WhatsApp neue Nutzungsbedingungen
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Maren Keller, Mo, 17. Mai. 2021
in Smartphone & Tablet

WhatsApp neue Nutzungsbedingungen

Konzern rudert erneut zurück: keine Accountlöschung

Aktualisiert am 01.06.2021

Bereits im Januar hatte WhatsApp neue Nutzungsbedingungen angekündigt und Nutzer per Pop-up darum gebeten, dass sie den Nutzungsbedingungen 2021 zustimmen. Ziel der neuen Nutzungsbedingungen ist es, dass WhatsApp bestimmte Daten mit Facebook-Unternehmen und Facebook-Dienstleistern teilen kann. 

Was passiert, wenn man den Nutzungsbedingungen nicht zustimmt hat? Alle Infos dazu bei uns.

WhatsApp neue Nutzungsbedingungen – was ist neu?

Zu Beginn dieses Jahres setzte WhatsApp all seinen Nutzern eine recht kurze Frist: Bis zum 8. Februar müssen alle Nutzer den neuen Nutzungsbedingungen zustimmen. Eine Nichtzustimmung hätte zur Folge, dass User WhatsApp nicht mehr verwenden könnten. WhatsApp Inc. wollte WhatsApp für Verweigerer abschalten. Der Aufschrei war groß und die massenhafte Abwanderung zu alternativen Messengern, wie beispielsweise Telegram begann.

Schließlich hatte WhatsApp mit den neuen Nutzungsbedingungen etwas beschlossen, was Mutterkonzern Facebook 2014 noch kategorisch ausgeschlossen hatte: Das Teilen von Daten mit Facebook-Unternehmen und anderen Werbepartnern. Für viele User war das ein Grund, WhatsApp den Rücken zu kehren. Und der Konzern reagierte auf den Unmut seiner Nutzer, WhatsApp neue Nutzungsbedingungen wurden erst einmal nicht eingeführt.

Stattdessen wurden die Frist zur Zustimmung auf den 15. Mai 2021 verschoben. Wer bis dahin dem immer wieder auftauchenden Pop-up nicht zugestimmt hatte, sollte WhatsApp ab diesem Datum nicht mehr nutzen können. Und nun? Seit vergangenen Sonnabend gelten die Nutzungsbedingungen 2021 – oder etwa doch nicht?

Handy-Display mit verschiedenen Messengern. Bild: Unsplash/Adem AY

Ab wann gelten die neuen Nutzungsbedingungen? Bild: Unsplash/Adem AY

WhatsApp neue Nutzungsbedingungen ab Mai

Der WhatsApp-Plan war ein ganz einfacher. Wer den Nutzungsbedingungen nicht zustimmt, wer also die Datenweitergabe an Facebook-Unternehmen und Werbepartnern verweigert, muss ab 15. Mai mit Einschränkungen rechnen. Und wie sehen die aus? In den FAQs findet sich die Antwort: „Du wirst zwar für kurze Zeit Anrufe und Benachrichtigungen erhalten, aber in der App weder Nachrichten lesen noch welche senden können.“ Die genannte „kurze Zeit“ ist eine Dauer von 120 Tagen. Danach will WhatsApp die Accounts der Verweigerer löschen.

Konkret bedeutet das, dass Accounts der Nichtzustimmenden ab dem 15. Mai nur noch äußerst eingeschränkt genutzt werden können. Sie können noch 120 Tage lang Anrufe erhalten und annehmen, sowie, wenn aktiviert, die Benachrichtigungen über eingehende Mitteilungen sehen und über den Sperrbildschirm beantworten. Auf die Chatliste gibt es keinen Zugriff mehr.

Nutzungsbedingungen 2021 – WhatsApp rudert zurück

Dass WhatsApp neue Nutzungsbedingungen einführt, steht fest, die Frage ist nur, wann. Anscheinend hat WhatsApp erneut große Sorge, dass zahlreiche Nutzer abwandern. Oder ist es anders erklärbar, dass WhatsApp erneut zurückrudert und die Ankündigungen zum 15. Mai nicht wahrgemacht hat? Nun heißt es, dass die Verweigerer der Nutzungsbedingungen ihre Accounts noch für 120 Tagen ganz normal nutzen können. Erst danach soll es Einschränkungen geben. Stichtag ist also nun der 12. September 2021.

In den FAQs ist aktuell Folgendes zu lesen: „Es werden aufgrund der Aktualisierung am 15. Mai weder Accounts gelöscht, noch die Funktionalität von WhatsApp eingeschränkt.“ Das bedeutet also, dass Sie WhatsApp weiterhin uneingeschränkt nutzen können, auch wenn Sie den Nutzungsbedingungen bislang nicht zugestimmt haben.

Allerdings bekommen Sie dann auch weiterhin den Hinweis zu den WhatsApp Nutzungsbedingungen 2021 angezeigt – mit dem Hinweis, sie zu akzeptieren. WhatsApp gibt also nicht auf uns versucht weiterhin, seine User dazu zu treiben, der Datenweitergabe zuzustimmen.

Zeitungsausschnitt zur WhatsApp-Privatsphäre. Bild: Unsplash/Tushar Mahajan

Auch wenn WhatsApp Daten weitergibt, betont es, dass die Privatsphäre erhalten bleibt. Bild: Unsplash/Tushar Mahajan

Warum pocht WhatsApp auf Zustimmung?

Doch warum will Mutterkonzern Facebook für WhatsApp neue Nutzungsbedingungen? Der Hintergrund für die Datenschutzänderung ist mal wieder das liebe Geld. Facebook hatte WhatsApp im Jahr 2014 für stolze 22 Milliarden Dollar übernommen. Zu dem Zeitpunkt hieß es, eine Datenübernahme oder Weitergabe sei weder möglich noch gewollt. Doch da Facebook seit jeder für seine Datensammelwut bekannt ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis entweder Werbung und/oder die Datenweitergabe ins Spiel gebracht wird.

Die Frage der Werbung bei WhatsApp kommt immer mal wieder auf, denn dank Werbung könnte die App für Facebook endlich profitabel werden. So ist es kein Wunder, dass bereits im Jahr 2018 von der Einführung von Werbung bei WhatsApp die Rede war. Im Jahr 2020 folgte das überraschende Werbe-Aus. So kommt es, dass die App bis heute keinen Gewinn für Facebook einbringt.

Gewinne durch Angebote für Firmen

Das soll die Weitergabe der Daten an Facebook ändern. Und die Datenweitergabe an Facebook stand bereits im Jahr 2016 im Raum. Geplant ist jetzt eine Kommunikation mit Unternehmen: Die Nutzer des Dienstes können nach Facebooks Plänen künftig mit Firmen kommunizieren, um Fragen zu stellen, Einkäufe zu tätigen oder Informationen über Bestellvorgänge zu bekommen.

So hätten beispielsweise Fluggesellschaften oder Einzelhändler die Möglichkeit, WhatsApp in ihren Kundenservice einzubinden. Und für ein professionelles Angebot zahlen die Firmen Gebühren – und Facebook schlägt endlich Gewinn aus der Messenger-App.

Dabei betont WhatsApp, dass sich an den Privatsphäre-Einstellungen nichts ändert. Auch an der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werde nicht gerüttelt – mit einer Einschränkung: „Wenn du mit einem Unternehmen über Telefon, E-Mail oder WhatsApp kommunizierst, kann es die Informationen aus diesen Interaktionen mit dir für eigene Marketingzwecke verwenden. Dies kann auch Werbung auf Facebook einschließen“, heißt es auf der Homepage.

WhatsApp neue Nutzungsbedingungen: Handy mit Account löschen auf dem Display. Bild: Pixabay

Wollen Sie den Nutzungsbedingungen nicht zustimmen, können Sie alternative Messenger verwenden und den WhatsApp-Account löschen. Bild: Pixabay

WhatsApp neue Nutzungsbedingungen ablehnen

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auf WhatsApp neue Nutzungsbedingungen durchgesetzt werden. Wenn Sie WhatsApp künftig weiter uneingeschränkt nutzen möchten, wird Ihnen auf Dauer nichts anderes übrig bleiben, als den neuen Nutzungsbedingungen  zuzustimmen. Doch bis es soweit ist, können Sie die Sache entspannt aussitzen. Einschränkungen wird es erst einmal nicht geben, wenn Sie die Zustimmung verweigern.

Und wenn Sie bis dahin immer noch der Meinung sind, den Nutzungsbedingungen nicht zustimmen zu können oder wollen, weil Sie die Datenweitergabe verhindern möchten, dann bleibt Ihnen immer noch der Weg, einen anderen Messenger zu nutzen. Ob Signal (Android/iOS), Threema (Android/iOS) oder Telegram (Android/iOS), es gibt eine große Auswahl. Es stellt sich nur die Frage, wo man die meisten Kontakte hat. Wollen Sie WhatsApp komplett den Rücken kehren, erfahren Sie bei uns, wie Sie Ihren WhatsApp-Account korrekt löschen.

Wie ist Ihre Meinung zu den neuen Datenschutz- und Nutzungsbedingungen auf WhatsApp? Teilen Sie uns gern Ihre Ansicht in unseren Kommentaren mit.

Update vom 01.06.2021: Erneute Rolle rückwärts

Neue Woche neue Nachricht von WhatsApp! Immer noch verweigern zahlreiche Nutzer die Zustimmung zu den am 15. Mai in Kraft getretenen Nutzungsbedingungen. Zunächst hieß es ja, dass Verweigerer nur noch 120 Tage uneingeschränkten Zugriff auf Ihren Account haben. erst nach dieser Zeitspanne sollte es zu Einschränkungen kommen.

Doch das ist nun schon wieder hinfällig. „The Next Web“ und „The Verge“ berichten übereinstimmend, dass es mittlerweile keine Pläne mehr gibt, den Funktionsumfang von WhatsApp einzuschränken. Auch dann nicht, wenn Nutzer den neuen Nutzungsbedingungen nicht zustimmen. Das zeigt auch ein Blick auf die WhatsApp-Hilfeseiten.

WhatsApp rudert also erneut zurück. Doch warum? Ist die Angst vor der Konkurrenz so groß? Oder liegt die Ursache darin, dass zumindest deutsche Nutzerdaten für Facebook tabu sind? Tatsache ist nämlich, dass es in Deutschland eine Anordnung gibt, die es Facebook untersagt, WhatsApp-Daten deutscher Nutzer zu verarbeiten.

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Weiterführende Links: Connect, T3N, PCWelt, Messengerpeople, Netzwelt, Tagessschau, The Next Web, The Verge, WhatsApp FAQs

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