Video-Ident bei der Jobsuche?
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Maren, Do, 2. Aug. 2018
in PC & Notebook

Video-Ident bei der Jobsuche?

Warum ihr niemals persönliche Daten versenden solltet

Habt ihr euch auch schon mal online um eine neue Stelle beworben? In einem Stellenportal nach Jobs gesucht? Vorsicht! Bei der Online-Jobsuche mit Video-Ident droht euch Gefahr.

Denn Kriminelle nutzen diesen Weg, um an eure persönlichen Daten zu kommen. Und nicht nur das. Mithilfe eurer Daten eröffnen sie Bankkonten in eurem Namen. Wie die Kriminellen vorgehen, erfahrt ihr bei uns.

Video-Ident für persönliche Daten

Kriminelle lassen sich immer etwas Neues einfallen, um an eure persönlichen Daten zu gelangen. Sind sie erst einmal im Besitz der sensiblen Daten, starten sie ihre betrügerischen Machenschaften. Ein zurzeit äußerst beliebter Weg: Video-Ident bei der Online-Stellensuche. Doch wie gehen die Betrüger vor? Sie nutzen in erster Linie die Gutgläubigkeit der Arbeitssuchenden aus. Dafür schalten sie Stellenanzeigen, für die sie teilweise die Namen großer Firmen und deren Mitarbeiter missbrauchen. Alternativ bauen sie Webseiten von Unternehmen nach, was kaum erkennbar ist. Unter anderem wurde auf diese Art und Weise bereits Tchibo und auch das Bewerbungsportal der Bahn kopiert.

Die Stellenanzeigen findet ihr in diversen Internetportalen, unter anderem in ebay-Kleinanzeigen. Ziel der Kriminellen ist es, dass ihr als Bewerber per Video-Ident ein Bankkonto eröffnet, über das die Kriminellen verfügen. Doch das solltet ihr besser nicht tun.

Video-Ident - persönliche Daten - Internetportal. Foto: Pixabay

Schriftliche Bewerbungen werden immer mehr von Online-Bewerbungen abgelöst. Foto: Pixabay

Persönliche Daten sind Grundlage für die Kriminellen

Doch wie funktioniert das Video-Ident? Wie können die Kriminellen von dem Bankkonto profitieren, das ihr eröffnet? Grundlage sind zunächst einmal eure persönlichen Daten, die ihr schicken sollt.

Der Ablauf ist folgender: Ihr bewerbt euch online auf eine Stellenanzeige, bei dem kein persönliches Gespräch geplant ist, sondern sämtliche Identifizierungen online weitergehen. Im folgenden sollt ihr dann den Kriminellen, die sich als Arbeitgeber ausgeben, folgende persönliche Daten per E-Mail senden:

  • (eingescannter/abfotografierter) Personalausweis (beidseitig)
  • Bewerbungbsunterlagen/Lebenslauf mit Foto
  • Foto (Selfie) mit Ausweisdokument in der Hand
  • eventuell Bankdaten

Kurze Zeit später bekommt ihr die positive Nachricht, dass man sich die Zusammenarbeit mit euch vorstellen könnt. Dafür müsst ihr nur noch eines tun: Euch per Video-Ident-Verfahren identifizieren, weil es kein persönliches Gespräch gibt.

Konto per Video-Ident eröffnen

Sobald die Kriminellen eure persönlichen Daten haben, bekommt ihr konkrete Anweisungen, wie ihr das Video-Ident absolvieren sollt. Dafür müsst ihr zunächst eine legale Video-App installieren. Die Zugangsdaten bekommt ihr für eure persönliche Identifizierung übermittelt.

Wenn ihr das Verfahren startet und natürlich nicht ahnt, dass ihr mit der Identifizierung ein Konto eröffnet, hat die Falle funktioniert. Die Kriminellen sind dabei in der Rolle des Mittlers. Das bedeutet, sie stehen zwischen Bank (Video-ID) und Jobsuchenden. Alle von der Bank/Video-ID benötigten Unterlagen werden ausschließlich über die kriminellen Täter geleitet.

Weder die Bank noch ihr als Opfer bekommt davon etwas mit. Die Täter geben sich der Bank gegenüber mit euren persönlichen Daten als diejenigen aus, die das Konto eröffnen möchten, das für den neuen Job nötig ist. Ihr seid nur Mittel zum Zweck. Die Täter bekommen die Zugangsdaten für das Banking und können mit dem Konto, das dann auf euren Namen läuft, machen, was sie wollen.

Video-Ident - persönliche Daten - Internetportal. Foto: Pixabay

Vorsicht bei Stellenanzeigen, bei denen ihr euch per Video-Ident identifizieren sollt. Foto: Pixabay

Neuer Job nach Video-Ident?

Für euch ist das Bewerbungsverfahren nach dem Video-Ident natürlich nicht beendet, denn eine Zu- oder Absage für das Jobangebot habt ihr ja noch nicht bekommen. Allerdings halten euch die Kriminellen hin, vertrösten euch und werden euch letztlich doch nicht einstellen.

Einen neuen Job gibt es also für euch auf diesem Weg nicht. Und auch, dass es ein neues Bankkonto auf euren Namen gibt, wisst ihr nicht. Spätestens, wenn polizeiliche Ermittlungen starten und die Kripo bei euch vor der Tür steht, erfahrt ihr davon. Bis dahin können die Kriminellen das neue Bankkonto nutzen, um beispielsweise Geldwäsche zu betreiben.

Wie schützt ihr euch vor diesem Betrug?

Bleibt die Frage, wie könnt ihr euch vor dem Betrug per Video-Ident schützen? Natürlich solltet ihr skeptisch werden, wenn ihr euch bewerbt und keinerlei persönliche Gespräche geplant sind. Auch wenn mittlerweile ganz viel online passiert. Wenn ihr auf Online-Jobsuche seid, sind persönliche Gespräche immer noch üblich.

Schützen könnt ihr euch, wenn ihr während des Ident-Verfahrens ganz eindeutig sagt, dass ihr euch auf eine Stellenanzeige beworben habt und die Identifizierung dafür notwendig sei. Die Mitarbeiter des Video-Ident werden vermutlich in dem Fall die Identifizierung sofort abbrechen und euch auf die Gefahr hinweisen.

Persönliche Daten übermittelt? Erstattet Anzeige!

Wenn ihr vorab persönlichen Daten (wie ein Foto eures Personalausweises) an die Kriminellen übermittelt habt, so erstattet unbedingt Anzeige bei der Polizei. Die Kriminellen werden sicherlich versuchen, eure Daten missbräuchlich zu verwenden, auch wenn es nicht zur Kontoeröffnung auf euren Namen kommt.

Wie die Nachricht der augenscheinliche Jobanbieters aussieht, erfahrt ihr bei der Polizei Niedersachsen. Solltet ihr unsicher sein, ob ihr euch auf diesem Wege vielleicht auch einen Trojaner oder andere Schadsoftware auf euer Smartphone oder euren Rechner geladen habt, kommt am besten zu eurem PC-SPEZIALIST vor Ort. Wir finden mit unserem Sicherheits-Check und einer Systemprüfung jede Lücke in eurem System und mit unserer professionellen Virenentfernung vertreiben wir jeden Wurm und Virus von eurem Rechner.

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