Wie funktioniert Twitter?
Author
Maren Keller, Di, 10. Mai. 2022
in Aktuelles

Wie funktioniert Twitter?

Nach Übernahme durch Elon Musk: Kostet Twitter Geld?

Die Übernahme von Twitter durch Elon Musk hatte vor wenigen Wochen hohe Wellen geschlagen. Aber wie funktioniert Twitter überhaupt? Und was ändert sich durch die Übernahme?

Wir fassen alle Infos, die es zum jetzigen Zeitpunkt gibt, für Sie zusammen und halten Sie über Updates auf dem Laufenden.

Was ist Twitter?

Der Begriff Twitter stammt aus dem Englischen und heißt soviel wie Gezwitscher. Daher auch der Vogel als Logo, der den Namen „Larry the Bird“ trägt. Bei Twitter handelt es sich um einen so genannten Mikrobloggingdienst. Das bedeutet, dass Nutzer ursprünglich nur kurze, SMS-ähnliche Textnachrichten mit 140 Zeichen veröffentlichen konnten, die chronologisch dargestellt wurden. Mittlerweile werden die Textnachrichten durch einen Algorithmus nach Relevanz sortiert. Diese Nachrichten werden „Tweets“ genannt. Der erste Tweet wurde am 21. März durch Mitbegründer Jack Dorsey abgesetzt.

Seit September 2016 können User Nachrichten absetzen, die länger als 240 Zeichen sind. Zudem werden Bilder und Videos nicht mehr in die Gesamtlänge eingerechnet. Im November vergangenen Jahres gab Gründer Jack Dorsey seinen Rücktritt als CEO von Twitter mit sofortiger Wirkung bekannt und kündigte an, noch bis Mai 2022 im Aufsichtsrat des Unternehmens zu bleiben, um es danach komplett zu verlassen. Am 25. April 2022 hat Elon Musk Twitter gekauft, kurz nachdem er größter Aktionär des Unternehmens geworden ist.

Handy mit Twitter-Startbildschirm auf braunem Holztisch. Daneben eine Kaffeetasse. Bild: Pexels/freestocks.org

Bei der ersten Registrierung müssen Sie nur wenige Daten angeben. Bild: Pexels/freestocks.org

Wie funktioniert Twitter?

Es stellt sich die Frage: Wie funktioniert Twitter überhaupt? Was muss man tun, um Twitter nutzen zu können? Zunächst einmal müssen Sie sich anmelden. Dafür benötigen Sie eine E-Mail-Adresse, eine Profilbezeichnung (das wird Ihr Nutzername) und eine Telefonnummer für die Verifizierung des Kontos. Bei der Anmeldung wird außerdem ein „vollständiger Name“ erfragt. Er dient jedoch dazu, diese Angabe im Profil anzuzeigen.

Während es bei Facebook ein ewiges Hin und Her um den Klarnamen gibt, wird der echte Name bei Twitter nicht verlangt. Außerdem können Sie Ihren gewählten Namen sowie den @-Nutzernamen beliebig oft ändern. Zu guter Letzt benötigen Sie natürlich ein starkes Passwort. Fragen zur Passwortsicherheit beantworten wir im Ratgeber, außerdem empfehlen wir die Nutzung eines Passwort-Managers zum Verwalten von Passwörtern.

Tweets: Wie funktioniert Twitter?

Wie geht es dann weiter? Wie funktioniert Twitter? Sobald Sie Ihr eigenes Twitter-Konto eröffnet haben, können Sie nicht nur Tweets absetzen, also twittern, sondern auch in Echtzeit auf die Beiträge anderer reagieren, sie kommentieren und in Diskussionen einsteigen.

Sie können Beiträge so oft veröffentlichen, wie Sie möchten. Gibt es Kommentare oder Diskussionen, so entsteht ein Thread, der einzeln aufgerufen werden kann.

Ein Tweet kann maximal 280 Zeichen enthalten und ist standardmäßig öffentlich. Das bedeutet, dass auch Leser, die kein eigenes Twitter-Konto haben, Tweets lesen können. Ein Beitrag kann Hashtags (mit #), Links (als URL), Verweise auf andere Nutzerprofile (mit @) sowie Bilder (als URL oder direkt eingefügt) und Standorte enthalten. Tweets werden primär den sogenannten „Followern“ eines Benutzers angezeigt. Aber durch das Setzen von Hashtags oder Verlinkungen/Retweets können Sie auch ein breiteres Publikum erreichen.

Das Wichtigste an Twitter ist aber: Der Dienst ist für jeden Nutzer absolut kostenlos. Er finanziert sich ausschließlich über Werbung.

Wie funktioniert Twitter? Handydisplay mit Twitter-App-Icon in der zentralen Mitte. Bild: Pexels/Brett Jordan

Ob auf dem Handy oder am PC: Twitter ist ein beliebter Kurznachrichtendienst. Bild: Pexels/Brett Jordan

Elon Musk kauft Twitter

Natürlich hat bei Twitter im Laufe der Jahre eine Weiterentwicklung stattgefunden. So gab es eine Passwortpanne, Sprachnachrichten und Bookmarks wurden ebenso eingeführt wie die mittlerweile wieder eingestellten Fleets und Spaces oder auch die kostenpflichtige Abo-Version Twitter Blue.

Die größte Veränderung aber hat sich im April dieses Jahres ergeben. Nachdem Elon Musk, der durch Tesla, SpaceX und Starlink bekannt wurde, die Aktienmehrheit an Twitter erworben hatte, kaufte er das Unternehmen kurzerhand auf. 44 Milliarden Dollar hat er für den Nachrichtendienst aufgebracht, obwohl das soziale Netzwerk seit Jahren anderen Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok deutlich hinterherhinkt. Während Facebook aktuell fast zwei Milliarden tägliche Nutzer hat, sind es bei Twitter gerade mal 230 Millionen.

Die Frage „wie funktioniert Twitter“ werden wir eventuell demnächst neu beantworten müssen! Denn möglichweise wird es eine grundlegende Änderung nach dem Kauf durch Musk geben. Möglichweise wird der Kurznachrichtendienst kostenpflichtig. Das jedenfalls deutet ein Tweet von Musk an:

Kostet Twitter künftig Geld?

Musk twittert einerseits, dass (übersetzt) „der Untergang der Freimaurer […] letztlich darin [bestand], dass sie ihre Steinmetzdienste umsonst angeboten haben“. Das bedeutet also, dass Musk das Ende von Twitter befürchtet, wenn die Social-Media-Plattform weiterhin kostenfrei bleibt. Doch gleich einen Tag später schwächt er seine Aussage ab: „Twitter wird für Gelegenheitsnutzer immer kostenlos sein, für kommerzielle/staatliche Nutzer kann es jedoch etwas kosten.

Aktuell ist es so, dass Twitter sein Geld fast ausschließlich mit Werbung verdient. Und zwar hauptsächlich in Form von Tweets, die Unternehmen für Geld in den Nachrichtenstrom von Nutzern einbringen können. Musk selbst priorisiert Abo-Modelle wie Twitter Blue, statt den Fokus auf Werbung zu legen. Laut Musk gebe das Werbemodell großen Konzernen zu viel Macht.

Doch die Nutzer sind verärgert und deren Reaktion eindeutig. So schreibt einer: „Es geht also nur ums Geld“. Eine andere Nutzerin kommentierte: „So viel also zur ‚freien Meinungsäußerung‘, die Sie angeblich verteidigen wollten.“ Und ein wieder anderer äußert: „Das war’s, das besiegelt die Sache. Ich bin nicht länger ein Twitter-Nutzer.“

Wie funktioniert Twitter mit TweetDeck?

Wer keine Lust hast, auf Twitter Werbung zu sehen, kann TweetDeck nutzen. Dabei handelt es sich um eine Social-Media-Dashboard-Anwendung, mit der Sie Ihr Twitter-Konto verwalten können. Ursprünglich war es eine unabhängige App. Doch dann wurde TweetDeck von Twitter übernommen und in die Benutzeroberfläche von Twitter integriert. Möglichweise wird für die Nutzung dieser App künftig auch eine Gebühr fällig.

Wie funktioniert Twitter mit TweetDeck? Zunächst einmal ist die Nutzung von Twitter mit TweetDeck äußerst bequem. Der Grund: Sie können sich mehrere Timelines in einer einzigen, leicht zu bedienenden Nutzeroberfläche anzeigen lassen.

Außerdem können Sie Tweets erstellen und planen, Bilder und Videos komfortabel einbinden kannst. Sie würden gern TweetDeck nutzen? Dann rufen Sie die Webseite auf und öffnen Sie die Desktop-App für Windows oder Ihren Mac und melden Sie sich anschließend mit Ihrem Twitter Account an. TweetDeck bietet eine Vielzahl von Funktionen. Klicken Sie sich einfach mal durch oder informieren Sie sich auf der Twitter-Hilfeseite.

Wie funktioniert Twitter: Hände halten Smartphone, Twitter-App ist geöffnet. Bild: Unsplash/Marten Bjork

Welche Änderungen wird es bei Twitter nach der Übernahme durch Elon Musk geben? Bild: Unsplash/Marten Bjork

Musks weitere Pläne mit Twitter

Weniger oder gar keine Werbung, dafür Abo-Gebühren für kommerzielle Twitter-Konten – so sehen die aktuellen Pläne von Elon Musk aus. Hinzu kommt, dass Musk Twitter von der Börse nehmen will. Musk erklärt: Der Dienst könne nur so sein Potenzial als Plattform für Redefreiheit voll entfalten. Doch die Kritik daran reißt nicht ab.

Robert Reich, Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley, bezeichnet die Visionen Musks eines „unkontrollierten“ Internets als gefährlichen Unsinn. Denn ein unkontrolliertes Internet gibt es laut Reich nicht: „Irgendjemand muss über die Algorithmen entscheiden – wie sie gestaltet sind, was sie offenbaren und was sie verbergen.“ Musk habe genug Macht, um „sich im Stillen diese Art von Kontrolle“ zu verschaffen. Für Reich ist klar: Musk will das Internet „noch weniger verantwortungsbewusst“ gestalten. Es geht ihm nicht um Freiheit, sondern um Macht.

David Kaye, Rechtsprofessor und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Meinungsfreiheit, warnt: Twitter könne zu einer Kloake werden. Für Kaye ist klar: Wenn jemand mit viel Geld kommt und die Regeln ändert, sei das ein Rückschritt. Twitter habe jahrelang versucht, vernünftige Regeln aufzustellen und sich zu einem vernünftigen Hüter der Meinungsäußerung entwickelt. Dies sei nun in Gefahr.

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Verwendete Quellen: Bild, Wikipedia, Zeit, Tagesschau

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