Metaversum
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Robin Laufenburg, Di, 17. Aug. 2021
in Aktuelles

Metaversum

Die Zukunft des Internets?

In der Tech-Branche im Silicon Valley etabliert sich momentan der neue Trend-Begriff Metaversum. Die Grundidee dahinter: Ein dreidimensionaler Raum im Cyberspace, in dem sich User aktiv fortbewegen können, ersetzt oder erweitert auf lange Sicht das Internet.

Welche weiteren Ideen und Gedanken hinter dem Metaversum stecken und wo der Begriff genau herkommt, erfahren Sie hier.

Was ist das Metaversum?

Der Begriff „Metaversum“ (Englisch: „Metaverse“) ist ebenso wie „Avatar“ aus den Science-Fiction-Welten Neal Stephensons entlehnt. Erstmals taucht er dabei als Verbindung aus den Begriffen „meta“ und „Universum“ in Stephensons Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ 1992 auf. Allgemein bekannt wurde das heute noch fiktionale Konzept des Metaversum aber durch Ernest Clines Roman „Ready Player One“ aus dem Jahr 2011 sowie der gleichnamigen Verfilmung von Steven Spielberg aus dem Jahr 2018, die über Netflix populär wurde.

Heute versteht man als Metaversum die Idee der Weiterentwicklung oder Ausformung des Internets. Es soll als virtuell erzeugtes, dreidimensionales Universum in Erscheinung treten und sich kontinuierlich ausdehnen. Im Metaversum sollen sich dabei verschiedene Benutzer füreinander sichtbar frei bewegen und miteinander und mit der Welt interagieren können. So zumindest die allgemeine Vorstellung.

Metaversum als ganzheitlliches 3D-Erlebnis

Das Metaversum wird wahrscheinlich als ganzheitlliches 3D-Erlebnis in Erscheinung treten. Bild: Pexels/cottonbro

Erste Ansätze von Metaverse-Projekten

Der erste größere Versuch, ein Metaversum zu etablieren, wurde vom US-Entwicklerstudio Linden Lab 2003 unternommen. Über die digitale Plattform Second Life können Benutzer ihre eigene virtuelle Welt samt individueller 3D-Räume und -Objekte gestalten. Das Ziel der Simulation ist, Freundestreffen und Feiern, Dates und Geschäftsmeetings ins Cyberspace zu verlagern. Den Anspruch, als Metaversum eine etabliert genutzte Paralellelwelt zu entwickeln, hat Second Life in den vergangenen acht Jahren aber wohl eher nicht erfüllen können.

Andere größere Projekte wie das sogenannte Open Source Metaverse Project (das beispielsweise lediglich von 2004 bis 2008 existierte) oder die Metaverse Roadmap (2006 bis 2007) scheiterten im Laufe der Jahre nach ihrer Veröffentlichung. Virtuelle Universen wie das Entropia Universe (seit 2006) oder das 3D-Chatportal IMVU (seit 2004) entwickelten sich zwar bis heute stetig weiter und werden entsprechend viel genutzt, aber konnten sich nicht als tatsächliche Metaversen etablieren.

Fortnite als Metaverse-Projekt

Der entscheidende Perspektivwechsel, was den Blick auf die potenzielle Umsetzung des Metaversum angeht, kam im April 2021, als Tim Sweeny, Gründer des Fortnite-Studios Epic Games, offiziell ein Metaverse-Projekt bestätigte. Fortnite, das beliebteste Spiel 2020, ist in jüngster Vergangenheit bereits durch seine außergewöhnlichen Kollaborationen mit angesagten Marken und berühmten Persönlichkeiten aufgefallen. Mit heute mehr als 350 Millionen aktiven Nutzern und Nutzerinnen ist Fortnite dabei längst nicht mehr bloß ein Battle-Royal-Spiel.

Viele, vor allem jüngere Spielende nutzen die Anwendung heute geradezu als Social-Media-Plattform. Fortnite fördert dieses Verhalten auch zunehmend und agiert immer crossmedialer. In virtuellen Kinos der Spieleplattform konnte man so beispielsweise exklusive Star-Wars-Filmszenen ansehen. Auch können Spieler und Spielerinnen virtuelle Konzerte besuchen. Fortnite-Konzerte des US-Amerikanischen Rappers Travis Scott verzeichneten dabei ungefähr 28 Millionen Zuschauer.

Facebook als Metaversum

Dass aus der Kernidee von Fortnite ein tatsächliches Metaverse-Projekt entspringen könnte, scheint deswegen gar nicht so abwegig. Das sieht auch Mark Zuckerberg so und reagierte auf diesen Game Changer im Juli 2021. In Form einer öffentlichen Ankündigung gab der Facebook-Chef dabei bekannt, dass Facebook zu einem Metaversum umgebaut werden solle. Ob Instagram und WhatsApp mit Facebook im neu entstehenden Metaversum zusammengelegt werden sollen, ist derzeit noch Zukunftsmusik. Aber davon, dass diese Überlegungen existieren, ist auszugehen.

Gegründet wurde in dem Zuge vergangenen Monat (Juli 2021) eine Abteilung zur Ausarbeitung von entsprechenden strategischen Ansätzen. Zuckerberg hat im gleichen Atemzug übrigens Matthew Balls kürzlich veröffentlichten Essay „The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who Will Build It, and Fortnite“ zur Pflichtlektüre für alle Facebook-Mitarbeitenden erklärt. In einem umfassenden Interview mit The Verge begründete der Facebook-CEO übrigens ausführlich, warum Facebook zu einem Metaversum werden muss.

Fortnite

Fortnite & Co. sind vor allem bei der jüngeren Generation beliebt. Sie werden das Metaversum wahrscheinlich mit als erstes nutzen. Bild: Pexels/TimaMiroshnichenko

Reaktion anderer Tech-Giganten

Ähnlich zugeneigt zeigten sich auch die Köpfe anderer Tech-Megakonzerne gegenüber der noch futuristisch anmutenden Idee des Metaversum. Microsoft-Chef Satya Nadella sprach so von einem notwendigen Wandel hin zu „metaversen“ Geschäftsmodellen. Der Weltkonzern Microsoft plant jedoch, wie es aussieht, kein eigenes Metaversum, sondern wird sich wohl an fremdinitiierten Projekten beteiligen.

Nach der Tagesschau ist ein Metaversum aus Verbrauchersicht zu begrüßen, da man die eigenen Daten über verschiedene Anbieter hinweg transferieren könne, dafür müssen aber die verschiedenen Firmen entsprechend zusammenarbeiten. Immer mehr Firmen aller Größen würden dies wohl aber auch sehen und entsprechend handeln.

Von der Tagesschau, aber auch vom SWR2 wird besonders Apple als Großunternehmen hervorgehoben, das sich gegenüber Technologien querstellt, die für ein Metaversum notwendig wären. Unter anderem lehnt der Medien- und Technologiegigant Interoperabilität zwischen verschiedenen Angeboten ab und wählt präzise aus, welche Anwendungen in den App-Store kommen. Der Hauptgrund für Apples aggressive Strategie gegen das Metaversum ist, dass ein solches das eigene Geschäftsmodell gefährden würde; Exklusivität würde an Wert verlieren. Das SWR2 hinterfragt dabei sogar, ob Apple am Metaversum zu Grunde gehen wird.

Metaversum: Privat- und Arbeitswelt

Dass die Zukunft des Internets als Metaversum in Erscheinung tritt, halten viele Experten für eine durchaus realistische Vorstellung. Netzwerke verschmelzen jetzt schon vermehrt und Plattformen werden immer multifunktionaler. Ohne Frage sind Spieleplattformen wie Fortnite dabei Vorreiter und fungieren immer mehr auch als Ersatz für herkömmliche Social Media. Unklar bleibt dennoch, wie das Metaversum genau aussehen wird.

Doch jetzt ist schon klar, dass auch die Arbeitswelt von morgen vom Metaversum nicht unberührt bleiben wird. Bereits jetzt wird sie immer digitaler und für kleinere Firmen und Gewerbetreibende ist die stetige Modernisierung von Arbeitsprozessen im Sinne von New Work unabdingbar.

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Weiterführende Links: Tagesschau, SWR2, WDR Blog, Bechtle, Schau hin!, The Verge

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