Internetausfall wegen Corona
Author
Susanna Hinrichsen-Deicke, Di, 17. Mrz. 2020
in Aktuelles

Internetausfall wegen Corona

Führen Home Office, Schulausfall und Co. zum Netzkollaps?

Das Coronavirus hält uns in seinem Bann. Gerade jetzt, wo das gesellschaftliche Leben auch in Deutschland auf ein Minimum heruntergefahren ist, freuen sich Beschäftigte und Arbeitgeber über die Möglichkeit der Heimarbeit und Lehrer, Schüler und Eltern über das Homeschooling. Doch droht uns aufgrund des hohen Datendurchsatzes ein Internetausfall wegen Corona? 

Wie fassen die Fakten zusammen.

Internetausfall wegen Home Office und Co.

Egal mit wem man aktuell spricht: Corona beherrscht alles und jeden. Und das ist auch gut so, denn jeder sollte das Thema entsprechend ernst nehmen, um sich und seine Mitmenschen zu schützen. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern die Möglichkeit zum Home Office anbieten können, haben daher vielerorts bereits entschieden, ihre Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten zu lassen.

Das gleiche gilt nun auch für Schüler: Auch sie werden deutschlandweit nicht mehr in der Schule unterrichtet; stattdessen versucht man, den Stoff digital zu vermitteln. Das geht zum Beispiel über Online-Plattformen wie das Portal Mebis in Bayern oder via E-Mail. Auch Microsoft Teams, das momentan kostenlos zur Verfügung steht, soll von einigen Schulen eingesetzt werden.

Wer nun eins und eins zusammenzählen kann, erkennt schnell: Eine solch exzessive Internetnutzung hat unser Netz wahrscheinlich noch nicht erlebt. Aktuell werden entsprechend beim Datendurchsatz Rekordwerte gemessen. Das wirft die Frage auf: Kann es durch die enorme Nutzung zu einem Internetausfall kommen?

Das Bild zeigt einen Mann bei Online-Videospielen. Für einen Internetausfall ist nicht das Home Office verantwortlich, sondern der extrem hohe Anteil an Online-Videospielen. Bild: Unsplash/Frederik Tendong

Für einen Internetausfall ist nicht das Home Office verantwortlich, sondern der extrem hohe Anteil an Online-Videospielen. Bild: Unsplash/Frederik Tendong

Das sagen Telekom und Vodafone

Was sagen die zwei wichtigen Festnetz- und Mobilfunknetze in Deutschland zum befürchteten Internetausfall? Aktuell, so Vodafone, sähe man sich gut gerüstet für den Anstieg, der durch Home Office und Homeschooling zu erwarten sei. Das liegt daran, dass die Kabel-Glasfasernetze tagsüber traditionell eher weniger genutzt würden. Der wirkliche Traffic spiele sich abends ab, wenn Netflix gestreamt oder gezockt wird. Dass jetzt auch tagsüber das Kabel-Glasfasernetze vermehrt durch E-Mails, Videokonferenzen und Cloud-Anwendungen genutzt würde, sieht Vodafone nicht als einen Grund für einen Internetausfall.

Ganz ähnlich sieht es auch die Telekom. Zwar hat das Unternehmen wegen des Coronavirus die „Notfall- und Pandemiepläne aktiviert“, sieht sich in Deutschland aber dennoch gut gerüstet. Und dass, obwohl der Blick nach Italien zeigt, dass der Internetverkehr dort während der Coronakrise um sage und schreibe 70 Prozent gestiegen ist! Grund dafür ist aber nicht das Home Office.

Internetausfall durch Streaming und Gaming

Um sich während der Quarantänezeit nicht allzu sehr zu langweilen, werden verstärkt Online-Videospiele wie „Fortnite“ gespielt. Und dieses vermehrte Gaming hat dazu geführt, dass in Italien die Datenmenge über Festnetzleitungen so extrem angestiegen ist. Ein ähnliches Verhalten kann man also auch in Deutschland erwarten, sollte sich die Situation in Richtung Quarantäne und Ausgangssperre verschärfen. Telekom-Unternehmenssprecher Husam Azrak betont: „Wir sind gut gerüstet. Die zu erwartende Last, die auf uns zukommt, können wir bewältigen.“

Das sind beruhigende Nachrichten. Aber kann man ihnen glauben? Leider nicht immer, wie wir heute selbst während unserer Arbeit aus dem Home Office erleben durften. Auch wir von PC-SPEZIALIST mussten immer wieder Störungen seitens der Telekom hinnehmen – und das bestätigt auch diese Störungskarte. Gerade in Ballungsgebieten solltet ihr während der Corona-Krise, trotz der Beteuerungen seitens der Netz-Anbieter, immer mal wieder mit einem Internetausfall rechnen.

Solltet ihr aktuell ebenfalls viel Zeit im Internet verbringen, möchten wir euch warnen: Aktuell lauern dort einige fiese Gefahren. Nehmt euch zum Beispiel in Acht vor der Coronaviruskarte, Corona-Spam-Mails oder Fake-News über soziale Netzwerke!

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