Datenpanne bei Google Plus
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Stefanie
in Verschiedenes

Datenpanne bei Google Plus

Google Plus wird eingestellt

Nach Facebook erlebt nun auch Google eine ernste Datenpanne – und zieht Konsequenzen. So bedeutet das Datenleck das Aus für Googles Social-Media-Plattform Google Plus.

Was das für euch bedeutet und was hinter dem Datenleck steckt, erfahrt ihr bei uns.

Google Plus – ein Blick auf die Geschichte

Im Sommer 2011 hatte Google seine Social-Media-Plattform Google Plus erstmals vorgestellt. Eigentlich sollte sie Facebook Konkurrenz machen, doch nur wenige User wollten Google Plus nutzen.

Um die Nutzerzahlen zu steigern, setzte Google darum fortan auch bei Nutzern von YouTube und Gmail  einen Google-Plus-Account voraus – zum Unmut der User. Zwar zog Google dies einige Jahre später zurück, doch der Erfolg der Plattform stellte sich dennoch nicht ein. Wie viele Nutzer Google Plus heute in Deutschland hat, ist unklar. Brauchbare Zahlen gibt es nicht, Schätzungen zufolge nutzen zwischen 180.000 und 6 Millionen Deutsche den Dienst.

Nun gehen bei Google Plus endgültig die Lichter aus. Offizieller Grund dafür: der Datenschutz. Passend dazu macht Google Plus zum Abschluss gerade mit einer massiven Datenpanne auf sich aufmerksam.

Datenpanne - Datenmissbrauch - Datenleck - Datensicherheit - Privatsphäre

Rund sieben Jahre nach seiner Vorstellung gehen bei Google Plus nun die Lichter aus: Der Dienst wird eingestellt. (Bild: pixabay.com/WikimediaImages)

Datenpanne bei Google Plus – das steckt dahinter

Spätestens seit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 sind die Anforderungen an Datensicherheit und Privatsphäre im Internet deutlich gestiegen. Im Zuge dessen hat Google seine Produkte auf ihren Umgang mit Nutzerdaten untersucht.

Die Social-Media-Plattform Google Plus schnitt dabei besonders schlecht ab, erklärt Google-Manager Ben Smith im Google-Blog. Im Rahmen des sogenannten Project Strobe hat Google die Datensicherheit der Google-Produkte und Schnittstellen genau unter die Lupe genommen. Damit will Google beispielsweise den „Zugriff von unabhängigen App-Entwicklern auf bei Google hinterlegte Nutzerdaten regulieren“, schreibt The-Khoa Nguyen.

Bei Google Plus sei das trotz der Arbeit, die Google in die Social-Media-Plattform gesteckt hat, jedoch nicht so einfach. Dazu kommt, dass nur wenige User die Plattform tatsächlich nutzen. So dauern rund 90 Prozent der Nutzer-Sessions weniger als fünf Sekunden, schreibt Smith im Google-Blog. Der Aufwand, die Plattform zu modernisieren, rechnet sich für Google daher nicht. Stattdessen wird Google Plus nun eingestellt.

Datenpanne zum Abschluss: 500.000 Nutzer betroffen

Fast schon beiläufig erwähnt Smith in seinem Bericht auch, dass es eine massive Sicherheitslücke bei Google Plus gab, die im Frühjahr diesen Jahres behoben wurde. Besonders problematisch: Die Schwachstelle im Google-Plus-People-API erlaubte App-Entwicklern seit 2015 unerlaubt Zugriff auf nicht-öffentliche Nutzerdaten, darunter Geschlecht, E-Mail-Adresse, Anschrift, Beschäftigung oder Alter. Eine massive Datenpanne also, denn laut Google könnten bis zu 500.000 Nutzer betroffen sein.

Ob es auch zu einem Datenmissbrauch kam, ist nicht klar. Google speichert die dafür notwendigen Nutzeraktivitäten nicht lange genug, um einen Datenmissbrauch infolge der Datenpanne nachvollziehen zu können.

Auch wenn das Datenleck bereits im März 2018 entdeckt und behoben wurde, könnten Google Strafen drohen. Immerhin, so berichtet Nguyen, hat Google sich gegen eine Veröffentlichung der Sicherheitslücke entschieden. Die DSGVO sieht bei einer Datenpanne allerdings eine schnelle Information betroffener Nutzer vor. Ob und welche Konsequenzen es für Google gibt, steht noch nicht fest.

Datenpanne bei Google Plus – und nun?

Zwar ist die Datenpanne nicht der einzige Grund für die Einstellung von Google Plus, spielt dabei aber auf jeden Fall eine Rolle. Dennoch bleibt die Social-Media-Plattform euch noch bis Ende August 2019 erhalten. Bis dahin habt ihr Zeit, eure Google-Plus-Daten zu sichern.

Dann aber verschwindet Google Plus endgültig von der Bildfläche. Genauere Informationen zum Ablauf will Google in den nächsten Wochen bereitstellen. Übrigens soll Google Plus als internes Netzwerk für Unternehmen erhalten bleiben und auch weiterentwickelt werden.

Datenlecks bei Social-Media-Plattformen nichts Neues

Google Plus ist nicht das einzige soziale Netzwerk, das mit einer massiven Datenpanne zu kämpfen hat. Im März musste auch Facebook ein Datenleck im Rahmen des Cambridge-Analytica-Skandals eingestehen, vor kurzem wurde zudem ein neuer Facebook-Hack bekannt.

Um eure Daten vor unbefugten Zugriffen zu schützen, solltet ihr eure Datenschutzeinstellungen auf Social-Media-Plattformen regelmäßig überprüfen. Damit sich keine Schadsoftware auf euren Geräten breit macht, ist ein Virenschutz für Smartphone und PC/Notebook unerlässlich. Euer PC-SPEZIALIST vor Ort hilft euch gern bei dessen Installation und Konfiguration.

1 Kommentar

  1. Alexander Kümmel Absolvent Uni sagt:

    Schutz der familiären wie privaten Sphäre ist etwas,wofür in Deutschland Menschen sich in große Gefahr begeben haben.Ich erinnere an Georg Büchner mit dem Hessischen Landboten,einer Publikation,mit der er sich dafür einsetzte,dass Familien in Ruhe vor fürstlichen oder kaiserlichen Spionen zusammen leben und die Prinzipien der persönlichen Gedankenfreiheit keiner übermächtigen Zensur unterworfen werden,dass die Bürgerlichen Stände ihre Berufe ausüben und nicht von vermeintlichen Vorrechten der adeligen Stände behindert und drangsaliert werden können.Wenn man sich nun übelegt,welchem Raubrittertum unsere persönliche wie gedankliche Freiheit ausgesetzt werden kann,selbst wenn die eigenen Motive freundlich und pflichtbewusst sind,und dass diese Zugriffe selbst die sonntägliche wie feiertägliche Ruhe beeinträchtigen und Haus und Hof fremdem Zugriff preisgeben können,wenn es falsche Motive sind,die die Handlungen der Datensammelnden antreiben,dann stellt sich die Frage nach demGewaltmonopol

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