Android Q kommt
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Janina, Do, 9. Mai. 2019
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Android Q kommt

Neues Handy-Betriebssystem auf Google I/O 2019 vorgestellt

Innovation, Wohlbefinden, Sicherheit und Privatsphäre – das sind die zentralen Themen von Android Q. Das neue Handy-Betriebssystem kommt mit allerhand Neuerungen daher, die jetzt bei Googles Entwicklerkonferenz vorgestellt wurden.

Welche Besonderheiten Android Q hat und was es sonst noch Neues im Google-Universum gibt, verraten wir euch.

Google I/O ’19 als Mega-Event

Unter dem Namen Google I/O inszeniert Google seit 2008 alle Jahre wieder seine Entwicklerkonferenz als Mega-Event. Das ist auch 2019 so. Vom 7. bis 9. Mai feierte das Unternehmen nicht nur seine neuen Entwicklungen, sondern auch natürlich ein bisschen sich selbst. Das „I“ und das „O“ im Namen der Konferenz stehen übrigens für die Begriffe Input und Output.

Wer nicht leibhaftig im Shoreline Amphitheater im kalifornischen Mountain View dabei sein konnte, wurde bei Google und YouTube mit einem Livestream der Präsentation versorgt. Zusätzlich sind auf den beiden Plattformen alle wichtigen Infos und weiterführende Videos rund um das Event online abrufbar.

Neben Google-Chef Sundar Pichai traten mehrere „hohe Tiere“ aus dem Google-Universum auf die Bühne des Freilufttheaters, um Soft- und Hardware-Neuerungen vorzustellen. Die Wichtigsten: ein neues Smart Display, zwei neue Smartphones und die neue Android-Version Q. Stephanie Cuthbertson, Senior Director bei Google, präsentierte den 7.000 Zuschauern vor Ort und den mehr als einer halben Million Zuschauern des Livestreams Android Q.

Zu sehen ist links in einer Einblendung Stephanie Cuthbertson, rechts sind drei Smartphone-Bildschirme zu sehen, in denen die neue Untertitel-Funktion bei Android Q in verschiedenen Medien umgesetzt wird. Bild: Screenshot/Google I/O '19 Livestream bei Google

Als „Live Caption“ wird ein neues Feature in Android Q bezeichnet, mit dem Audiodateien in Echtzeit mit Untertiteln versehen werden. Bild: Screenshot/Google I/O ’19 Livestream bei Google

Android Q: klotzen, nicht kleckern

Google will Android-Nutzern einen echten Mehrwert bieten. Die Devise lautet: Smartphones sollen noch hilfreicher werden. Bei der Entwicklung des neuen Betriebssystems (englisch: Operating System, abgekürzt: OS) setzte Google deshalb auf folgende Themen: Innovation, Wohlbefinden, Sicherheit und Privatsphäre. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Künstliche Intelligenz, ähnlich wie schon bei den Neuerungen, die bei der Google-Konferenz ’18 vorgestellt wurden. Auch spezifischere Einstellungsmöglichkeiten für den Nutzer rücken in den Fokus.

Untertitel in Echtzeit

Ob im Meeting, in der Bahn oder zuhause auf dem Sofa – wer keine Kopfhörer zur Hand hat, aber seine Mitmenschen nicht mit dem Sound aus dem Handy beschallen möchte, hat ein Problem. Entweder er verzichtet ganz darauf, sich Videos anzuschauen oder muss sich im Lautlos-Modus ohne Ton einen Reim auf das Geschehen auf dem Bildschirm machen.

Android Q schafft bei diesem Problem Abhilfe, nämlich mit Untertiteln in Echtzeit. Während man sich ein Video anschaut oder eine Audiodatei anhört, erscheint wie von Zauberhand der Text zum Gehörten. Möglich wird das durch Künstliche Intelligenz, die direkt im Gerät verankert ist – bei Google ist die Rede von „on device maschine learning“. Das Ganze funktioniert sogar ganz ohne Internet im Flugzeugmodus. Besonders für gehörlose Menschen ist dieses Feature eine echte Bereicherung.

Smart Reply

Künstliche Intelligenz kommt auch bei der Smart-Reply-Funktion zum Einsatz. Wenn ihr in einer beliebigen Messenger-App einen Text schreiben wollt, sieht das System voraus, was ihr als nächstes schreiben wollt – so der Idealfall. Und auch, was ihr als nächstes machen möchtet, ist für Andoid Q kein Geheimnis. Beispiel: Jemand schickt euch eine Adresse. Ab sofort weiß Google genau, dass ihr als nächstes die Adresse bei GoogleMaps aufrufen wollt und ihr müsst nur noch auf die Adresse tippen, Google erledigt den Rest. Der Zwischenschritt über die Kopier-Funktion erübrigt sich.

Fokus-Mode

Auch das Wohlbefinden der Android-Nutzer steht bei Google ganz oben auf der Aufgabenliste. Nachdem schon länger die Möglichkeit besteht, Zeitbegrenzungen für bestimmte Apps einzurichten oder mit dem „Wind down“ den Bildschirm kurz vor dem Einschlafen auf Schwarz-Weiß zu setzen, bringt der Fokus-Mode eine weitere Zusatzfunktion, die bei der Smartphone-Auszeit helfen soll. Hier geht es darum, einzelne Apps auszuwählen, von denen sich ein Nutzer leicht ablenken lässt, um sie für eine bestimmte Zeit stumm zu schalten. So kann man sich ungestört mit der anfallenden Arbeit beschäftigen, dringliche Anrufe von Geschäftspartnern oder Familienmitgliedern lassen sich dennoch annehmen.

Familien-Feature

Immer früher setzt die Handynutzung bei Kindern ein. In den USA gibt es durchschnittlich mit acht Jahren das erste Handy für die Kids. Mit Android Q erhalten Eltern mehr Kontrolle darüber, was ihr Nachwuchs tatsächlich mit dem Gerät anstellt. Dazu werden in den Einstellungen die Handys der Kinder mit denen der Eltern verbunden. Ab dann können die Eltern verfolgen, welche Apps genutzt werden, und Zeiten definieren, die insgesamt am Handy oder auch mit bestimmten Applikationen verbracht werden dürfen. Auch die Schlafenszeit lässt sich bestimmen. Und bei besonders gutem Benehmen oder einer tollen Schulnote können Bonus-Zeiten vergeben werden.

Privatsphäre

Die in jüngster Zeit wiederholt aufkeimende Kritik an mangelnder Privatsphäre ist wohl doch nicht völlig an Google abgeprallt. Der Konzern kommt den Nutzern in dieser Beziehung deutlich entgegen und billigt ihnen weit mehr Entscheidungsrechte zu als bisher. So sollen Nutzer bezüglich Aktivitäten, Ortsangaben und Werbung künftig selbst entscheiden können, was ein- und was ausgeschaltet ist. Zudem soll das Betriebssystem regelmäßig darüber informieren, wenn eine App, die aktuell gar nicht aktiv ist, auf Daten zugreift. Individuell könnt ihr dann anpassen, wann welche App welche Daten abrufen darf. Google verspricht auf diesem Gebiet sehr einfache Kontrollmöglichkeiten.

Sicherheit

Neue Sicherheitsupdates für Android Q will Google in einem schnelleren Rhythmus ausspielen als bislang üblich. Und jetzt aufgepasst, hier kommt noch ein echtes i-Tüpfelchen: Google hat daran gebastelt, dass Updates künftig im Hintergrund ablaufen. Damit wird der lästige Neustart nach der Durchführung eines Updates endlich hinfällig.

Zu sehen sind auf der Leinwand über der Bühne des Google-Events drei Handys des Modells Pixel 3a in den drei verfügbaren Farben schwarz, weiß und lila. Bild: Screenshot/Google I/O '19 Livestream bei Google

Mit den Pixel 3a und Pixel 3a XL wurden auch zwei neue Smartphones vorgestellt. Bild: Screenshot/Google I/O ’19 Livestream bei Google

Weitere Schmankerl von der Google I/O ’19

Android Q beanspruchte am ersten Tag zwar einen Großteil der Veranstaltung für sich, war aber natürlich nicht die einzige Neuigkeit von Google. So wurden verschiedene Google-Tools weiterentwickelt und auch in Sachen Hardware gab es Neues zu berichten.

Google Assistant wird zu Next Generation Assistant

Der Konzern gab bekannt, dass der Google Assistant durch das Schrumpfen der Software von 100 GB auf 0,5 GB auf allen Smartphones künftig komplett offline laufen kann – promt erhält er mit Next Generation Assistant auch einen neuen, klangvollen Namen. Das umständliche „OK Google“ soll als Einleitung wegfallen. Über mehrere Apps und Themen soll der Assistent den Befehlen des Nutzers Folge leisten können. Die Live-Vorführung auf der Bühne funktionierte problemlos.

Google Lens als Alltagshelfer

Digitale Informationen mit Dingen aus dem physischen Leben zu verbinden, ist das Ziel von Google Lens. Es gilt, das Leben der Android-Nutzer zu vereinfachen. Beispiele dafür: Im Restaurant fokussiert man die Rechnung mit der Linse und promt rechnet Google die richtige Höhe des Trinkgelds aus oder verteilt die Rechnung auf alle Zahlenden. In einem fremden Land scannt Google Lens Schilder in unbekannten Sprachen und übersetzt sie automatisch. Für mehr als zwölf Sprachen ist dieses Tool bereits erprobt.

Auf faltbare Smartphones vorbereitet

Google ist stolz darauf, in vielen Bereichen als Vorreiter zu gelten. Auch bei den neuen Foldables, den zu Tablets ausklappbaren Smartphones, will man dieser Rolle gerecht werden. Immerhin rechnen die Google-Entwickler damit, dass die faltbaren Handys die Zukunft von mobilen Geräten verändern könnten. Im Hause Google wird jedenfalls schon fleißig an entsprechenden Technologien gebastelt. So sollen bei der ausklappbaren Variante zwei Applikationen gleichzeitig laufen können: Zum Beispiel wäre in der linken Hälfte ein Fenster mit einer Suchanfrage geöffnet, auf der rechten Seite ein Chat. Wer im gefalteten Modus ein Spiel beginnt, kann sich darüber freuen, dass sich das Spiel problemlos auf den ganzen Bildschirm ausweitet, wenn das Foldable entfaltet wird. Fest steht: Die neue Display-Technologie will sich Google zunutze machen.

Hardware-Neuheiten kommen gut an

Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O wurden mit dem Pixel 3a und Pixel 3a XL zwei neue Mittelklasse-Handys vorgestellt. Außerdem reihte sich das Google Nest Hub bei den Neuerungen auf der Bühne ein. In den USA ist das Gerät bereits auf dem Markt, jetzt soll der Verkaufsstart auch in Deutschland beginnen. Das Smart Display verfügt über eingebaute Mikrofone, die Sprachbefehle und Suchanfragen aufnehmen, und über einen integrierten Lautsprecher. Das Google Nest Hub Max verfügt zudem über eine Kamera, die auch Videochats ermöglicht und dank Bewegungssensor in Innenräumen als Überwachungskamera dienen kann.

Gehört ihr auch zu den Android-Fans, die die dreitägige Konferenz mit Spannung verfolgt haben? Oder seid ihr nicht ganz so fit mit der ganzen Technik drumherum? Sollte Android für euch eher zur Kategorie „Buch mit sieben Siegeln“ gehören, seid ihr bei eurem PC-SPEZIALIST vor Ort genau richtig: Er hilft euch bei der Android-Einrichtung, erklärt euch die genauen Funktionen und versorgt euer Handy natürlich auch mit dem richtigen Virenschutz.

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