Homeschooling wegen Corona
Author
Janina Kröger, Fr, 27. Mrz. 2020
in Aktuelles

Homeschooling wegen Corona

Neue Website stellt Online-Lernangebote für Kinder vor

Aktualisiert am 31.03.2020

Ein Großteil der Schulen ist auf diese Ausnahmesituation nicht vorbereitet. Denn: E-Learning ist in unserem Schulwesen noch ein ziemliches Fremdwort. Eine Website zu Homeschooling stellt jetzt gesammelt Online-Lernangebote für Kinder aller Altersklassen vor, mit denen Kinder trotz Corona weiterlernen können.

Was ist Homeschooling? Und was hat es mit der Webseite auf sich? Wir geben Antworten.

Homeschooling – in Deutschland ein Problem

Übersetzt bedeutet der Begriff Homeschooling schlicht Heimunterricht. Allerdings ist das Spektrum hier breit gefächert. Es beginnt dabei, dass Kinder allein oder mit der Unterstützung ihrer Eltern zu Hause lernen, und reicht bis zum E-Learning, bei dem Lehrer und Schüler im virtuellen Klassenzimmer zusammenkommen.

Während zum Beispiel Lern-Apps schon in vielen Familien genutzt werden, ist Deutschland im Europa-Vergleich in Sachen E-Learning aber sozusagen noch Entwicklungsland. Eine Studie hat jetzt ein Ranking dazu erstellt, wie gut die europäischen Länder für digitales Lernen aufgestellt sind. Auf den ersten Plätzen sind Estland, die Niederlande, Finnland, Luxemburg, Malta und Zypern. Deutschland ist demnach auf dem 27. Platz – und damit dem letzten.

Und wie kommt es zu der schlechten Bewertung? Die Studie nennt als ein Hauptkriterium den unzureichenden Netzausbau in Deutschland. Mindestens als genauso problematisch wird aber auch die generelle Skepsis gegenüber digitalen Technologien eingestuft. Offenbar befürchtet ihr einen Eingriff in eure Privatsphäre und scheut euch davor, eure Daten online zu teilen. Und jetzt?

Aus der Vogelperspektive ist ein Mädchen mit einem Tablet zu sehen. Es geht um das Thema Homeschooling. Bild: Unsplash/stem.T4L

Homeschooling ist wegen Corona aktuell ein großes Thema. Bild: Unsplash/stem.T4L

Homeschooling in Zeiten von Corona

Seit es heißt „Schule zu wegen Corona“, stellt sich die Situation in etwa so dar: Einige Schulen lassen den Schülern per E-Mail Aufgaben zukommen, wobei diese Methode alles andere als ideal ist, da sie nicht unbedingt Spaß am Lernen verspricht; andere Schulen geben gar keine Aufgaben heraus. Es besteht also ein absoluter Mangelbedarf.

Das hat auch die Digitalexpertin Verena Pausder erkannt und innerhalb weniger Tage eine Webseite zum Thema Homeschooling erstellt, auf der sie digitale Bildungsangebote sammelt und vorstellt. Sie beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema der digitalen Bildung und hatte die Idee zu der Webseite durch den kürzlich von der Bundesregierung ausgerufenen Hackathon #wirvsvirus.

Entstanden ist eine Webseite, die als Soforthilfe für Lehrkräfte und Eltern dienen sowie in der Corona-Krise Unterstützung und Anregungen für den Unterricht und die Freizeitgestaltung daheim bieten soll. Welche Inhalte ihr dort findet, stellen wir euch im folgenden kurz vor.

Zu sehen ist ein Screenshot der Homeschooling-Webseite. Bild: Screenshot

Eine Webseite zum Homeschooling stellt viele Online-Lernangebote vor. Bild: Screenshot

Lernplattformen für Schüler zum Selbstlernen

Aufgeführt werden jede Menge Lernplattformen für Schüler, mit denen sie eigenständig lernen können. Eine kurze Info verrät direkt, an welche Altersgruppe sich das Lernangebot richtet. Unterschieden wird dabei zwischen fächerübergreifenden und fachspezifischen Lernplattformen.

Alle Fächer decken beispielsweise die Tools sofatutor, simpleclub, lehrermarktplatz, scoyo, Anton, skills4school, Learnattack, Binogi, StudySmarter und lehrer-online ab. Danach gliedern sich die Portale in die Oberthemen „Mathe/Naturwissenschaften“, „Lesen/Schreiben“, „Sprachen“, „Musik & Sounds“, „Kreative Programme“, „Coding & Medienkompetenz“, „Robotics“ sowie „Sport & Bewegung“.

Mit diesen Angeboten könnt ihr euren Kindern sozusagen einen eigenen Stundenplan für die Zeit zu Hause zusammenstellen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung bieten. Zudem sind viele dieser Angebote darauf ausgerichtet, dass Kinder auch Spaß am Lernen haben. Unter anderem die Bereiche Robotics, Sound und Coding versprechen zum Beispiel auch spannende Inhalte abseits der regulären Lehrpläne. Schaut euch am besten einmal auf der Webseite um und lasst euch zu den verschiedenen Angeboten informieren.

Kommunikationstools für Lehrer, Schüler und Eltern

Viele Schulen sind aktuell aber auch dabei, zu überlegen, wie sie von jetzt auf gleich trotz der Corona-Problematik ein Lehrangebot für ihre Schüler bereitstellen können. Auch hierzu stellt die Webseite hilfreiche Informationen bereit, indem sie einige Kommunikationslösungen gesammelt hat, die Lehrer, Schüler und Eltern digital zusammenbringen.

Die Großen der Software-Branche stellen hier mit Microsoft Teams und Google Classroom Lösungen bereit. Weitere Plattformen sind fobizz, Sdui, Seesaw, WhatsSchool.de, zoom, notyz, meetnlearn.de und Sharezone. Hier tummeln sich virtuelle Klassenzimmer, Nachhilfeplattformen, Chat-Funktionen und Organisationsmöglichkeiten.

Welche Lösung sich hier für die jeweilige Schule oder Schulklasse am besten eignet, sollten sich Schulleiter und Lehrer am besten selbst im Detail anschauen. Die meisten davon sind im Normalfall übrigens nicht kostenfrei. Angesichts der Corona-Krise bieten aber viele eine begrenzte kostenlose Nutzung an.

Die Technik muss funktionieren

Es gibt also viele digitale Angebote, die euch beim Homeschooling unterstützen. Es gibt übrigens auch ein Coronavirus-Erklärvideo, das kindgerecht erklärt, weshalb Social Distancing gerade so wichtig ist. Bei all dem solltet ihr natürlich die Empfehlung zur Bildschirmzeit für Kinder beachten, damit sie nicht zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringen.

Egal, ob Eigenstudium oder digitales Lernangebot durch die Schule – damit das Homeschooling funktionieren kann, muss die Technik natürlich funktionieren. Das betrifft sowohl die Internetverbindung daheim als auch PC, Laptop, Tablet oder Smartphone. Sollte es dabei Probleme geben, kontaktiert doch den PC-SPEZIALIST in eurer Nähe.

Er hat die Tür zu seinem Ladenlokal aufgrund der offiziellen Bestimmung zwar geschlossen, kann viele seiner Services aber auch per Fernwartung oder Terminvergabe anbieten. Er kann nach eurer ausdrücklichen Zustimmung beispielsweise aus der Ferne auf euren Rechner zugreifen und schauen, warum sich ein Programm nicht installieren lässt. In manchen Fällen klappt es sogar, auf den Router zuzugreifen und das WLAN zu verbessern. Nehmt einfach Kontakt auf!

Update 02.04.2020: Auch Schul-Cloud von Hasso-Plattner-Institut geöffnet

Die Schul-Cloud vom Hasso-Plattner-Institut wird im Zuge der Corona-Krise für Schulen zugänglich gemacht, die sonst kein Angebot des Landes oder Schulträgers nutzen können. „In diesen Wochen der Schulschließungen müssen wir alle Ressourcen mobilisieren, damit der Unterricht zumindest teilweise stattfinden kann“, sagte Karliczek, Bildungsministerin der CDU.

Was zeichnet die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts aus? Sie war zunächst nur für MINT-Schulen zugänglich, also Schulen, die sich auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) spezialisiert haben. Hier und in einigen anderen ausgewählten Schulen sollte in einer Pilotphase getestet werden, wie gut die digitale Lernumgebung funktioniert.

Jetzt wird die Schul-Cloud einem deutlich verkürzten Einführungsprozess unterliegen. Ziel der Schul-Cloud: Die digitale Schule voranbringen. Gerade in Zeiten von Corona zeigt sich, wie wichtig dieses Vorhaben ist. So bedeuten auch Schulschließungen per se keinen Stop für die gemeinschaftliche Arbeit an Dokumenten, Projekten und Hausaufgaben.

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