Datensicherheit bei Dating-Apps
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Maren Keller, Di, 27. Feb. 2018
in Smartphone & Tablet

Datensicherheit bei Dating-Apps

Wie sicher ist Tinder oder Parship?

Habt ihr schon mal Dating-Apps benutzt, um die große Liebe oder einen kurzen Flirt zu finden? Dann kennt ihr bestimmt Tinder und Co. Doch wie ist es um die Datensicherheit dieser Apps bestellt?

Sicherheitsforscher von Kaspersky Lab und Stiftung Warentest haben mehrere Dating-Apps ganz genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis erfahrt ihr bei uns.

Dating-Apps sind beliebt

Ob Tinder, Parship oder ElitePartner – Dating-Apps sind äußerst beliebt. Allein in Deutschland wird Tinder täglich zehn Millionen Mal benutzt und ist damit die beliebteste App in Deutschland. Jetzt hat Stiftung Warentest je 22 Dating Apps für Android und iOS getestet. Wie sicher sind eure privaten Daten bei den Apps? Davon gebt ihr eine Menge preis, wenn ihr es ernst meint. Nicht nur Name und Alter, sondern auch Wohnort und Vorlieben verratet ihr der App. Doch was passiert mit genau diesen Daten? Das hat die Stiftung Warentest herausgefunden.

Das Ergebnis zur Datensicherheit von Dating-Apps ist erschreckend. Gerade einmal fünf Apps bieten einen akzeptablen Schutz, so die Stiftung Warentest. Und weiter: Oft werden Daten unnötigerweise abgefragt oder persönliche Informationen an Facebook oder für Werbezwecke weitergegeben. Nutzerprofile können erstellt und personalisierte Werbung versendet werden.

Datenschutz - Dating Apps - Datensicherheit - sichere Dating Apps - Stiftung Warentest. Foto: pixabay

Klicken, wischen, Liebe finden – doch wie steht es um die Datensicherheit bei Dating Apps?

Wie steht es um Datensicherheit von Dating Apps?

Aber nicht nur für die Werbewirtschaft sind eure Daten interessant. Auch Hacker interessieren sich brennend für eure Angaben. 2015 konnten kriminelle Angreifer private Daten aus dem Seitensprung-Portal Ashley Madison ergaunern und die Betreiber des Portals damit erpressen, schrieb damals die Süddeutsche Zeitung.

Gerade Dating-Apps und deren Entwickler wissen ungemein viel über ihre Nutzer. Nachrichten werden ebenso gespeichert wie das Alter der Männer oder Frauen, mit denen ihr Kontakt hattet. Und natürlich wird auch gespeichert, welche Profile ihr anschaut und interessant findet – oder eben auch nicht. Auch den Standort speichern viele Dating-Apps. Das ist besonders in Ländern ein Problem, in denen beispielsweise Homosexuelle verfolgt werden. Dank Dating-App sind sie dann leicht zu finden. So scheint es mit der Datensicherheit nicht weit her zu sein.

Datensicherheit und mehr getestet

Wie es wirklich um die Datensicherheit von Dating-Apps steht, hat die Stiftung Warentest untersucht. Denn eine Frage bleibt: Wie sicher ist Tinder oder Parschip oder ElitePartner oder eine der anderen Dating-Apps, die ihr im Google Play Store oder Apples App Store finden könnt?

Insgesamt haben die Tester 44 kostenlose Dating-Apps  auf ihre Datensicherheit untersucht – je 22 für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS. Ein Kriterium war beispielsweise die Datenübertragung, also die Frage danach, welche App welche Daten sendet. Durchgefallen sind dabei Apps, die die Identifikationsnummer des Smartphones oder den Namen des Mobilfunkanbieters senden. Aber auch wenn Apps Profildaten, etwa euer Alter und Geschlecht, an Werbefirmen senden, bezeichnet Stiftung Warentest die Datensicherheit dieser Apps als kritisch.

Das Urteil der Stiftung Warentest

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass die Datensicherheit von Dating-Apps insgesamt eher problematisch ist. Stiftung Warentest hat schlussendlich nur fünf Apps als akzeptabel bezeichnet: Für Android sind es E-Darling, Lovescout 24 und Neu.de.

Die App Bildkontakte ist sowohl für Android– als auch für iOS-Geräte akzeptabel. Akzeptabel ist das Ergebnis, weil die Apps mit der Informationen zur Nutzung in der Datenschutzerklärung nicht über ein „Ungenau“ hinausgekommen. Der Datenverkehr der Dating-App Kiss No Frog ist laut Testurteil sowohl für Android als auch für iOS unkritisch, aber die Datenschutzerklärungen dagegen „sehr ungenau“. Welche Daten die App beispielsweise bei einem Facebook-Login verwendet, erfahrt ihr nicht.

Datensicherheit bekannter Anbieter schwach

Laut Stiftung Warentest sind gerade die bekannten Apps wie ElitePartner, Parship und Tinder beim Test mit „erheblichen Schwächen“ in puncto Datensicherheit durchgefallen. So sendet ElitePartner Daten über den Mobilfunkanbieter und die Nutzungsstatistiken an Facebook. Dazu gehören Informationen wie ihr wann und wo die App genutzt habt. Außerdem behält sich das Unternehmen in den Datenschutzerklärung das Recht vor, die IP-Adresse eures Rechners zu Werbezwecken an Facebook zu senden, schreibt Stiftung Warentest. Bei Parship bemängelten die Tester von Stiftung Warentest dieselben Vorgänge.

Die Dating-App Tinder schickt dagegen den Namen des Mobilfunkanbieters an Facebook. Die iOS-Version von Tinder sendet zusätzlich Geräteinfos an eine amerikanische Marketingfirma. Außerdem schreibt Tinder offen, dass es Nutzerdaten mit den Daten von Dritten kombiniert. Den gesamten Test könnt ihr bei Stiftung Warentest lesen. Was Kaspersky Lab herausgefunden hat, erfahrt ihr in dem Artikel Dangerous Liaisons.

Das Dilemma mit der Datensicherheit

Grundsätzlich müsst ihr euch bewusst sein, dass ihr bei Dating-Apps und der Frage nach der Datensicherheit in ein echtes Dilemma geraten könnt. Einerseits heißt es vor allem im Internet: Gib nicht zuviel von dir preis, wenn die Daten öffentlich sind. Andererseits funktionieren Dating-Apps aber nur über ein gewisses Maß an Offenheit. Wer absolut anonym bleiben möchte, findet zumindest auf dem Weg über Flirt-Apps keinen neuen Partner.  Ihr müsst also abwägen, wie vorsichtig ihr mit euren Daten umgeht und wie offen ihr dabei gleichzeitig seid.

Natürlich lauern dabei auch Gefahren. Darüber haben wir unter anderem in dem Beitrag Romance Scamming berichtet. Und was es mit personalisierter Werbung auf sich hat, erfahrt ihr in unserem Beitrag über das Geofencing. Wie das Bundesland NRW gegen den unbemerkten Datenklau vorgehen will, zeigt euch unser Beitrag über den App Datenschutz.

Wer jetzt unbedingt die Dating-Portale testen möchte, aber noch Hilfe bei der Einrichtung seines Smartphones benötigt, kommt am besten zu PC-SPEZIALIST. Mit unserer Smartphone Komfort-Einrichtung könnt ihr mit eurem neuen Gerät direkt ohne aufwändigen Installationsprozess loslegen. Den übernehmen unsere Techniker für euch.

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