Social-Media-Account schützen
Author
Maren Keller, Di, 3. Mai. 2022
in IT-Sicherheit

Social-Media-Account schützen

Tipps, wie Sie sich gegen Cyberkriminelle absichern

Schließen Sie Ihr Auto ab, wenn Sie es irgendwo abstellen? Und schalten Sie den Herd ab, ehe Sie das Haus verlassen? So, wie Sie Ihr Eigentum schützen, sollten Sie auch Ihren Social-Media-Account schützen.

Denn: Das Interesse von Cyberkriminellen an Zugangsdaten ist ungebrochen. Infos und Tipps zum Schutz bekommen Sie hier.

Zahl der Social-Media Accounts steigt

Die Zahl derjenigen, die sich einen Social-Media-Account beim Meta-Konzern zulegen, wächst stetig weiter. Laut Meta selbst gibt es einen jährlichen Zuwachs von zwölf Prozent der monatlich aktiven Menschen. Das bedeutet, dass eine absolute Zahl von 3,58 Milliarden Menschen in den sozialen Netzwerken von Meta unterwegs ist.

Für Cyberkriminelle sind sie ein gefundenes Fressen. Denn: Die Daten, die sich hinter jedem einzelnen Konto verbergen, sind äußerst wertvoll. Und Wege, an sie zu gelangen, gibt es viele: So kann beispielsweise das Vertrauensverhältnis von Nutzern ausgenutzt werden, um Schadcode zu verbreiten. Aber Kriminelle können auch den Social Login ausnutzen, also das Anmelden auf anderen Webseiten mit dem Facebook-Login-Button, Zahlungsinformationen von Facebook Pay übernehmen oder Identitätsdiebstahl begehen. Gerade im letzten Fall droht die Beschädigung des Rufs durch falsche Posts und Veröffentlichung von privaten Fotos.

Deshalb ist und bleibt es auch so wichtig, sich über geeignete Passwörter Gedanken zu machen. Und nicht nur das: Wer viele Online-Accounts hat, muss sich auch viele verschiedene Passwörter merken. Unser Tipp: Hier hilft ein Passwort-Manager. PC-SPEZIALIST in Ihrer Nähe berät Sie umfassend und übernimmt die Software-Installation.

Handy-Display mit zahlreichen App-Icons liegt auf laptop-Tastatur. Bild: Unsplash/Szabo Viktor

So gut wie jeder nutzt Social Media. Aber mit seinem Social-Media-Account sollte man sorgsam umgehen und die Sicherheit nicht vergessen. Bild: Unsplash/Szabo Viktor

Gefahr durch Online-Accounts

Ob es eine falsche Freundschaftsanfrage ist, der Diebstahl der Daten, weil man ein ungesichertes freies WLAN benutzt oder der Online-Zugang geklaut wird, weil das Passwort unsicher ist – Kriminelle haben viele Möglichkeiten, die Accounts von anderen zu übernehmen. Und es gibt mehrere Probleme, die darauf folgen:

Zum einen geben sich die Kriminellen gern als diejenigen aus, deren Account sie übernommen haben. In Folge kapern sie weitere Accounts Ihrer Freunde, über die sie dann Schadsoftware verbreiten. Aber nicht nur das: Für Sie gestaltet sich das Zurückbekommen Ihres Accounts meist als äußerst schwierig. Hotlines sind nicht erreichbar, die Betreiber der Support-Seiten reagieren nicht oder können schlicht nicht helfen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Kriminellen die E-Mail-Adressen ändern –und das tun sie meistens. Freischaltcodes gelangen dann direkt in die Hände der Kriminellen. So geschehen auch bei Instagram und Facebook.

Auch das Thema Identitätsdiebstahl spielt eine Rolle. Hat jemand Ihre Zugangsdaten ergaunert, hat er Zugriff auf Ihre Fotos und kann damit ungehindert Schindluder treiben. Aber wie können Sie sich schützen?

Social-Media-Account: Fehler vermeiden

Viele haben einen Social-Media-Account, aber für die meisten ist er einfach nur eine Sache zwischendurch. Nicht lebenswichtig, aber eine gute Sache für’s Ego. Die Folge davon, dass man den Social-Media-Account nicht ganz so wichtig nimmt, ist, dass oftmals Fehler begangen werden.

Welche das sind? Der erste Fehler ist oftmals der, dass man ein öffentliches Profil erstellt. Aber warum? Will man Kollegen und Freunden folgen, gibt es überhaupt keinen Grund dafür. Vor allem aus einem Grund sollte man kein öffentliches Profil betreiben: Cyberkriminelle nutzen automatisierte Tools, mit denen sie Bilder, Beschreibungen, Verlinkungen und Ortsangaben von öffentlichen Profilen sammeln, speichern und auswerten.

Bilder werden für Fake-Accounts ebenso genutzt wie, um den Abgebildeten zu erpressen. Die Ortsangaben und Verlinkungen informieren darüber, wo sich die Personen aufhalten und mit wem sie viel Zeit verbringen und so weiter.

Ein weiterer Fehler ist die Verwendung eines einfach zu erratenen Passworts oder sogar ein Passwort zu nutzen, dass auch für andere Online-Accounts verwendet wird. Haben Cyberkriminelle Zugriff auf einen Account, können sie auch weitere ausspionieren.

Social-Media-Account: Login-Screen von Facebook. Bild: Pexels/Pixabay

Egal, ob Facebook, Instagram oder andere – wer einen Social-Media-Account hat, sollte auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht verzichten. Bild: Pexels/Pixabay

Social-Media-Account und 2FA

Eins sollte jedem klar sein, der ein Social-Media-Account hat. Der Schutz der persönlichen Daten liegt in der Verantwortung des Anwenders. Wenn Plattformen wie Twitter, Instagram oder Facebook ihre Sicherheitsstufen erhöhen und beispielsweise die Zwei-Faktor-Authentifizierung zum Schutz der Konten anbieten, sollten Anwender nicht lange warten, ehe sie davon Gebrauch machen.

Aber warum nutzen beispielsweise nur 2,3 Prozent der Twitter-User die 2FA? Security Insider kommt zu dem Schluss, dass „Anbieter von Online-Diensten die Verbraucher nicht umfassend genug über das wachsende Risiko und die Auswirkungen von Account-Übernahmen aufklären.“ Dass Social-Media-User Cyberbedrohungen „durch leicht verfügbare und benutzerfreundliche Lösungen abmildern können“, ist ebenfalls oftmals nicht bekannt.

Online-Accounts schützen – unsere Tipps

Damit Sie künftig besser gegen eine Übernahme Ihres Social-Media-Accounts geschützt sind, haben wir einige Tipps für Sie:

  • Sie nutzen Ihr Profil ausschließlich privat? Dann sollte es nicht „öffentlich“ eingestellt sein.
  • Verwenden Sie für jeden Online-Account ein anderes Passwort. Sie können sich unterschiedliche Passwörter nicht merken? PC-SPEZIALIST hilft bei der Installation eines Passwort-Managers.
  • Nutzen Sie einen langen aber leicht zu merkenden Satz mit Zahlen, Satz- und Sonderzeichen zur Absicherung des Passwort-Managers – je länger und komplexer, desto schwieriger für Kriminelle, den Satz zu entschlüsseln.
  • Verzichten Sie nicht auf die Zwei-Faktor-Authentifizierung (Anmeldung in zwei Schritten), wenn sie angeboten wird.
  • Veröffentlichen Sie keine Kinderbilder auf Ihrem Social-Media-Account, sondern verwenden Sie verschlüsselte Messenger wie Signal. Nur so werden Sie  nicht erpressbar und die Bilder gelangen nicht in die Hände Pädophiler.
  • Ihr PC zeigt Warnhinweise? Ignorieren Sie sie nicht, sondern prüfen Sie, welche Seite Ihren Login zum Social-Media-Account nutzen möchte.
  • Bleiben Sie misstrauisch: Wenn Sie merkwürdige Nachrichten Ihrer Freunde sehen, die Gewinnspiele oder neue Tools wie „Finde heraus, wer Dein Profil besucht hat“ empfehlen, fragen Sie bei Ihren Freunden nach. Deren Profil könnte gekapert worden sein.
  • In Krisenzeiten, wie aktuell der Ukraine-Krieg, wird überall nach Spenden und anderen Hilfen gefragt. Über Facebook ist das Zahlen per Kreditkarte denkbar einfach. Aber: Speichern Sie keine Zahlungsinformationen. Wird Ihr Konto gehackt, geraten auch Ihre Bankdaten in den Händen Krimineller.
  • Sie haben neue Kontaktanfragen Ihnen unbekannter Personen erhalten? Oftmals stecken Fake-Accounts mit kriminellen Maschen wie Romance Scamming dahinter. Prüfen Sie das Profil und lehnen Sie im Zweifel ab.

Was immer Sie mit Ihrem Social-Media-Account machen, bedenken Sie, dass Meta, bzw. Facebook, Google und Co. mit Ihren Daten Geld verdienen. Auch Cyberkriminelle sind hinter Daten, Bildern und Kontakten her. Seien Sie also sparsam mit dem Verbreiten persönlicher Informationen.

Social-Media-Account: Laptop zeigt Facebook-Seite eines Users. Bild: Unsplash/Austin Distel

Sie betreiben einen betrieblich genutzten Social-Media-Account? Dann sollten Sie wert auf die IT-Sicherheit legen. Bild: Unsplash/Austin Distel

Social-Media-Account in Betrieben

All diese Ratschläge treffen natürlich auch auf betrieblich genutzt Social-Media-Accounts zu. Die müssen natürlich öffentlich sein, um Kunden zu erreichen und über Neuigkeiten zu informieren. Aber auch hier hier gilt: Die Verwendung eines Passwort-Managers ist elementar. Und wenn Mitarbeiter ausscheiden, müssen Passwörter geändert werden.

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Verwendete Quellen: Meta, We live Security, Security Insider, BSI

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