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Addons
Author
Maren Keller, Mi, 26. Okt. 2022
in PC & Notebook

Addons

Browser-Erweiterungen – nützlich oder gefährlich?

Addons – den Begriff hat wohl jeder schon einmal gehört. Dabei handelt es sich um Browser-Erweiterungen, die dem Browser zusätzliche Funktionen geben. Es gibt sie für alle gängigen Browser in unzähliger Vielfalt.

Warum Browser-Erweiterungen sowohl nützlich als auch gefährlich sein können und welche wirklich sinnvoll sind, erfahren Sie bei uns.

Addons – eine Definition

Ein Addon ist eine unselbstständige Zugabe zu einem Programm. Das bedeutet: Das Addon kann ohne die zugehörige Software-Komponente nicht arbeiten, erweitert die Software-Komponente aber um zusätzliche, nützliche Funktionen. Das Addon ist im Lieferumfang einer Software nicht standardmäßig enthalten, sondern kann nachträglich und meist kostenfrei vom Nutzer installiert werden. Entweder entwickeln Hersteller der Software-Komponente selbst oder andere legitime Firmen als offizielle Erweiterung des entsprechenden Programms die Addons; oder es gibt sie als inoffizielle Modifikation.

Der Begriff Addon stammt aus dem Englischen. Er bezieht sich auf das Verb „to add“ (etwas hinzufügen). Besonders verbreitet sind Browser-Addons, die den Browser um nützliche Funktionen erweitern. Sie können mit Browser-Erweiterungen beispielsweise Ihren Browser personalisieren, Anzeigen auf Webseiten blockieren, Inhalte einer Website in eine andere Sprache übersetzen oder beliebige Websites dem Bookmarking-Dienst eines Drittanbieters wie Evernote oder Pocket hinzuzufügen.

Addons: Jemand garniert Spaghetti mit Petersilie. Bild: Pexels/Klaus Nielsen

Wie das Salz in der Suppe oder die Petersilie auf den Spaghetti: Addons können nützliche Erweiterungen sein. Bild: Pexels/Klaus Nielsen

Browser-Addons: Vor- und Nachteile

Der große Vorteil von Addons (auch Add on oder Add-on) ist, dass es sie in mannigfacher Ausführung gibt und sie von fast allen gängigen Browsern unterstützt werden. So gibt es sie für Chrome, Safari, Opera, Internet Explorer und Edge. Sie sind also sehr verbreitet und können richtig hilfreich sein, weil sie Funktionen mit sich bringen, die die Arbeit am Computer erleichtern.

Viele Nutzer haben deshalb nicht nur ein Addon installiert, sondern gleich Dutzende. Das Problem: Die Browser-Erweiterungen können nicht nur praktisch sein, sondern auch gefährlich. Zudem werden sie häufig als Quelle von Performance- und Sicherheitsproblemen identifiziert. Denn das Addon-System eines Browsers ist beliebtes Ziel für cyberkriminelle Angreifer.

Falls ein Browser-Addon eine Schwachstelle aufweist, können die Angreifer sie nutzen, um die Sicherheitsmechanismen des Browsers zu umgehen. Dadurch erhalten sie die Kontrolle über den Browser oder schlimmstenfalls sogar über das gesamte Betriebssystem. Daher gilt auch hier: Updates müssen stets schnellstens ausgeführt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Nutzung von Addons gut überlegen

Und eben diese Risiken sind es, die Sicherheitsexperten warnen lassen. Hinzu kommen weitere Risiken. Verkaufen beispielsweise Entwickler ihre Addons an Werbefirmen, können diese sie zu Werbeschleudern, sogenannter Adware, umfunktionieren, die heimlich Werbeanzeigen auf Webseiten einbauen. Browser-Erweiterungen können aber auch mit den richtigen Berechtigungen alles mitlesen, was im Browser geschieht oder den Nutzer auf andere Webseiten wie Fakeshops umleiten.

Zwar müssen die Erweiterungen für solche Handlungen Berechtigungen einfordern, das machen von den Großen bislang aber nur Mozilla Firefox und Google Chrome. Bei Chrome wird der Benutzer explizit auffordert, den Addons spezifische Genehmigungen zu erteilen oder abzulehnen. Lehnt der Nutzer allerdings ab, kann er die Erweiterung nicht verwenden. Firefox informiert seine User bei Erstnutzung eines Addons über notwendige und optionale Berechtigungen, die der User wiederum bestätigen oder ablehnen kann. Andere Browsern erteilen die notwendigen Berechtigungen standardmäßig.

Ein weiterer Grund, warum Browser-Erweiterungen ein interessantes Ziel für Kriminelle sind, ist, dass viele Erweiterungen eine breite Benutzerbasis haben und automatisch aktualisiert werden. Das wiederum bedeutet, dass eine einst harmlose Erweiterung zur bösartigen Erweiterung upgedatet werden kann. Der Benutzer bekommt davon nichts mit. Ein legitimer Entwickler macht das natürlich nicht. Aber sein Konto könnte gekapert und ein bösartiges Update in seinem Namen veröffentlicht werden.

Addons im Chrome-Webstore. Bild: Screenshot PC-SPEZIALIST

Im Webstore von Google Chrome finden Sie zahlreiche Addons. Beschränken Sie die Nutzung aber auf das Nötigste. Bild: Screenshot PC-SPEZIALIST

Addons sicher nutzen – Tipps

Die sicherste Variante ist es, Addons überhaupt nicht zu nutzen. Aber da sie vielfach so praktisch sind, kommt diese Möglichkeit für viele nicht in Frage. Aber es gibt gute Tipps, wie Sie Ihre Addons möglichst sicher nutzen:

  • Beschränken Sie die Anzahl an Erweiterungen auf die Nützlichsten – zu viele Browser-Erweiterungen wirken sich negativ auf die Leistung Ihres PCs aus.
  • Installieren Sie Erweiterungen nur aus offiziellen Webstores. Dort werden sie einer ersten Kontrolle unterzogen und Sicherheitsspezialisten filtern Erweiterungen heraus, die bösartig sind.
  • Achten Sie auf die Berechtigungen, die für die Installation gefordert werden. Fordern bereits installierte Erweiterungen neue Berechtigungen, sollten Sie aufmerksam werden. Sie könnte verkauft oder gekapert worden sein.
  • Bevor Sie eine Erweiterung installieren, sollten Sie sich die erforderlichen Berechtigungen ansehen und darüber nachdenken, ob sie mit der Funktion übereinstimmen. Finden Sie keine logische Erklärung für die Berechtigungen, ist es besser, die Erweiterung nicht zu installieren.

Ähnliches gilt übrigens auch für den Download von Apps für Ihr Handy. Weitere Infos dazu finden Sie in unsren Blogbeiträgen App Stores und App-Berechtigungen.

Zu guter Letzt – und dieser Tipp gilt grundsätzlich für jedes Gerät, mit dem Sie online sind – sollten Sie auf eine gute Sicherheitslösung achten. Ein guter Virenschutz erkennt auch bösartige Erweiterungen. Wenden Sie sich gern an Ihren PC-SPEZIALIST vor Ort und lassen Sie sich zur Antivirenprogramm-Installation beraten.

Beispiele für nützliche Erweiterungen

Da die Vorteile in der Nutzung von Addons durchaus gegeben ist, stellen wir Ihnen einige vor, die es lohnt, zu nutzen. Natürlich hat jeder einen anderen Bedarf und im betrieblichen Alltag gilt es, die Sicherheitsrichtlinien des Betriebes einzuhalten. Bevor Sie ein Addon installieren, fragen Sie vorsichtshalber bei ihrer IT-Abteilung oder Ihrem IT-Sicherheitsbeauftragen nach.

  • Mit Word Counter Plus haben Sie die Anzahl an Zeichen und Wörtern, die Sie schreiben, im Blick. Markieren Sie die Stelle, deren Wörter Sie zählen wollen, klicken Sie auf rechts und schon öffnet sich ein Fenster, das Ihnen die gewünschten Infos gibt: Anzahl der Wörter, Anzahl der Zeichen, durchschnittliche Wortlänge und längste Wortlänge.
  • Die Erweiterung Dark Reader zeigt jede Webseite, die Sie aufrufen, im Dunkelmodus. Das schont Augen und Akku. Dafür kehrt Dark Reader helle Farben um und erhöht den Kontrast. Schrift bleibt weiterhin gut lesbar. Viele zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten bezüglich der Darstellung runden das Addon ab.
  • Mit dem Addon Awesome Screenshots können Sie direkt im Browser Screenshots anfertigen. Sie können zum Beispiel nur den sichtbaren Bereich, die komplette Websites oder auch einen von Ihnen ausgewählten Bereich digital abfotografieren. Außerdem können Sie Videos innerhalb des Browsers aufnehmen.
  • LastPass ist ein bekannter Passwort-Manager, der auf vielen verschiedenen Geräten und auch in Ihrem Browser installiert werden kann. Ihre Passwörter werden dann zwischen den einzelnen Geräten synchronisiert. Die Nutzung ist kostenlos und Sie können Ihre Passwörter mit Sicherheitsmechanismen wie einer Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern.
  • LanguageTool prüft alle Arten von Texten, die Sie im Netz schreiben, auf Rechtschreib- und Grammatikfehler. Das Tool unterstützt mehr als 25 Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch.
  • Mit Evernote Web Clipper können Sie Websites, Artikel oder auch PDF-Dateien lokal abspeichern und später wieder aufrufen. Das Addon hilft dabei, nur die Inhalte abzuspeichern, die Sie benötigen, sei es ein Abschnitt oder eine gesamte Website. In der Oberfläche von Evernote Web Clipper werden ihre gespeicherten Inhalte organisiert und lassen sich frei sortieren und durchsuchen.
  • The Great Suspender hilft, Arbeitsspeicher zu sparen und so flüssiger zu arbeiten. Das Addon setzt Tabs, die Sie länger nicht genutzt haben, aus. Mittels einer Whitelist können Sie Websites bestimmen, die stets aktiv bleiben.

Es gibt zahlreiche und vor allem sehr unterschiedliche Addons. Unsere Liste ließe sich beliebig fortführen. Doch uns interessiert vor allem: Welche Browser-Erweiterungen nutzen Sie? Welche halten Sie für unbedingt notwendig? Hinterlassen Sie Ihre Meinung gern in unseren Kommentaren.

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Andere Stimmen zum Thema: PC Welt, Kaspersky, Stern, Wikipedia, Mozilla Firefox

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