Fake-Name künftig erlaubt
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Maren
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Fake-Name künftig erlaubt

Facebook sagt „Tschüss“ zur Klarnamenpflicht

Wer gern anonym im Internet unterwegs ist, aber trotzdem Social-Media-Plattformen wie Facebook nutzt, kann sich freuen. Euer ausgedachter Fake-Name muss künftig von Facebook erlaubt werden. Die Klarnamenpflicht hat das Berliner Landgericht jetzt untersagt.

Warum das Gericht so entschieden hat, wie ihr euren Namen auf Facebook ändern könnt und ob es sinnvoll ist, nicht den Klarnamen zu nutzen, erfahrt ihr bei uns.

Facebook Name - Klarname - Fake-Name - anonym im Internet. Foto: Pixabay

Wer einen Fake-Namen auf Facebook benutzt, kann nicht mehr abgestraft werden.

Fake-Name statt Klarname

Schon im August 2015 hatte der Verbraucherzentale Bundesverband (vzbv) gegen die gängigen Bestimmungen bei Facebook geklagt. Jetzt hat das Landgericht Berlin entschieden. In dem Urteil heißt es: Die Voreinstellungen sowie Teile der Nutzungs- und Datenschutzbedingungen von Facebook verstoßen gegen geltendes Verbraucherrecht in Deutschland.

Damit ist klar: Zukünftig dürft ihr jeden Fake-Namen für Facebook nehmen, der euch gefällt. Euren echten Namen, den Klarnamen, müsst ihr nicht verwenden. Denn: Anbieter von Online-Diensten müssen Nutzern auch eine anonyme Teilnahme, etwa unter Verwendung eines Pseudonyms, ermöglichen. Also sind jetzt auch erfundenen Namen wie „Ein Horn“, „Mieze Katze“ oder „Alter Sack“ möglich. Facebook darf solche Namen nicht mehr verbieten. Stattdessen heißt es: erlaubt ist, was gefällt.

Allerdings hat Facebook bereits angekündigt, Berufung einzulegen. Und auch der vzbz ist nicht mit allen Entscheidungen einverstanden und hat ebenfalls Berufung eingelegt. Rechtskräftig ist das Urteil somit noch nicht, der Streit geht weiter.

Fake-Name nur ein Bestandteil

Doch die Aussagen über einen möglichen Fake-Namen sind nur ein Bestandteil des Urteils. Das Landgericht hat noch mehr entschieden – vor allem zu den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen. Hier die zwei wichtigsten Entscheidungen neben der Abschaffung der Klarnamenpflicht:

  • Die Voreinstellungen im Privatsphäre-Bereich bedürfen einer informierten Einwilligung der Verbraucher.
  • Werbung „Facebook ist und bleibt kostenlos“ ist nicht irreführend.

Dank Urteil etwas mehr anonym im Internet

Doch was bedeutet das für euch? Letztendlich, dass eure Daten besser geschützt werden. Dass ihr, wenn ihr das wollt, anonym im Internet unterwegs seid. Beispiel Facebook-App fürs Smartphone: Ohne euer Wissen ist der Ortungsdienst aktiviert, der eurem Chatpartner euren Aufenthaltsort verrät. Zulässig ist das jetzt nicht mehr, da ihr diese Einstellung vermutlich nicht zur Kenntnis nehmt, sie aber einen erheblichen Eingriff in eure Privatssphäre darstellt.

Auch das voreingestellte Häkchen, das besagt, dass Suchmaschinen einen Link zu eurer Chronik erhalten, ist ein Eingriff in eure Privatssphäre und muss zukünftig von euch selbst gesetzt werden – wenn ihr die Einstellung denn möchtet. Insgesamt haben die Richter fünf Voreinstellungen auf Facebook für unwirksam erklärt. Alle mit der Begründung, dass der Nutzer davon keine Kenntnis hat.

Facebook Name darf nicht weitergeleitet werden

Außerdem erklärten die Berliner Richter acht Klauseln in den Nutzungsbedingungen für unwirksam. Im Kleingedruckten müsst ihr euch, wenn ihr Facebook nutzt, unter anderem damit einverstanden erklären, dass der Konzern euren Facebook Namen und euer Profilbild „für kommerzielle, gesponserte oder verwandte Inhalte“ einsetzen und eure Daten in die USA weiterleiten durfte. Das ist nach dem aktuellen Urteil nicht mehr erlaubt. Zukünftig seid ihr also besser geschützt und somit etwas mehr anonym im Internet. Denn, so heißt es im Urteil: Mit solchen vorformulierten Erklärungen könne keine wirksame Zustimmung zur Datennutzung erteilt werden.

Ist ein Fake-Name sinnvoll?

Wie haltet ihr es mit eurem Namen? Fake-Name oder Klarname bei Facebook? Die Meinungen gehen sicherlich auseinander. Wer anonym in Internet unterwegs sein möchte, für den kommt sicherlich nicht der Klarname in Betracht.

Entscheidet ihr euch für einen Fake-Namen muss euch allerdings bewusst sein, dass ihr nicht gefunden werden könnt. Wenn ihr beispielsweise nach früheren Klassenkameraden sucht, derjenige sich aber nicht mehr „Thomas Müller“ sondern „Fußballgott“ nennt, ist es schwer, denjenigen zu finden. Soziale Netzwerke leben davon, dass ihr eure echten Namen verwendet.

Fake-Name bei Facebook ändern?

Klarname oder Fake-Name? Wenn ihr euren Namen bei Facebook nach diesem Urteil ändern wollt, könnt ihr das natürlich tun. Auf den Hilfeseiten von Facebook wird erklärt, wie es funktioniert. Geht in die Einstellungen und klickt auf „Name“. Gebt einen neuen Namen ein und klickt „Änderungen überprüfen“. Gebt nun euer Passwort ein und klickt auf „Änderungen speichern“. Falls ihr euren Namen nicht ändern könnt, gibt es auch dafür eine Erklärung im Hilfebereich.

Wir freuen uns auf eure Meinung. Wie haltet ihr es bei Facebook? Fake-Name oder Klarname? Lasst es uns in unseren Kommentaren wissen. Wollt ihr noch mehr über Facebook lesen? Interessante Artikel findet ihr hier in unserem Blog. Lest unsere Beiträge Facebook-Account gehackt, Privatssphäre achten, Privatssphäre-Einstellungen. Und für alle, die Facebook den Rücken kehren wollen, empfehlen wir den Beitrag Sociax – die Facebook-Alternative.

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2 Kommentare

  1. Mathias Bierhance sagt:

    Das mit dem Fakenamen hätte für mich einen Vorteil. Ich könnte mich jetzt endlich mit meinem richtigen Namen wieder registrieren, ohne von Facebook Probleme zu bekommen. Mit meinem Nachnamen hat mir Facebook schon mehrfach Probleme gemacht, mich gesperrt. Mit einem Foto des Ausweises wurde mein Konto zwar immer wieder entsperrt. Aber nach einiger Zeit ging der ärger von vorne los. Auch wenn mein Name sehr s ist, so bin ich nicht mal der einzige mit diesem Nachnamen auf Facebook. Das hätte Facebook sicher auch schnell prüfen können. Und irgendwann habe ich dann einen Fantasienamen gewählt und danach keine Probleme mehr gehabt. Wie schon erwähnt, man ist dann auch für Freunde unsichtbar. Und einen weiteren Nachteil gibt es auch noch. Wer Hetze und Hass verbreitet, macht das meistens wohl Anonym. Ich befürchte in der Hinsicht werden die Probleme noch größer werden. Aber das soll nicht mehr meine sorge sein. Ich habe Facebook, Twitter, Google + & Co lebewohl gesagt und vermisse es nicht.

  2. Magu sagt:

    Ich hoffe, dass die Abschaffung der Klarnamenspflicht bleibt oder das man vielleicht ein Mittelmaß finden kann. Ich würde Nutzernamen einführen, die für die Öffentlichkeit sichtbar und änderbar sind. Seinen echten Namen soll man aber trotzdem eingeben. Man kann aber entscheiden, ob und wer ihn sehen kann. Die Privatsphäre ist bewahrt und Facebook kann immer noch die Namen nutzen für was auch immer.

    Die Klarnamenspflicht als solches hat nämlich zwei entscheidende Nachteile:
    1. Jeder kann einem finden, egal ob man die Suchmaschine abstellt oder nicht. Sobald man auf Seiten kommentiert, ist man auffindbar. Potienzielle Arbeitgeber können einem auch finden und die Chancen auf eine Arbeitsstelle schwinden. Mal ganz zu schweigen von den Leuten, von denen man wirklich nicht gefunden werden will.
    2. Straftäter, Trolle und Stalker können immer noch machen was sie wollen. Wenn ich mich zum Beispiel Heinz Dieter statt [echter Name] nenne, fällt es niemandem auf.

    User haben davon nichts.

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