EmergencyEye
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Robin Laufenburg, Fr, 3. Apr. 2020
in Aktuelles

EmergencyEye

Videochat-System soll medizinische Einrichtungen entlasten

Per Videochat zur Erstdiagnose? Die Anwendung EmergencyEye soll das ab sofort möglich machen und dadurch Arztpraxen, Krankenhäuser oder Notaufnahmen entlasten. In Zeiten der Corona-Krise ist so eine digitale Erstbegutachtung ein mehr als nützliches Unterfangen.

Wie EmergencyEye genau funktioniert und was die Anwendung so besonders macht, erfahrt ihr hier.

Was ist EmergencyEye?

Bei EmergencyEye handelt es sich um eine mobile Anwendung des Start-up-Unternehmens Corevas aus Nordrhein-Westfalen. Es gibt diese Anwendung schon seit einiger Zeit. Bis jetzt diente sie aber vor allem dazu, Notrufe besser koordinieren zu können. Der traditionelle Notruf wird hierbei durch die Unterstützung von Vodafone mit verschiedenen hilfreichen Features ergänzt: einem Ortungssystem, einer zusätzlichen Chat-Funktion inklusive Sofortübersetzung in mehreren Sprachen sowie der Möglichkeit einer Live-Video-Schaltung. In einigen Rettungszentralen ist die Anwendung bereits im Einsatz.

Neu ist, dass EmergencyEye neben Rettungszentralen ab sofort auch Arztpraxen und Krankenhäusern zur Verfügung steht. Durch die Anwendung besteht zukünftig die Möglichkeit, per Video-Chat eine Ersteinschätzung aus der Ferne vorzunehmen. Der Anrufer könnte dadurch eine erste Diagnose und Handlungsempfehlung erhalten.

Das bedeutet: Durch die digitale Diagnostik würden Patienten nicht nur eine Menge Zeit sparen, sondern auch das Infektionsrisiko vermeiden, dass oft in Wartezimmer lauert. Und auch für Ärzte und Helfer würde die Ansteckungsgefahr sinken.

EmergencyEye entlastet Arztpraxen

Die Anwendung EmergencyEye soll dabei helfen, die Infektionskette der Coronavirus-Pandemie zu unterbrechen. Bild: Pixabay/geralt

EmergencyEye – so funktioniert die Anwendung

Damit medizinische Einrichtungen EmergencyEye nutzen können, wird beim Anrufer ein Smartphone vorausgesetzt. Die Vorinstallation einer App ist dabei nicht notwendig. Ruft ihr im Notfall bei einer Notrufleitstelle an, die EmergencyEye bereits verwendet, erhaltet ihr per SMS einen Link zur Webanwendung. Wenn ihr den Link öffnet, müsst ihr die zeitlich befristete Nutzung des Videosignals, des Mikrofons und den Zugriff auf die Geoposition des Handys freigegeben – das ist notwendig, damit die Anwendung vollumfänglich funktionieren kann.

Denn: Die empfangenen Daten dienen dazu, euren Notruf einzuordnen und einen möglichen Einsatz angemessen koordinieren zu können. Damit ein Krankenwagen zu euch fahren kann, muss der Fahrer schließlich wissen, wo er genau hinfahren muss.

Über die Videochat-Funktion soll es dem medizinischen Team, insbesondere den Ärzten, künftig auch möglich sein, bereits aus der Ferne eine erste Diagnose stellen und das weitere Vorgehen sinnvoll abzustimmen zu können. Für Leitstellen, Arztpraxen ist die Nutzung übrigens ähnlich einfach: Sie müssen die Anwendung einfach auf einem Computer mit Internetanschluss installieren.

EmergencyEye in Zeiten vom Coronavirus

Aufgrund der Coronavirus-Krise sind Ärzte und andere medizinische Hilfskräfte unermüdlich im Einsatz. Dank dem Corona-Online-Test CovApp gibt es die Möglichkeit, dass ihr euch, solltet ihr euch über eine mögliche Infektion unsicher sein, eine professionelle Handlungsempfehlung zum weiteren Vorgehen einholen könnt. Der Test ersetzt aber keine Diagnose.

Momentan ist es eine besondere Herausforderung für Ärzte, bei Verdachtsfällen eine Untersuchung durchführen und eine Diagnose stellen zu können, ohne dabei sich selbst und andere Patienten zu gefährden. Die Arztpraxen haben daher verschiedene Präventionsmaßnahmen eingerichtet. Trotzdem besteht die Gefahr, dass eine infizierte Person beim Arztbesuch andere Patienten ansteckt. Der Video-Chat über EmergencyEye soll genau das verhindern.  Anhand der ersten Eindrücke und Antworten kann der Arzt eine erste qualifizierte Diagnose als Ersteinschätzung stellen und entscheiden, ob eine weitere Behandlung oder ein Test notwendig ist.

In Zeiten des Coronavirus will Corevas einen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten: EmergencyEye steht medizinischen Einrichtungen daher drei Monate lang kostenfrei zur Verfügung. Normalerweise kostet die Nutzung vier Cent pro Videominute.

Emergency hilft bei Diagnose


Natürlich ist mit EmergencyEye nicht jede Untersuchung und jede Diagnose möglich. Die Anwendung kann Ärzte aber definitiv entlasten. Bild: Pixabay/stevepb

Notruf und Arztdiagnose per Videochat: keine Zukunftsvision

Wieder einmal wird deutlich: Menschen passen sich mit technischen Errungenschaften an die äußeren Umstände an. Ein solcher Fortschritt ist in der aktuellen Situation auch zwingend notwendig, um die Verbreitung der Coronavirus-Pandemie aufzuhalten.

Gerade Personen aus Risikogruppen – vor allem Senioren – sollten daher darüber nachdenken, ebenfalls mit der Zeit zu gehen und sich ein Smartphone anzuschaffen, falls sie noch keins besitzen. Denn: Im Falle eines Notfalls sind sie damit abgesichert. Außerdem können sie mit einem Handy auch während des Kontaktverbots mit ihren Enkeln über Videoanrufe in Verbindung bleiben.

Ihr habt für euch oder einen älteren Angehörigen bereits ein Handy angeschafft und benötigt Hilfe bei der Einrichtung? Dann nehmt zu PC-SPEZIALIST in eurer Nähe Kontakt auf. Unsere kompetenten Fachleute übernehmen gern die Einrichtung eines Handys oder Tablets.

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