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Gefahr durch personenbezogene Daten
Author
Maren Keller, Mi, 23. Jan. 2019
in Aktuelles

Gefahr durch personenbezogene Daten

Nach Politik-Leak droht Virus-Attacke

Aktualisiert am 28.09.2021

Wenn personenbezogene Daten an die Öffentlichkeit gelangen, ist der Aufschrei groß. Wie einst, als der massive Datenklau von persönlichen Daten von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens bekannt geworden ist. Nun droht eine neue Gefahr.

Was personenbezogene Daten sind und wovor Sie sich nach dem Politik-Hack in Acht nehmen müssen, erfahren Sie bei uns.

Was sind personenbezogene Daten?

Nach europäischem Recht (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sind personenbezogene Daten all jene Informationen, die sich auf eine natürliche Person beziehen oder zumindest beziehbar sind und so Schlussfolgerungen auf deren Persönlichkeit erlauben.
Um einen Eindruck über personenbezogene Daten zu erhalten werden im Folgenden einige davon aufgelistet:

  • allgemeine Personendaten (Name, Geburtsdatum, Wohnadresse, Telefonnummer etc.)
  • Kennnummern (Sozialversicherungsnummer, Steuernummer, Personalausweisnummer etc.)
  • Bankdaten (Kontonummer, Kreditinformationen, Kontostände etc.)
  • Online-Daten (IP-Adresse, Standortdaten etc.)
  • biometrische Daten (Geschlecht, Haut-, Haar-, Augenfarbe, Statur, Kleidergröße etc.)
  • Besitzmerkmale (Fahrzeug- und Immobilieneigentum, Grundbucheintragungen, Kfz-Kennzeichen, Zulassungsdaten etc.)
  • Kundendaten (Bestellungen, Adressdaten, Kontodaten etc.)
  • Werturteile (Schul- und Arbeitszeugnisse, Auszeichnungen etc.)

Besonders schützenswert sind dabei die sogenannten „besonderen personenbezogenen Daten”, welche Informationen über die ethnische und kulturelle Herkunft, politische, religiöse und philosophische Überzeugungen, Gesundheit, Sexualität und Gewerkschaftszugehörigkeit umfassen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass Betroffene das Recht auf informationelle Selbstbestimmung haben. Sprich: Das Verarbeiten und Speichern von personenbezogenen Daten ist nur unter Einwilligung bzw. Zustimmung des Betroffenen gestattet. Was das Ganze mit der DGSVO, der Datenschutzgrundverordnung zu tun hat, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag EU-Datenschutz für Privatpersonen.

Personenbezogene Daten. Bild: Vitaly Vlasov/Pexels

Hacker verseuchen Daten mit Viren, Würmern und anderer Schadsoftware und bieten sie zum Download an. Bild: Vitaly Vlasov/Pexels

Personenbezogene Daten in Kleinunternehmen

Die DSGVO betrifft natürlich auch alle Unternehmen, Freiberufler, Behörden und andere Institutionen, die personenbezogene Daten erheben. Und ja: Das gilt auch für Kleinunternehmen. Auch wenn das zusätzliche Arbeit bedeutet: Sensible Daten von Kunden, Interessenten. Mitarbeitern, Lieferanten und anderen Geschäftskontakten sind ganz besonders schutzbedürftig.

Gemeint sind hier aber nicht nur Namens-, Kontakt- und Adressdaten im engeren Sinne. Vielmehr geht es um sämtliche Informationen, die Ausdruck der „physischen, physiologischen, genetischen, psychischen, wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Identität“ einer natürlichen Person sind. Bereits die IP-Adresse eines Website-Besuchers ist ein persönliches Merkmal.

Werden Daten gespeichert dann nur, wenn der Gesetzgeber die Datenerhebung vorschreibt oder die betroffene Person zuvor ausdrücklich die Erlaubnis erteilt hat. Die DSGVO verlangt zudem von Kleinunternehmen, dass die Datenerhebung auf ein Mindestmaß beschränkt wird. Die Datenspeicherung muss zweckgebunden erfolgen und ist zeitlich begrenzt. Sobald der ursprüngliche Zweck für die Speicherung entfallen ist, müssen personenbezogene Daten gelöscht werden.

Personenbezogene Daten in Gefahr

Sind Sie auch neugierig und würden gern mehr über Personen des öffentlichen Lebens wissen? Im sogenannten Politik-Hack hatte ein 20-jähriger Schüler persönliche Daten auf einem Twitter-Account veröffentlicht. Dabei waren Handynummern und Adressen, Personalausweise, Briefe und Chats sowie Rechnungen und Kreditkarteninformationen auf Twitter zu sehen. Außerdem wurden familieninterne Chats, parteiinterne Briefe, Mitglieder- oder Adresslisten ins Internet gestellt.

Unter anderem hat Onlinewarnungen über den Fall berichtet, Welt informiert übersichtlich mittels kurzer Videos. Doch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt jetzt vor zuviel Neugier.

Es mag zwar so scheinen, als seien nur personenbezogene Daten von Politikern und Personen des öffentlichen Lebens betroffen. Doch jetzt kann es auch denjenigen an den Kragen gehen, die sich für die veröffentlichten, persönlichen Daten interessieren.

Hacker als Trittbrettfahrer

Die Gefahr durch personenbezogene Daten besteht darin, dass Hacker Ihre Neugier ausnutzen. Sie sind sozusagen Trittbrettfahrer und bieten Datensätze in dubiosen Foren an. Und genau hier lauert die Gefahr. Natürlich handelt es sich nicht um die echten Daten des Politik-Hacks. Vielmehr bieten die Kriminellen Fake-Daten an, die mit Schadsoftware versehen sind.

Sobald Sie die Daten herunterladen, fangen Sie sich entweder einen Virus, einen Trojaner oder auch eine Verschlüsselungssoftware ein. Die Folgen sind große Schäden auf Ihrem Rechner. Dazu gehören ausgelesene persönliche Daten, die Ausbreitung von Viren oder die Verschlüsselung Ihrer Daten.

Neugier auf personenbezogene Daten schadet

Das BSI warnt eindringlich vor zu viel Neugier: „Betroffene sollten keinesfalls versuchen, ‚ihre‘ Daten über Download-Portale herunterzuladen“, heißt es in der Pressemitteilung. Auch Nicht-Betroffene warnt das BSI vor dem Download. Nicht-Betroffene sind Unbeteiligte, die einfach nur wissen wollen, was es über Politiker und Co. zu erfahren gibt. Abgesehen davon, dass Schadsoftware droht, „müssen beim Download auch entsprechende datenschutzrechtliche Regelungen beachtet werden“, so das BSI.

Auch wir warnen immer wieder vor dem Download aus unbekannter Quelle, wie beispielsweise in unserem Blogbeitrag über den gefälschten Movie Maker. Letztlich können Sie nie wissen, wer der Verantwortliche für den Download ist. Gerade bei unbekannten Quellen ist die Gefahr besonders groß, auf Kriminelle hereinzufallen.

Personenbezogene Daten vorn Hackern schützen. Bild: Tima Miroshnichenko/Pexels

Hacker bieten Datensätze in dubiosen Foren an. Bild: Tima Miroshnichenko/Pexels

Wie Sie Ihre personenbezogenen Daten schützen

Vergessen Sie nie, dass das Internet weltweiten Zugriff auf Informationen bietet und dass Sie – sobald Sie Informationen veröffentlicht haben – keine Kontrolle mehr über deren Weiterverwendung haben. Machen Sie sich bewusst, dass personenbezogene Angaben in ganz anderen, unerwünschten Zusammenhängen wieder auftauchen können.
Wie Sie sich am besten schützen, verraten wir Ihnen hier:

  • Wichtigste Regel: Falls nicht unbedingt notwendig, geben Sie keine personenbezogenen Daten im Internet bekannt.
  • Nutzen Sie die Einstellungsoptionen für mehr Privatsphäre in den sozialen Netzwerken und verwenden Sie im besten Fall Nicknames.
  • Legen Sie sich bei einem Gratisanbieter eine E-Mail-Adresse zu, die keinen Rückschluss auf Ihren richtigen Namen zulässt. Verwenden Sie diese Adresse, um sich auf Internetseiten zu registrieren, Beiträge in Gästebüchern zu verfassen oder in Foren mitzudiskutieren.
  • Verwenden Sie sichere Passwörter, die aus mindestens acht Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen und keinen Bezug zu Ihnen aufweisen. Halten Sie Ihr Passwort geheim und teilen Sie es anderen nicht mit. Es ist auch sinnvoll, Passwörter mit einem sogenannten Passwort Manager zu verwalten.
  • Achtung: Datenklau! Seien Sie wachsam bei Phishing-E-Mails und geben Sie keine Bank- oder sonstigen Zugangsdaten via Internet oder E-Mail weiter. Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie Ihre Hausbank.
  • Vorsicht bei der Nutzung öffentlicher Computer und freier WLAN-Hotspots. Seien Sie besonders vorsichtig bei der Nutzung öffentlicher Computer, wie z. B. in der Schule oder im Internet-Café. Allzu sensible Daten (z. B. Bankdaten) sollten Sie hier am besten gar nicht verwenden; wenn Sie sich auf Websites einloggen, melden Sie sich auch stets wieder ab. Nutzen Sie verschlüsselte Seiten.
  • Internet-Browser sicherer machen: Optimieren Sie die Sicherheitseinstellungen Ihres Browsers und machen Sie regelmäßige Updates.

Befolgen Sie all die oben genannten Tipps, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer eines Datenklaus werden enorm.

Computer verseucht? PC-SPEZIALIST hilft

Sollten Sie in die fiese Falle getappt sein, dann brauchen Sie nicht in Panik zu verfallen. Starten Sie Ihre Antivirensoftware. Sie wird die Schädlinge finden, wenn Sie Ihre Software stets aktuell halten. Ist das nicht der Fall, sollten Sie schleunigst Ihren PC-SPEZIALIST vor Ort aufsuchen.

Unsere Technik-Experten finden dank eines PC-Checks und Fehlerdiagnose jeden Virus, Wurm und anderen Schädling. Mit einer professionellen Virenentfernung vertreiben sie im Anschluss jeden Eindringling vollständig. Sie müssen anschließend nur noch Ihre Passwörter ändern, damit die Kriminellen keinen Zugriff auf Ihre Konten haben. Welcher aktuelle Virenschutz zu Ihren Anforderungen passt, erfahren Sie ebenfalls bei PC-SPEZIALIST.

Und wer keine Lust hat, sich regelmäßig um Datensicherung und Virenschutz zu kümmern, für den ist das Eins-für-Alles-Paket genau das richtige. Wir kümmern uns um Ihre Sicherheit und Sie können stets bedenkenlos und sorgenfrei surfen.

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Weiterführende Links: Datenschutz.org, Saferinternet

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