Bring Your Own Device
Author
Theresa Twillemeier, Mi, 7. Apr. 2021
in Verschiedenes

Bring Your Own Device

Private Endgeräte im Unternehmen nutzen

Bring Your Own Device ist ein beliebtes Thema in Sachen moderner Unternehmenskultur, das besonders durch die Arbeit im Home Office an Relevanz gewinnt. Großes Interesse ist dabei auf Arbeitnehmer- und auf Arbeitgeberseite vorhanden. 

Was das Schlagwort bedeutet, welche Vorteile und Nachteile der Trend mit sich bringt und worauf zu achten ist, erfahren Sie bei uns.

Was bedeutet Bring Your Own Device?

Bring Your Own Device oder abgekürzt BYOD kann sinngemäß so übersetzt werden: Nutze Dein eigenes Gerät. Es bezeichnet die Möglichkeit, private elektronische Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks für die berufliche Arbeit innerhalb des Unternehmensnetzwerks zu nutzen. Dabei greifen Nutzer nicht nur auf das Firmennetzwerk zurück, sondern können auch mit geschützten unternehmensinternen Daten arbeiten und diese speichern. Bring Your Own Device ist eine Leitlinie, welche vorgibt, wie mit dem Gebrauch dieser Geräte im geschäftlichen Umfeld umzugehen ist.

Einer Studie zufolge erlaubten Anfang 2019 circa 74 Prozent der Arbeitgeber ihren Angestellten die Nutzung eigener Geräte. Die Entwicklung kann sich sehen lassen, denn Ende 2013 lehnte der Großteil der Unternehmen BYOD noch ab. Schon lange lässt sich die Arbeitswelt nicht mehr strikt in einen privaten sowie beruflichen Bereich trennen. Die Covid-19-Pandemie und das damit einhergehende verstärkte Arbeiten von zu Hause aus weichen diese Grenze weiter auf. Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer in Deutschland befinden sich derzeit im Home Office. Der Bring-Your-Own-Device-Trend erhält damit zusätzlichen Zuspruch. Durch die Erlaubnis, private Endgeräte im Unternehmen zu integrieren, erhoffen sich 81 Prozent der Unternehmen eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Ebenso wünschen sich 74 Prozent eine gesteigerte Effizienz, da Mitarbeiter ihre eigenen Geräte kennen und ihnen vertrauen. 40 Prozent möchten durch die Möglichkeit ihre Unternehmenskultur modernisieren und auch als solches wahrgenommen werden.

Bring Your Own Device: Zwei Personen arbeiten an einem Laptop. Das Bild wurde von oben fotografiert und nur die Hände sind sichtbar. Bild: Pexels/ Alexander Suhorucov

Bring Your Own Device. Der Trend wächst! Bild: Pexels/Alexander Suhorucov

Was spricht dafür und was dagegen?

Gegenwärtig ist es in vielen Unternehmen bereits üblich, dass Angestellte auch private Geräte in die unternehmenseigene IT-Infrastruktur für Arbeitszwecke integrieren. Es existieren dabei auch diverse Vorteile für den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber, Bring Your Own Device zu etablieren:

  • Kosteneinsparungen im Unternehmen, da die Anschaffungskosten für Endgeräte sinken
  • steigende Mitarbeiterzufriedenheit
  • erhöhte Mitarbeiterproduktivität aufgrund der gestiegenen Zufriedenheit
  • steigende Unternehmensattraktivität
  • intuitiv höhere Sorgfalt beim Umgang, da es die eigenen Geräte sind
  • hoher Grad an Nutzerfreundlichkeit, da keine Eingewöhnungszeit für ein anderes Betriebssystem benötigt wird
  • flexibles und mobiles Arbeiten
  • Anstieg der Innovationsfähigkeit durch die Nutzung präferierter Technologien und Techniken
  • moderne Endgeräte fördern die Motivation und den Spaß an der Arbeit

Neben aussagekräftigen Vorteilen gibt es aber natürlich auch Nachteile, welche vor allem folgende sind:

  • Erstellen und Beachten ausführlicher Regelwerke
  • private Endgeräte öffnen unter Umständen Sicherheitslücken für das Unternehmensnetzwerk
  • mangelnde Datensicherheit bei keiner klaren Abgrenzung zwischen Beruflichem und Privatem
  • begrenzte Administrierbarkeit
  • juristische Risiken aufgrund einer möglicherweise unsicheren Rechtslage
  • heterogene Hard- und Software
  • unbefugte könnten bei Verlust oder Diebstahl Zugriff auf die Unternehmensdaten erlangen
  • unter Umständen muss Unternehmenssoftware auf dem Gerät installiert werden
  • eventuell könnten persönliche Daten in die Unternehmensumgebung gelangen

Es sprechen also viele Aspekte für das Konzept Bring Your Own Device, aber auch viele dagegen. Demnach muss es jedes Unternehmen selbst entscheiden und den Nutzen, die Kosten sowie mögliche Risiken abwägen. In jedem Fall brauchen Unternehmen aber klare Regeln und Richtlinien, die die Basis für ein IT-Sicherheitskonzept bilden.

Worauf ist zu achten?

Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen darüber nachdenken oder sich bereits dazu entschlossen haben, Ihren Mitarbeitern die Nutzung eigener Endgeräte für die Arbeit zu gestatten, sollten Sie folgende Punkte beachten und umsetzen:

  1. Richten Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für die privaten Geräte ein.
  2. Ihre Mitarbeiter sollten eine VPN-Verbindung nutzen, um Zugriff auf interne Daten zu bekommen.
  3. Installieren Sie auf jedem Gerät einen professionellen Virenscanner.
  4. Schalten Sie ausschließlich Informationen frei, welche Ihre Mitarbeiter für die Arbeit benötigen.
  5. Sowohl das Betriebssystem als auch die verwendeten Apps müssen stets Patches erhalten. Unter Umständen benötigen Sie ein professionelles Patch-Management.
  6. Nutzen Sie die Desktop-Virtualisierung und unterteilen die Geräte in einen privaten sowie beruflichen Bereich. Haben Sie Diensthandys im Einsatz, können Sie mit DUAL-Sim-Karten zwischen Privatem und Beruflichem trennen.
  7. Erlauben Sie der IT-Abteilung oder dem externen Dienstleister eine Remote- und Notlöschung, falls das Gerät in die Hände unbefugter Dritter gelangen sollte.
  8. Bei Kündigung müssen Sie die gesamten Daten und Zugangsberechtigungen löschen, um unter anderem auch der DSGVO zu entsprechen.
  9. Sie sollten die Festplatten und Inhalte der Geräte nochmal zusätzlich verschlüsseln.

Die aufgeführten Aspekte sind besonders wichtig für die Datensicherheit. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie diese in Ihre Richtlinie bzw. in Ihr IT-Sicherheitskonzept einarbeiten, um vertrauliche unternehmensinterne Daten optimal zu schützen.

Bring Your Own Device. Laptop, Buch und Handy in Ketten gelegt. Bild: Pexels

Bring Your Own Device. Datenschutz ist dabei ein wichtiger Aspekt! Bild: Pexels

Bring Your Own Device mit PC-SPEZIALIST

Sie wollen Ihre private Hardware auch für berufliche Zwecke nutzen, aber diese müsste zuvor noch repariert werden? Oder sind Sie Arbeitgeber und möchten Ihre Geräte und die Ihrer Mitarbeiter optimal schützen? Dann kontaktieren Sie das kompetente Team von PC-SPEZIALIST ganz in Ihrer Nähe. Unsere IT-Experten beraten Sie vor Ort umfangreich zu Lösungsmöglichkeiten und stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit dem Konzept Bring Your Own Device oder ähnlichen wie Bring Your Own Technology (BYOT) oder Chose Your Own Device (CYOD) gesammelt? Können Sie sich überhaupt die Arbeit mit dem Konzept vorstellen? Teilen Sie uns gerne Ihre Erfahrung und Meinung in den Kommentaren mit.

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Weiterführende Links: PSW GROUP CONSULTING, PLACETEL, Gabler Wirtschaftslexikon, BITKOM, Mittelstand Digital, Staffbase

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