Kryptowährung
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Robin Laufenburg, Mo, 15. Feb. 2021
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Kryptowährung

Bitcoin, Ethereum & Co., das Geld der Zukunft?

Kryptowährung wird immer populärer und vielleicht haben Sie auch schon von Bitcoin, Ethereum & Co. gehört? Hinter diesen, für den ein oder anderen vielleicht noch futuristisch anmutenden oder sehr abstrakten Namen stecken ebensolche digitalen Zahlungsmittel.

Was eine Kryptowährungen aber sind und was Sie zu dem Zahlungsmittel wissen sollten, erfahren Sie hier.

Kryptowährung vs. traditionelle Währung

Bei Kryptowährung (auch Krypto-Währung, Cryptocurrency oder Cryptowährung) handelt es sich um komplett digitale Zahlungsmittel. Damit grenzen sie sich von traditionellen Währungen ab, die immer auch an physische Geldeinheiten gekoppelt sind. Man wird Einheiten einer Kryptowährung, sogenannte Kryptocoins oder Token, also wohl nie in die Hand bekommen.

Kryptowährungen haben sich etabliert, um einen anonymen und dennoch sicheren Geldtransfer zwischen verschiedenen Personen oder Personengruppen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen sie dezentral und über Landesgrenzen hinaus weltweit einsetzbar sein. Bei einer Zahlung, bei der Kryptocoins im Einsatz sind, sehen weder der Sender noch der Empfänger, wohin das Geld geht bzw. von wem es kommt.

Kryptogeld als neue Währungen

Immer mehr Währungen etablieren sich und werden als nicht durch den Staat reguliertes Geld gehandelt. Bild: Pexels/AlesiaKozik

Kryptografische Werkzeuge

Dennoch wird im entsprechenden dezentralen Währungsnetzwerk nachgehalten, dass der besagte Zahlungsverkehr tatsächlich stattgefunden hat. Dies geschieht mit sogenannten kryptografischen Werkzeugen.

Der Begriff Kryptographie kommt aus dem Altgriechischen (κρυπτός für ‚geheim‘ oder ‚verborgen‘) und bezeichnet die Verschlüsselung von Informationen. Kryptografische Werkzeuge sind also Hilfsmittel, mit denen eine sichere Verschlüsselung vollzogen werden kann. Der Begriff „Kryptowährung“ beschreibt folglich erst einmal nur Währung, die mithilfe von entsprechenden Werkzeugen verschlüsselt ist.

Zu diesen kryptografischen Werkzeugen, den „Krypto-Tools“, gehören digitale Signaturen und sogenannte Blockchains. Letztere kann man sich als Blockketten von Datensätzen vorstellen, die nachhalten, welchen Weg Währungseinheiten zurücklegen. Der Datensatz erweitert sich bei jeder Transaktion, die mit einer entsprechenden Geldeinheit vollzogen wird. Sprich: Blockchains sind als kollektiv geführte Buchhaltesysteme zu verstehen.

Hinter Kryptogeld stehen weder staatlichen Institution noch Banken, sondern sogenannte Cryptominer. Sie bearbeiten besagte Blockchains, verbuchen also quasi die anonymisierten Transaktionen tabellarisch. Tendenziell kann jede Person oder Personengruppe als Cryptominer tätig sein. Diese Tätigkeit ist durchaus beliebt, denn immerhin werden Miner, wie man es auch von Transaktionen über Banken kennt, bezahlt.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Die bekannteste und gleichzeitig auch älteste Kryptowährung ist Bitcoin (BTC). Seit 2009 wird sie als erste komplett dezentral verwaltete und international einsetzbare Währung öffentlich gehandelt. Mittlerweile dürfte der Name weltweit bekannt sein. Immerhin wird die Währung im Internethandel sowie im Investment bereits großflächig eingesetzt.

Aufgrund der großen Beliebtheit von Bitcoin hat sich im letzten Jahrzehnt eine ganze Reihe an weiteren Kryptowährungen gebildet. Da Bitcoin eine Vorreiterfunktion innehat, werden alle weiteren kryptografischen Währungen zusammenfassend als Alternativ-Coins bzw. Altcoins bezeichnet. Dazu zählen unter anderem: Monero (XMR), Ethereum (ETH), Bitcoin Cash (BCH), XCoin (DASH), Ripple (XRP) und Litecoin (LTC).

Mittlerweile gibt es (Stand Anfang 2021) bereits über 4.000 verschiedene Kryptowährungen. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl in den nächsten Monaten und Jahren rasant wachsen wird. Die verschiedenen Währungen und Coins unterscheiden sich dabei zum Teil extrem. Immer wieder kommt es durch Investment in neue oder weiterentwickelte Kryptowährungen zu Erfolgsgeschichten. Zum Teil fallen Währungen aber auch durch Negativschlagzeilen auf und Investoren verlieren mit ihnen ihr Vermögen.

Kryptocoins

Kryptocoins kann man sich zwar gut als physisches Geld vorstellen, die Kryptowährung existiert aber nur digital. Bild: Pixabay/WorldSpectrum

Beispiele für den Einsatz von Kryptowährungen

Während eines der Hauptziele von Bitcoin die Schaffung eines institutionslosen, internationalen und anonymisierten Bezahlsystems war, wurde die erste Kryptowährung in ihren Anfängen vor allem im sogenannten Dark Web benutzt. Der Bitcoin wurde dabei vor allem für die Bezahlung von komplett oder partiell illegalen Dienstleistungen oder Waren eingesetzt.

Heute werden Kryptowährungen aus den verschiedensten Gründen neu kreiert und verwendet. Ein besonders aktuelles Beispiel ist Dogecoin. Dabei handelt es sich um eine Geldeinheit, die eine Parodie auf das Internetgeld ist. Äußerungen des Milliardärs Elon Musk haben sie bekannt und beliebt gemacht.

Teilweise sind Kryptowährungen auch an konkrete Produkte, Waren oder Ressourcen gebunden. Carat ist so eine Währung, die für den Diamantenhandel geschaffen wurde, Petro ist auf den Handel mit Öl ausgelegt.

Schon lange hat die Kryptowährung ihre nur dunkle Vergangenheit hinter sich gelassen und ist heute gesellschaftlich akzeptiert. Das liegt auch daran, dass sich die dem Kryptogeld zugrundeliegende Technologie deutlich verbessert hat. Zum Gutteil werden Kryptowährungen deswegen sogar geradezu positiv stigmatisiert und als für die Zukunft wegweisend betrachtet. Das spiegeln nicht nur momentane Schlagzeilen, die von Teslas Investment in Kryptowährungen, insbesondere in Bitcoin, berichten.

Facbooks eigene Kryptowährung?

Ein Beispiel für die faktische Wirkungsmacht von Kryptowährungen lässt sich anhand von Facebook aufzeigen: Der Weltkonzern, zu dem mittlerweile auch WhatsApp und Instagram gehören, hat den Plan, mit dem eigen entwickelten Libra bzw. Diem (oft auch FacebookCoin) eine Währung einzuführen, die innerhalb der entsprechenden hauseigenen Kanäle genutzt wird.

Die nach Plan von Facebook noch in diesem Jahr (2021) weltweit eingeführten Coins sollen dabei eine Art Komplementärwährung für alles darstellen, was über diese erwerbbar ist. Digitale Marktplätze existieren in Facebook und Instagram  bereits und werden in Zukunft wahrscheinlich weiter ausgebaut. Doch bereits vor der Markteinführung haben die ersten Cyberkriminellen damit begonnen, die Facebook-Währung Libra/Diem für gefährliche Social-Hacking-Angriffe zu nutzen.

Kryptowährung gegen Welthunger?

Ein weiteres interessantes Beispiel für den Einsatz von Kryptocoins ist ein Pilotprojekt des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, bei dem die beliebte Kryptowährung Ethereum eingesetzt wird. Sie wird genutzt, um Ressourcen wie Lebensmittel oder Kleidung an Geflüchtete zu verteilen. Durch die Coins kommt den Bedürftigen das überlebensnotwendige Geld zu, ohne dass es über verschiedene extern kontrollierte Institutionen gegeben werden muss.

In der Vergangenheit kamen immer wieder Skandale ans Tageslicht, bei denen für Wohltätigkeit gespendetes Geld von den Institutionen, über die es gegeben werden musste, entfremdet und beispielsweise für Waffenkäufe ausgegeben oder einfach nicht weitergereicht wurde. Verifiziert werden die Bezahlungen der Geflüchteten dabei durch Iris-Scans, die beispielsweise bei der Verteilung von Lebensmittelcoupons über entsprechende Geräte in Flüchtlingscamps durchgeführt werden.

Kryptowährungen

Längst schon sind der Besitz von Kyprotwährungen sowie der Handel damit keine kleine Nische mehr. Pexels/GeorgeMorina

Kryptowährung als Alltagswährung?

Nach Erkenntnissen aus einer vom Blockchain Research Lab 2019 durchgeführten repräsentativen Umfrage, haben vor zwei Jahren (2019) bereits sieben Prozent der Deutschen Kryptocoins besessen. Ganze 86,8 Prozent der Befragten gaben sogar an, dass sie mit Kryptowährung vertraut sind und immerhin 62,4 Prozent wussten auch mit  Blockchains etwas anzufangen. Diese Zahlen überraschen vor allem dann, wenn man bedenkt, wie zurückhaltend Deutsche doch sind, wenn es beispielsweise um bargeldloses Bezahlen geht.

Viele etablierte Banken unterstützen mittlerweile übrigens bei der Beratung zum Besitz und Handel von Kryptowährungen. Da es sich bei dem Handel mit Kryptogeld in Deutschland um ein privates Veräußerungsgeschäft handelt, müssen Sie die Gewinne versteuern. Dabei gibt es jedoch eine private Freigrenze von bis zu 600 Euro. Auch ist ein Geldgewinn steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr vergangen ist. Ist dies jedoch nicht der Fall, fallen Steuern auf Ihr eingenommenes Kryptogeld an. Auf entsprechende Gewinne müssen Sie in der Steuererklärung in der Anlage SO (sonstige Einkünfte) hinweisen.

Wo kann man mit Kryptowährung bezahlen?

Überraschen Sie die Zahlen und Entwicklungen? Oder sind Ihnen die Eckdaten und Fakten zu Bitcoin & Co. schon bekannt gewesen, bevor Sie diesen Artikel gelesen haben? Besitzen Sie vielleicht sogar selbst Kryptogeld? Hinterlassen Sie uns gern einen Kommentar zu Ihren Erfahrungen und ergänzen Sie gern das, was Sie an Wissen zu Kryptowährung haben!

Gerade dann, wenn Sie digitales Geld besitzen, sind Sie vielleicht auch von den momentanen Entwicklungen erschlagen. Kryptogeld wird nämlich auch in immer mehr digitalen und physischen Shops, Einkaufsmärkten und für immer mehr Dienstleistungen als Zahlungsmittel akzeptiert. Wissen Sie, ob und wenn ja wo Sie in Ihrer Stadt mit Kryptogeld bezahlen können? Antwort finden Sie auf der sogenannten Coinmap, einem Projekt, auf dem vor allem die Hotspots in Nordamerika und Europa gekennzeichnet sind. Werfen Sie doch einen Blick auf die Map!

Mit Kryptocoins bezahlen

Steht womöglich eine Zeit bevor, in der sich das Bezahlen mit Kryptocoins immer weiter etablieren wird? Bild: Pexels/LauraJames

Exkurs: Kryptowährung im Nicht-EU-Ausland

Die Zahl der Personen, die in Deutschland in Kryptowährung investieren, scheint hoch zu sein, aber der Anschein trügt: Gerade in Ländern mit instabilen staatlichen Währungen hat sich über das letzte Jahrzehnt der Kryptocoin als beliebte Währungseinheit herauskristallisiert. Besonders in Staaten, in denen eine extreme Hyperinflation herrscht, akzeptiert mittlerweile sogar ein Großteil aller öffentlichen Geschäft Bitcoins & Co. Beispiel: Ein einziger Euro entspricht heute (Anfang 2021) genau 437,671 Simbabwe-Dollar. Entsprechendes Geld verliert zunehmend an Wert. Es bietet sich also für die Bevölkerung dieser Staaten an, auf die Tendenz zu reagieren und auf internationale Währungen umzusteigen. Vor dem Hintergrund spricht man zum Teil auch schon von „Afrikas stiller Kryptowährungs-Revolution“. Dabei wird die Nutzung von Kryptowährung als Chance einer grenzenbrechenden Globalisierung und Technisierung gesehen.

Die hierdurch geschwächten Regierungen haben zum Großteil jedoch bereits reagiert und den Handel und Besitz von Kryptogeld eingeschränkt oder verboten. Ein solches Verbot trat beispielswiese am 7. Februar 2021 in Nigeria in Kraft. Hier besaßen bereits vor einigen Jahren schätzungsweise 30 Prozent der Gesamtbevölkerung Kryptocoins. Die Erstickung der Revolution ist  jedoch ebenso still wie die Revolution selbst.

In den vergangenen fünf Jahren wurden ähnliche Verbote auch in Asien ausgesprochen: In China, India und im Iran steht der Besitz und Handel von Kryptowährungen zum Teil unter Strafe. Die chinesischen Regierung verschärft die Maßnahmen gegen den Geldtransfer mittels Kryptowährung momentan.

Gefahren von Kryptowährung?

Dass der noch neue und unregulierte Kryptomarkt bereits viele bekannte Gefahren und Risiken birgt, liegt auf der Hand. Es gibt wohl ohne Frage noch erschreckend viele unbekannte Gefahren. Alle Personen, die in Kryptogeld investieren möchten, sollten sich derer bewusst sein. Niemand kann prognostizieren, wie sich mögliche Devisen entwickeln werden, welche Coins Höhen- oder Tiefflüge haben und sich als Tops oder Flops erweisen werden. Auch dann, wenn ein Kyptocoin noch so stabil und sicher erscheint, kann er jederzeit einbrechen: Kryptowährung sind auffallend volatil und Kurse verändern sich mit rasender Geschwindigkeit. Das sah man beim Bitcoin 2018 exemplarisch: Über kürztester Zeit hatte der Bitcoin bei einem Crash, der auf einen Peak folgte, hunderte Milliarden Dollar verbrannt.

Gefahren durch Cyberkriminelle

Gleichzeitig gibt es logischerweise keinen Anlegerschutz, sollten Sie in Kryptowährung investieren wollen. Zwar können Sie  mittlerweile in einigen Shops mit Kryptogeld bezahlen, dies gestaltet sich aber zum Teil als schwierig, da Ihre Altcoins meistens noch zuerst in Bitcoins umgetauscht werden müssen und dann erst in Dollar oder Euro gewechselt werden können. Es ist dabei eine Glückssache, wie der Wechselkurs gerade steht.

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr beim Besitz und Handel sowie bei der Generierung (dem Mining) von Kryptogeld sind übrigens die Gefahren durch Cyberkriminelle: Zuletzt wurde im Jahr 2019 ein großflächiger Diebstahl von digitaler Währung aufgedeckt, bei dem viele Anleger ihr komplettes Geld verloren hatten. Hacker gehen mit der Zeit und legen ihre gebündelten Energien darauf, an das nicht institutionell geprüfte und anonym gehandelte Geld zu kommen. Dabei nutzen sie zum Teil Tricks wie simulierte Livestreams oder verschicken Schadsoftware, die sich als Bitcoin-Überweisungen tarnt.

Kryptowährung und Digitalisierung

Der Erfolg von Kryptowährung ist nicht losgelöst von der momentan geschehenden Digitalisierung zu betrachten. Bild: Pixabay/madartzgraphics

Fortschreitende Digitalisierung

Mit Blick auf die Entwicklung von Kryptowährung wird ohne Frage eins klar: Die Zukunft ist ungewiss und lässt sich nicht im Detail voraussagen. Dennoch wird die Welt eindeutig immer digitaler. Digitalisierung geschieht, wie wir an dem Beispiel der Kryptowährung sehen, auch schneller, als uns oft bewusst ist. Die Vorstellung von nicht nur bargeldlosem bzw. nicht materiellem, sondern auch nicht durch Staaten und Banken reguliertem Geld, das international einsetzbar ist, wirkt heute noch revolutionär. Morgen könnte dies aber bereits Realität sein.

Das heißt natürlich keinesfalls, dass Sie in Bitcoins oder Altcoins investieren, mit diesen handeln oder bezahlen sollten oder gar müssen. Dennoch sollten Sie sowohl privat als auch beruflich an den aktuellen Stand der Technik angepasst sein. Für Privatpersonen, die ihre Geräte in kompetenten Händen wissen wollen, bietet sich das Eins-für-Alles-Paket von PC-SPEZIALIST an, mit dem eine permanent hohe IT-Sicherheit gewährleistet wird. Nutzen Sie es für Ihren privaten Rechner oder Ihr Notebook und bleiben Sie ohne viel Zutun immer gut geschützt.

In kleinen Firmen sollten Firmenrechner und Diensthandys optimal eingerichtet sein und ganzheitliche Sicherheitsmaßnahmen aufweisen. Für eine grundlegende IT-Sicherheit bietet sich dabei der  IT-Basisschutzes von PC-SPEZIALIST an. Wichtig ist ohne Frage, dass Sie mit der Zeit gehen und auf aktuelle Entwicklungen schnell und passend reagieren. Haben Sie Fragen zur Digitalisierung und passenden IT-Sicherheit, ob Sie nun Kryptowährungen nutzen möchten oder nicht? Dann kontaktieren Sie PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe.

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Weiterführende Links: Blockchain Research Lab BRL, Coinmap.org, ZDF.de, Heise.de, Handelsblatt, Der Bank Blog, Bergfürst, Unternehmenswelt.de, Wirtschaftslexikon, Volksbanken Raiffeisenbanken VR.de, Deutsche Welle DW , Tagesschau.de, Tagesschau.de , Wikipedia, Wikipedia, BBC News, Deutsche Welle DW, Deutsche Welle DW, Welt.de

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