?>
Was sind Passkeys?
Author
Maren Keller, Mi, 21. Sep. 2022
in Smartphone & Tablet

Was sind Passkeys?

iOS 16 ist da: Ende des Passworts und andere neue Features

Seit wenigen Tagen ist iOS 16 für iPhone-Nutzer verfügbar – und damit die neue Funktion Passkeys, die bei Apple das Ende der Passwörter einläutet. Sind iPhones mit dem Update überhaupt sicher?

Auf diese Frage gehen wir ein und zeigen außerdem, welche neuen Features Apples iOS 16 noch im Gepäck hat.

Passkeys ersetzt Passwörter

Für viele Menschen sind sichere Passwörter ein Fremdwort, was Kriminellen das Klauen von Daten umso einfacher macht. Es helfen auch keine Passwort-Manager und auch kein Wissen um die Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn solche Hilfsmittel nicht angewendet werden. Deshalb haben Microsoft, Apple und Google im Mai 2022 gemeinsam erklärt, dass „irgendwann im Jahr 2023“ das passwortlose Anmelden mit Sicherheitsschlüsseln kommen wird.

Apple hat diese Funktion bereits jetzt mit dem neuen Betriebssystem iOS 16 wahrgemacht. Passkeys nennt Apple dieses Feature und soll ohne weitere Passwörter auskommen. Funktionieren soll Passkeys mittels der asymmetrischen Verschlüsselung.

Dazu müssen iPhone-Nutzer einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel generieren. Der öffentliche Schlüssel wird auf den Servern der Webseite, auf der Sie sich einloggen möchten, gespeichert. Der private Sicherheitsschlüssel bleibt stets auf Ihrem iPhone oder in Ihrer privaten Cloud. Nur dann, wenn der öffentliche und private Schlüssel zueinander passen, gelingt der Login.

Beim Einloggen müssen iPhone-User nur noch ihren Benutzernamen eingeben und anschließend auf „Einloggen“ klicken. Und sollte das Handy mal verloren gehen oder wird ein neues angeschafft, dann sind die Zugänge nicht verloren. Denn: Ihre Schlüssel werden auch in der Apple-Cloud gespeichert.

Passkeys: Smartphone mit Schlosssymbol vor gelbem Hintergrund. Bild: Unsplash/Franck

Mit Passkeys entfällt das nervige Eingeben von Passwörtern beim Besuch einer Webseite. Bild: Franck/Unsplash

Warum Passkeys statt Passwort?

Fragen Sie sich gerade warum Sie beispielsweise Ihre Zwei-Faktor-Authentifizierung gegen Passkeys eintauschen sollten? Der Grund ist ein ganz einfacher: Obwohl vermutlich jeder weiß, wie ein sicheres Passwort erstellt wird und dass Passwort-Manager bei der Verwaltung der verschiedenen Zugänge helfen, tauchen dennoch immer wieder Zugangsdaten im Darknet auf oder veröffentlichen erfolgreiche Hacker die geklauten Daten im Netz.

Und das viele Passwörter nicht den Sicherheitsstandards entsprechen, zeigen Beliebtheitsstatistiken. Dort stehen Passwörter wie „hallo“, „123456“ oder „Passwort“ ganz vorn. Ob Ihre E-Mail-Adresse samt Passwörter bereits entwendet wurde, erfahren Sie auf der Webseite „Have I Been pwned?“. Wie die Seite funktioniert, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „E-Mail gehackt“.

Mit Passkeys geht Apple nun also einen neuen Schritt, um das Internet sicherer zu machen und Phishing und Passwortdiebstahl zu verhindern. Allerdings: Zwar können iPhone-User den Sicherheitsschlüssel bereits auf zahlreichen Webseiten hinterlegen – aber nur als zusätzliches Sicherheitsmerkmal. Ein Passwort bleibt weiterhin nötig. Und bis vielgenutzte Webseiten und Apps das Verfahren anbieten, wird es noch eine Zeit dauern.

Noch mehr Sicherheit unter iOS 16

Ein neues Sicherheitsmerkmal unter iOS 16 ist also die bereits beschriebene Verwendung von Passkeys, die vor allem vor Phishing und Datenlecks schützen soll. Dieses Anmeldeverfahren funktioniert übrigens auch auf Geräten, die nicht von Apple sind. Voraussetzung dafür ist, dass Internetseiten und Apps das Verfahren anbieten.

Auch für Sicherheit von Kindern und Jugendlichen tunt Apple was. Da auch bereits kleine Kinder mit den sogenannten neuen Medien aufwachsen und sie selbstverständlich nutzen, können unter iOS 16 Accounts für Kinder mit einer Kindersicherung ausgestattet werden. Darunter fallen beispielsweise Einschränkungen für nicht-altersgerechte Medien oder überzogene Bildschirmzeiten. Tipps zur Handynutzung und Medienkompetenz finden Sie bei uns im Blog.

Für noch mehr Sicherheit hat Apple eine neue Form der Sicherheitsprüfung unter iOS 16 entwickelt – und zwar das neue Datenschutz-Tool „Safety Check“. Dahinter steckt das Ziel, Stalking, Gewalt oder anderen Gefahren entgegenzuwirken. Wenn Sie sich von Personen bedroht oder belästigt fühlen, können Sie Zugriffsrechte und Standortfreigaben für eben diese Personen schnell und einfach entfernen.

Passkeys: iPhone mit Sperrbildschirm liegt auf Schreibtisch. Bild: Mike Yukhtenko/Unsplash

Während der alte iPhone-Sperrbildschirm nicht viel hergab, haben Sie nun zahlreiche Möglichkeiten zur Individualisierung. Bild: Mike Yukhtenko/Unsplash

iOS 16 und der neue Sperrbildschirm

Neben Passkeys bietet iOS 16 aber noch weitere neue Features. Dazu gehört unter anderem der neue Sperrbildschirm, also die Informationen, die das iPhone vor dem ersten Wischen anzeigt. Hier hat Apple große Veränderungen vorgenommen, denn außer den Push-Nachrichten war hier bislang nicht viel zu sehen. Das hat sich nun geändert, denn der neue Sperrbildschirm soll „persönlicherer“ sein. Dafür gibt es folgende Änderungen:

  • Sie können Widgets hinzufügen, die Ihnen Infos über das Wetter, Kalender­ereignisse, Datum, Zeitzonen, Wecker, Batteri­e­status und andere Daten aus Ihren Lieblingsapps zeigt.
  • Sie müssen sich nicht mit einem Sperrbildschirm begnügen, sondern können mehrere mit eigenem Hintergrund und Stil anlegen und zwischen ihnen wechseln.
  • Mitteilungen erscheinen auf dem Sperrbildschirm künftig als erweiterte Liste oder gestapelt am unteren Bildschirmrand. Alternativ können Sie sie auch ganz ausblenden.
  • Live-Aktivitäten wie einen Spielstand oder die Paketlieferung können Sie im Auge behalten, ohne das Gerät entsperren zu müssen.

Für den Sperrbildschirm stellt Apple übrigens vorgefertigte Designs mit Planeten, Farben und Mustern zur Verfügung. Sie können aber auch aus Ihren Lieblingsemojis einen Hintergrund erstellen oder ein Foto aus Ihrer Gallery verwenden und es mit Filtern einfärben sowie mit einem Tiefeneffekt versehen, sodass beispielsweise die Uhrzeit zur Hälfte hinter dem Haustier verschwindet.

Allerdings gehen auch in Sachen Hintergrundbilder die Meinungen auseinander: Denn die beliebten dynamischen Hintergrundbilder, die automatisch vom Light in den Dark Mode wechseln, stehen nicht mehr zur Auswahl.

iOS 16 und die Nachhaltigkeit

In Zeiten, in denen man sich immer öfter fragt: „Ist das noch Wetter oder schon Klima?“ kommen auch die Big Player nicht am Thema Nachhaltigkeit vorbei. Deshalb soll auch das iPhone so klimaneutral wie nur möglich werden. Das zumindest ist das erklärte Ziel von Hersteller Apple.

Das Unternehmen setzt nicht nur auf den Herstellungsprozess, sondern vor allem auf den Energiebedarf der fertigen Hardware. Um das iPhone klimaneutral zu machen, hat Apple die Funktion „Clean Energy Charching“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine Option, mit der Nutzer ihre Geräte ausschließlich und vor allem bevorzugt mithilfe grüner Energie aufladen sollen, um den CO₂-Fußabdruck eines jeden zu mindern.

Apple schreibt dazu, dass „Clean Energy Charging [darauf ab]zielt […], den CO₂-Fußabdruck des iPhones zu verringern, indem es die Ladezeiten in Bezug darauf optimiert, wann das Stromnetz sauberere Energiequellen nutzt.“ Konkret heißt das, dass Nutzer ihr iPhone nur dann aufladen können, wenn bevorzugt Energie aus nachhaltiger Quelle zur Verfügung stellt. Wie das beispielsweise in Deutschland funktionieren kann, ob es Absprachen mit den Energielieferanten gibt, ist alles noch offen. Deshalb erscheint diese Funktion zunächst nur in den USA. Wann das Feature in anderen Ländern ausgerollt wird, ist noch völlig unklar.

Passkeys: Schwarzer Hintergrund mit dem Schriftzug Update. Bild: Pexels/Anna Tarazevich

Haben Sie das Update noch nicht erhalten, können Sie es manuell anstoßen. Bild: Pexels/Anna Tarazevich

Update auf iOS 16 manuell anstoßen

Wurde das Update bei Ihnen noch nicht automatisch angestoßen, können Sie es manuell starten. Natürlich nur, wenn Ihr iPhone berechtigt ist – und das sind alle iPhones ab dem iPhone 8 aus dem Jahre 2017.

Um das Update manuell anzustoßen, folgen Sie dem Pfad „Einstellungen“/„Allgemein“/„Softwareupdate“. Im dann folgenden Fenster wird Ihnen das Apple-Update angezeigt. Sie können es herunterladen und installieren.

Was halten Sie von den neuen Features? Haben Sie Passkeys ausprobiert oder finden Sie vor allem den neuen Sperrbildschirm gut? Oder sind Sie überhaupt kein Fan der neuen Features und trauern Sie den dynamischen Hintergrundbildern nach? Hinterlassen Sie uns Ihre Meinung gern in unseren Kommentaren.

Übrigens, wenn Ihr iPhone-Display kaputt ist oder Sie andere Sorgen rund um Ihr Handy haben, dann kommen Sie gern zu PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe. Mit unseren IT-Services rund ums Smartphone können unsere IT-Experten auch Ihnen helfen.

_______________________________________________

Andere Stimmen zum Thema: Apple, WiWo, PCGH, Chip, Zeit, SZ

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

2 Kommentare

  1. Hagen von Eitzen sagt:

    „Dazu müssen iPhone-Nutzer auf der Webseite, auf der sie sich einloggen wollen, einen öffentlichen Schlüssel generieren. Dieser Schlüssel wird auf den Servern der Webseite gespeichert. Der private Sicherheitsschlüssel wird auf dem iPhone generiert und über Bluetooth an die Webseite übertragen.“
    Wie man in so ein paar Sätzen so viele horrende Fehler unterbringen kann, ist schon erstaunlich! Der öffentliche Schlüssel wird nicht auf der Webseite (sprich: auf einem fernen Server) generiert, sondern privater und öffentlicher Schlüssel werden zusammen, quasi aus einem Guss generiert; das muss(!) natürlich auf der privaten Seite geschehen, also auf meinem iPhone (so wie es hier nur für den privaten Schlüssel beschrieben wird). An die Webseite wird nur der lokal generierte public key übertragen.
    Und anders als beschrieben wird der private key natürlich niemals nie unter gar keinen Umständen an die Webseite übertragen! Und schon gar nicht per Bluetooth, was ja nur neben dem Webserver ginge!

    1. PC-SPEZIALIST-Redaktion sagt:

      Hallo Hagen!

      Danke für Ihren Hinweis. Leider haben ist uns in diesem Beitrag tatsächlich ein Fehler unterlaufen und die Beschreibung war, wie von Ihnen hingewiesen, so nicht korrekt. Wir haben den Inhalt im Blog jetzt korrigiert.

      Viele Grüße
      Ihr PC-SPEZIALIST-Team