Bonpflicht umgehen
Author
Susanna Hinrichsen-Deicke, Mi, 4. Mrz. 2020
in Apps

Bonpflicht umgehen

Diese Apps wollen unnötige Kassenbons vermeiden

Die Bonpflicht nervt nicht nur Umweltaktivisten. Seit zum Jahreswechsel das neue Kassengesetz in Kraft getreten ist, gibt es kaum jemanden, den die unnötig ausgedruckten Kassenzettel nicht nerven.

Mittlerweile gibt es jedoch viele Unternehmen, die Alternativen zum gedruckten Kassenbon liefern. Was taugen sie und könnt ihr sie direkt nutzen? Wir klären auf.

Bonpflicht – das Gesetz hinter den Papierbergen

Gehört ihr auch zu denjenigen, die sich fragen, was der Kassenbon fürs Brötchen auf dem Weg zur Arbeit  soll? So wie euch geht es seit der Einführung der Bonpflicht Millionen von Bürgern. Viele fragen sich, welchen Zweck die Bonpflicht hat und wie sie der Steuerhinterziehung entgegen wirken soll.

Aber vielleicht ist der Grund für die Bonpflicht gar nicht so sinnfrei. Denn denkt man an Eisdielen oder den Weihnachtsmarkt, ist der Gedanke gar nicht so abwegig, dass nicht jeder eingenommene Euro durch die Ladenkasse wandert. Auch Registrierkassen bieten aktuell viele Möglichkeiten zur Manipulation. Doch es muss nicht alles gebongt werden: Kleinstbetriebe, die keine elektronische Kasse nutzen, sind ausgenommen.

Der Kassenbon, den ihr erhaltet, beinhaltet eindeutige Nummern und wird euch quasi als Beweis ausgedruckt, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Überdies ist die TSE (eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung) ab Oktober 2020 verpflichtend. Unangemeldete Kontrollen durch Finanzbeamte sind jederzeit erlaubt.

Das Bild zeigt einen zerknüddelten Kassenbon, ein Sinnbild der Bonpflicht. Bild: Unsplash/Michael Walter

Die Bonpflicht ist in den Augen vieler Bürger sinnlos und trägt nur zur Umweltverschmutzung bei. Bild: Unsplash/Michael Walter

Aber muss die Bonpflicht wirklich sein?

Das ist eine durchaus berechtigte Frage. Viele kritische Bürger sind zumindest der Ansicht, dass es bessere Wege gibt, den verpflichtenden Bon zur Verfügung zu stellen. Daher gibt es gut zwei Monate nach dem Eintreten der Bonpflicht einige Lösungsansätze, mit denen der Bon auf andere Art und Weise zur Verfügung gestellt werden kann.

Ihr denkt dabei an das kontaktlose Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch über Dienste wie Google Pay, Apple Pay oder PayPal? Falsch gedacht! Zwar wäre es ein Leichtes, eben die Kassenbons auf das Smartphone weiter zu leiten, leider sind die Kassensysteme aber noch nicht so programmiert.

Es gibt aber andere Möglichkeiten. Taugen sie etwas? Vielleicht! Wir stellen euch einige Lösungen vor.

App „Grüner Bon“

Im Saarland hat die Firma Fortiter eine App namens Grüner Bon ins Leben gerufen. Hier haben die Kunden die Möglichkeit auszuwählen, ob sie ihren Kassenbon digital oder gedruckt bekommen wollen. Einige Geschäfte in Saarbrücken beteiligen sich bereits daran und stehen hinter dem Konzept.

Um Grüner Bon nutzen zu können, braucht es allerdings die App und ein entsprechendes Kassensystem. Dieses generiert dann einen QR-Code, der dann mittels Smartphone in der App eingescannt werden kann. Hat der Kunde ein Kundenkonto, kann die Quittung dem Kunden auch so zur Verfügung gestellt werden. Vorteil: Der Kunde muss sich nicht registrieren, und es können keine personenbezogenen Daten erfasst werden.

„Green Bill“

Auch das Green-Bill-Konzept sagt der Bonpflicht den Kampf an und kommt dabei sogar ohne eigene App aus. Das Konzept wurde vom Startup Green Bill aus Schwaben in der Nähe von Göppingen entwickelt. Doch nicht erst seit der Bonpflicht beschäftigt sich das Unternehmen mit einer Alternative zum Kassenbon. Es arbeitet nach eigenen Angaben bereits seit zwei Jahren an der Entwicklung der „Green Bill Box“.

Dieser Mini-Computer wird an der Kasse oder ins LAN-Netz eingebunden. Dem Kunden wird ein digitaler Beleg ausgestellt und auf einem Tablet angezeigt. Möchte er den Beleg haben, scannt er den QR-Code und erhält die gewünschte Quittung aufs Handy oder ausgedruckt. Auch hier muss der Kunde sich nicht registrieren und persönliche Daten weitergeben.

Das Bild zeigt einen Screenshot der Lösung des Startups „Green Bill“, die eine Lösung erfunden haben, die Bonpflicht zu umgehen. Bild: Screenshot Green Bill

Um die Bonpflicht zu umgehen, liefern viele Unternehmen innovative Konzepte. Das Startup „Green Bill“ ist eines von ihnen. Bild: Screenshot Green Bill

„Admin“

Die dritte Lösung im Bunde heißt Admin. Um die App nutzen zu können, müsst ihr euch allerdings registrieren. Dann habt ihr aber allerhand Möglichkeiten, nicht nur Papier zu sparen, sondern auch eure digitale Buchhaltung in den Griff zu bekommen. Ihr könnt eure Quittungen zum Beispiel Ordnern zuordnen (beispielsweise Haushalt, Arbeit, Freizeit, Sport-Verein) und die Ordner dann für verschiedene Nutzer freigeben. Das erleichtert nicht nur die Arbeit deiner eigenen Buch- und Haushaltsführung.

Wie werden die Kassenbons vom Kassensystem übertragen? Kontaktlos, zum Beispiel per NFC. Ob das Ganze gut funktioniert oder nicht, können wir aktuell leider noch nicht sagen, denn Admin ist offiziell noch nicht gestartet.

Digitale Kassenbons versus gedruckte Bons

Es scheint ganz so, als wären digitale Kassenbons die Lösung zur vielerorts kritisierten Bonpflicht. Doch auf welche Lösungen könnt ihr vertrauen? Die Wahrheit ist: aktuell noch auf gar keine. Denn leider ist es so, dass zwar viele Anbieter mit coolen Lösungen auf den Markt gehen, sich zur Zeit aber noch nicht sagen lässt, ob sich diese Lösungen tatsächlich etablieren.

Vorerst können wir euch daher leider nur sagen: Ärgert euch nicht allzu sehr über jeden nutzlosen Bon, den ihr in die Hand gedrückt bekommt. Denn einen aktiven Beitrag zu einer Verbesserung der Situation könnt ihr momentan noch nicht leisten. Falls sich jedoch eine Lösung am Markt durchsetzt, werden wir berichten!

Vorerst könnten ihr dagegen auf ein bereits erfolgreiches Konzept setzen: Unser Eins-für-Alles-Paket, mit dem unser PC-SPEZIALIST vor Ort erfolgreich euren Computer, Laptop oder Tablet in Ordnung bringt und dafür sorgt, dass das auch so bleibt! Interesse? Dann informiert euch.

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