eigentlich waren die Schnittstellen dazu gedacht gewesen, Nutzern von anderen Plattformen Kontakt zu ihren Facebook-Freunden zu ermöglichen. Dabei gab Facebook allerdings sensible Daten ohne die Zustimmung der Nutzer weiter. Auch wenn der Vorfall vielleicht kein Datenskandal im eigentlichen Sinne ist, steht fest: Das Vertrauen der Nutzer in Facebook leidet weiter.

Wie seht ihr das? Nutzt ihr Facebook noch oder habt ihr euch bereits nach einer Facebook-Alternative umgesehen? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen.

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